KSV Hessen: Gegen Großaspach steht heute Pascal Formann im Tor

Einsatz für den Co-Trainer

Das tut weh: Gegen Reutlingen verletzte sich KSV-Torwart Tobias Wolf (Mitte) am Finger und musste ausgewechselt werden. Rechts erkundigt sich Mentor Latifi nach dem Befinden. Fotos: Herzog

Kassel. Die Sache ist die: Eigentlich hätte Dennis Lamczyk heute im Tor des KSV Hessen Kassel stehen sollen, wenn das Team in der Fußball-Regionalliga ab 18.30 Uhr in Heilbronn auf Großaspach trifft.

So sah es der offizielle KSV-Torwart-Rotations-Plan vor. Doch Lamczyk ist nach seiner Roten Karte gegen Alzenau noch gesperrt, weswegen dann eigentlich Tobias Wolf zum Einsatz kommen müsste. Wolf nämlich teilt sich normalerweise die restlichen Spiele der Saison mit Lamczyk. Ist Ersatz, wenn Lamczyk spielt, und die Nummer eins, wenn Lamczyk auf der Bank sitzt. Doch: ist nicht. Denn nun ist nicht nur Lamczyk gesperrt, sondern auch noch Wolf verletzt. Im Heimspiel gegen Reutlingen zog sich der 21-Jährige einen Bänderriss im kleinen Finger zu. Er muss ein paar Tage Gips tragen – und fällt für die nächsten Partien aus.

So will es das Schicksal, dass nach der viel diskutierten Torwart-Entscheidung nun einer das Tor hüten wird, der bei der angedachten Rotation gar keine Rolle spielte: Co-Trainer Pascal Formann. Der 27-Jährige wurde gegen Reutlingen in der 21. Minute eingewechselt und machte seine Sache beim 2:1 sehr ordentlich. Zumindest hatte der Torwarttrainer Formann anschließend nichts auszusetzen an der Leistung des Keepers Formann, der sagte: „Ich bin fit.“

Wäre auch ein Wunder, wenn nicht. Denn so lange zurück lag Formanns letzter Einsatz in der Regionalliga auch wieder nicht: Ende der vergangenen Saison bestritt er beim West-Regionalligisten Cloppenburg die letzten Partien der abgelaufenen Serie, ehe er wegen der besseren beruflichen Perspektive den Job als Co-Trainer in Kassel annahm. Außerdem: Einst stand er in England bei Nottingham Forrest unter Vertrag und spielte dort fürs Nachwuchsteam. Er sagt: „Ich bin noch gut genug, um in der Regionalliga zu spielen.“ Jetzt will er jede Begegnung genießen.

Indes betonte Trainer Mirko Dickhaut die Weitsichtigkeit des Vereins bei der Verpflichtung des Co-Trainers, der zugleich Torwart-Trainer ist und darüber hinaus Torwart in Zeiten der größten Personalsorgen. Wolfs Pech passt insofern zur gesamten Saison. Derzeit sind Christoph Keim, Stefan Markolf, Michael Zepek und Markus Unger von den Stammkräften nicht einsatzfähig. Wenn es in dieser Saison beim KSV eine Regelmäßigkeit gibt, dann die: Nach fast jedem Spiel kommt ein Verletzter hinzu.

Gut möglich, dass Pascal Formann deshalb am Samstag schon so ein Gefühl hatte, womöglich einspringen zu müssen. „Irgendwie war das im Hinterköpfchen.“ Von Mirko Dickhaut sind solche Gedanken vor dem Spiel heute gegen Großaspach nicht bekannt. Der ehemalige Bundesliga-Spieler wird auch nicht auf dem Spielberichtsbogen stehen. „Eher spiele ich mit zehn Mann“, sagt er. Wobei das durchaus etwas hätte, wenn der Torwarttrainer auf einmal auf den Trainer passt.

Ach ja: Sollte sich Pascal Formann heute auch noch verletzten oder eine Rote Karte einhandeln, stünde Stefan Meister, Torwart der Reserve, bereit.

Von Florian Hagemann

Quelle: HNA

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