Handball-Bundesliga: MT-Kreisläufer Danner glaubt an Chance gegen den Spitzenreiter - Palmarsson fraglich

Mit Euphorie gegen den Favoriten

Auf ins Getümmel: Auf eine bärenstarke Abwehr, hier mit dem Kieler Mittelblock Rene Toft Hansen (Nr. 7) und Patrick Wiencek (Nr. 17) müssen sich die Melsujnger Angreifer Felix Danner (links) und Malte Schröder (Mitte) gefasst machen. Foto: Fischer

kassel. Hoher, ja ganz hoher Besuch in der Kasseler Rothenbach-Halle: Dort gibt sich morgen der aktuelle Tabellenführer der Handball-Bundesliga, der deutsche Rekordmeister und wahrscheinliche erneute Titelträger THW Kiel die Ehre (Sa. 20.15 Uhr). Herausgefordert von der MT Melsungen, die Respekt vor den Zebras, aber keine Angst hat.

Für Trainer Michael Roth ist‘s „die Pflicht nach der Kür.“ Und die Pflicht, der erneute Einzug ins DHB-Pokal-Halbfinale durch einen schwer erkämpften 30:27-Erfolg gegen Göppingen, dürfte dem Außenseiter mächtig Auftrieb geben. „Diese Euphorie müssen wir mitnehmen“, sagt Felix Danner. Motivationsfördernd könnte für den MT-Kreisläufer darüberhinaus das Duell mit Nationalmannschaftskollegen Patrick Wiencek sein, beide auch im Mittelblock ihres Teams eine feste Größe.

Dazu gesellt sich nach dem historischen Melsunger Sieg in Kiel (29:25 am 9. Dezember 2012) das Wissen, das auch der Branchenführer nicht unschlagbar ist. Melsungens Rückraumrechter Müller hat diese äußerst seltene Erfahrung mit den Rhein-Neckar Löwen schon zweimal gemacht (in der Saison 2010/2011), weiß aber auch, „dass bei uns alles passen muss, wenn wir gegen Kiel eine Chance haben wollen.“

Wie in der ersten Hälfte gegen Göppingen. Da ließ die eigene 6:0-Deckung, in den letzten Spielen durchaus anfällig, nichts anbrennen. Da zog Torwart Appelgren („Wir werden gegen Kiel zu 100 Prozent fit und motiviert sein“) den gegnerischen Rückraumschützen mit seinen Paraden gleich mal den Zahn. Da hatte Spielmacher Fahlgren die Zügel des eigenen Positionsangriffs fest im Griff, riss mit Tempoverschärfungen und Positionswechseln immer wieder Löcher in die gegnerische Abwehr, in die seine Nebenleute entschlossen stießen.

Gegen Kiel, so weiß Michael Michael, bedarf es allerdings einiger „besonderer Spielsysteme“, um die bärenstarke Defensive der Norddeutschen zu knacken. Rene Toft Hansen blockt so viele Würfe wie kein anderer in der Bundesliga und das Duo Sjöstrand/Palicka ergänzt sich im Tor vortrefflich. Die Folge: Viele leichte Tore über die erste und zweite Welle mit Gudjon Valur Sigurdsson als Tempogegenstoß-Spezialisten.

Das Prädikat „Weltklasse“ hat auch der Rückraum mit Filip Jicha und Marko Vujin (siehe unten) verdient, wenn denn Jung-Star Aron Palmarsson, der noch unter den Folgen einer Knieoperation leidet, spielen kann. Beim 35:24 in Wetzlar konnte der Isländer zur Freude seines Trainers geschont werden. „Weil wir ihn“, wie Alfred Gislason sagt, „für die nächsten Spiele dringend brauchen.“ Gemeint war die Partie bei der MT Melsungen, die er nach den letzten Erfahrungen durchaus unter der Kategorie „schwer“ einordnet. Trotz der eigenen, klaren Favoritenrolle.

Von Ralf Ohm

Quelle: HNA

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