Noch keine Verträge

Eishockey-Zweitligisten ziehen vor Gericht

Michi Christ

Kassel. Nun ist es offiziell: Der Streit zwischen den Zweitligisten, die ihren Ligabetrieb eigenständig organisieren wollen, und dem Deutschen Eishockey-Bund wird vor Gericht entschieden.

Entsprechende Meldungen hat am Montag Ernst Rupp, Geschäftsführer des Zweitliga-Klubs Heilbronner Falken und Gründer der DEL II, auf Anfrage unserer Zeitung bestätigt. „Es kann ja nicht sein, dass zehn große Eishockey-Standorte in Deutschland kaputtgehen“, sagte er.

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Demnach hat die Eishockeyspielbetriebsgesellschaft ESBG einen Antrag auf Einstweilige Verfügung vor dem Landgericht München eingereicht, wonach der DEB die Zweitligisten anerkennen muss. Das Verfahren soll so beschleunigt werden, denn die Fronten sind verhärtet.

Zuletzt hatte der DEB erklärt, dass es in der kommenden Saison keine Zweite Liga gebe und die einzigen Zweitligisten aus Kaufbeuren und Riessersee, die sich für eine Zweite Liga unter dem Dach des DEB beworben hatten, zukünftig in der Oberliga spielen würden. Was aus den anderen Zweitligisten werden würde, hatte der DEB offengelassen.

Wann es in München zu einer Verhandlung kommen wird, stehe allerdings noch nicht fest, sagte Rupp. „Ich hoffe aber, es wird schnell gehen“, ergänzte der Heilbronner. Noch in dieser Woche wollen sich die Zweitligisten treffen, um über das weitere Vorgehen zu beraten.

Derweil sind die Kassel Huskies weiter zurückhaltend. Während die Löwen Frankfurt gestern die Verpflichtung von Stürmer Christian Wichert vom DEL-Team aus München bekannt gaben, warten die Nordhessen ab. Sie sind mit ihren Wunschspielern in Gesprächen. Mit Stürmer Michi Christ beispielsweise. „Klar wollen wir ihn gern behalten. Wir sind uns auch einig. Aber unterschrieben ist noch nichts. Denn wir wissen ja nicht, in welcher Liga wir spielen“, sagte Huskies-Geschäftsführer Stefan Traut.

Er bestätigte auch, dass es Gespräche mit dem slowakischen Angreifer Branislav Pohanka, in der vergangenen Saison Topscorer der Frankfurter, gegeben habe. „Er würde gern kommen“, erklärte Traut. Christ bestätigte „gute Gespräche“ mit den Huskies. Den Streit zwischen DEB und Zweitligisten aber ignoriert er. „Den verfolge ich kein bisschen“, sagt er. „Sommertheater in Kassel sind wir ja gewöhnt, aber dass ganz Deutschland solch ein Theater macht, ist einfach nur traurig.“

Zumindest zwei Testspiele sind vereinbart: In der Vorbereitung spielen die Huskies gegen Frankfurt. Geplant sind Partien am 1. September in Kassel und eine Woche später in Südhessen. „Aber alles unter Vorbehalt“, sagt Traut. (mis)

Quelle: HNA

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