Husky Manuel Klinge im Interview über seine Olympia-Eindrücke und sein Tor gegen Kanada

„Eine unvergessliche Zeit“

Tor für Deutschland: Hier überwindet der Kasseler Manuel Klinge (Mitte) Kanadas Torwart-Star Roberto Luongo. Den Puck, den der Huskies-Stürmer hier zum 2:8 versenkt, bekommt bei ihm zuhause einen Ehrenplatz. Foto: dpa

Kassel. Für Manuel Klinge und die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft sind die Olympischen Winterspiele seit dem 2:8 gegen Kanada beendet. Der Stürmer der Kassel Huskies kehrt Freitag Nacht in seine Heimat zurück.

Welche Eindrücke er aus Vancouver mitbringt und wie er seine ersten Winterspiele erlebte, schilderte uns Klinge in einem Telefon-Interview kurz vor seiner Heimreise.

Manuel Klinge in Bildern

Husky Manuel Klinge in Bildern 

Herr Klinge, Sie hören sich müde an. Steckt das Spiel gegen Kanada noch in den Knochen oder wurde es spät gestern?

Manuel Klinge: Es wurde spät gestern. Sportlich gesehen hatten wir zwar nicht viel zu feiern. Aber Olympia war für uns alle ein tolles Erlebnis. Darauf haben wir angestoßen.

Sie sprechen es an: Sportlich gesehen war es das schlechteste Olympia-Abschneiden einer deutschen Mannschaft. Ist das deutsche Eishockey nicht konkurrenzfähig?

Klinge: Das würde ich so nicht sagen. Unzufrieden müssen wir nicht sein. Wir haben gegen die Welt-Elite phasenweise richtig gut gespielt. Es sind Kleinigkeiten, die den Unterschied machen.

Welche Kleinigkeiten?

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Klinge: In erster Linie fehlt uns die Konstanz. Gegen jeden Gegner haben wir ein, zwei Drittel gut mithalten können. Das reicht aber nicht gegen solche Top-Teams. Zudem haben wir eine recht junge und unerfahrene Truppe. Für viele war es das erste große Turnier.

Sind Sie mit Ihrer Leistung zufrieden?

Klinge: Das bin ich selten. Ich denke, ich hätte noch besser spielen können.

Aber immerhin haben Sie gegen Kanada, das Mutterland des Eishockeys, ein Tor erzielt.

Klinge: Ja, das bleibt auch in Erinnerung. Ich bin schon ein bisschen stolz darauf gegen diese Jungs gespielt und getroffen zu haben. Leider war der Treffer nicht mehr spielentscheidend.

Ihr Berater Daniel Lammel scherzte, Sie müssten eigentlich ins Gefängnis kommen, weil Sie den Puck ins Tor geschmuggelt haben.

Klinge: Stimmt. Ich habe den Puck irgendwie aus der Luft genommen, was nicht jeden Tag vorkommt. Aber Tor ist Tor.

Haben Sie den Puck behalten?

Klinge: Na klar. Der Puck bekommt bei mir zuhause einen Ehrenplatz.

Ist das Tor Ihr schönstes Olympia-Erlebnis?

Klinge: Die gesamte Olympia-Woche war eine sehr schöne Zeit – absolut unvergesslich. Das olympische Flair ist einfach unbeschreiblich. Man wird als Sportler wie auf einem Tablett getragen und lernt Athleten kennen, die man sonst nur aus dem Fernseher kennt. Etwa die NHL-Stars, die stehen beim Frühstück in einer Reihe mit dir und machen Späße.

Haben Sie sich auch die Stadt und andere Wettbewerbe angeschaut?

Klinge: Dafür war die Zeit leider zu knapp. Ich war nur einmal in Vancouver Downtown. Beeindruckend war die Skyline, die ich immer auf dem Weg zur Trainingshalle bewundern konnte.

Am Samstag hat Sie der DEL-Alltag wieder. Die Huskies treten in Hamburg an. Mit oder ohne Klinge?

Klinge: Gute Frage. Ich habe noch keinen Kontakt zum Trainer aufgenommen. Ich möchte gern spielen. Aber man muss abwarten, wie ich den Jetlag wegstecke.

Was wird in den DEL-Spielen anders sein?

Klinge: Abgesehen von dem unglaublichen Publikum – die Menschen hier sind fasziniert vom Eishockey, sie leben es – wird es weniger schnell und robust zugehen.

Von Marc Radke

Quelle: HNA

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