Corona-Probleme

Ex-Melsunger Trainer Robert Hedin nach dem WM-Verzicht der USA: Das war ein Schock

US-Coach ist der Schwede Robert Hedin.
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US-Coach: der Schwede Robert Hedin (früher Melsungen).

Nach fast drei Jahrzehnten sollten die US-Boys mal wieder an einer Handball-Weltmeisterschaft teilnehmen. Jetzt zerplatzte der Traum – zu viele Coronafälle in der Mannschaft. Auch der schwedische Coach Robert Hedin hat sich infiziert. Wir haben mit dem früheren Melsunger über die Absage gesprochen.

Kassel - Nach fast drei Jahrzehnten sollten die US-Boys mal wieder an einer Handball-Weltmeisterschaft teilnehmen. Jetzt zerplatzte der Traum – zu viele Coronafälle in der Mannschaft. Auch der schwedische Coach Robert Hedin hat sich infiziert. Wir haben mit dem früheren Melsunger Bundesliga-Trainer über die Absage gesprochen.

Haben Sie gestern Nacht überhaupt ein Auge zugemacht?

Ja, das habe ich. Aber es war schon ein Schock für uns. Es fällt mir immer noch schwer, das alles zu fassen. Wir hatten vor dem Training noch Schnelltests, die waren alle negativ. Nach dem Training haben wir die Ergebnisse der PCR-Tests erhalten – auf einmal waren bei uns 18 Spieler und Verantwortliche positiv.

Wie sehr werden sich die Erlebnisse vom Dienstag in Ihr Gehirn einbrennen?

Das werde ich nie vergessen. Einen traurigen Platz in den Geschichtsbüchern haben wir damit sicher.

Sie sind positiv getestet und deshalb im Trainingszentrum in Dänemark isoliert. Wie gehen Ihre Spieler mit der Enttäuschung um?

Gesundheitlich geht es allen gut. Wir haben uns jetzt gesagt: Dann müssen wir uns eben ohne Wildcard für die WM 2023 qualifizieren.

Weshalb wäre das Turnier für die Entwicklung des Handballs in den USA so wichtig gewesen?

Wir wollen die Popularität dieser Sportart im eigenen Land weiter steigern. Mit ESPN hatte sich sogar ein Sender gefunden, der unsere Spiele gezeigt hätte. Unser großes Ziel sind zwar die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles, aber zuvor haben wir ja auch Startplätze für die Weltmeisterschaften 2025 und 2027 erhalten. In zwei Jahren soll es in den USA auch eine Liga geben. Wer ein Team stellen will, muss eine Million Dollar zahlen.

Werden Sie sich WM-Spiele in den nächsten Tagen im Fernsehen anschauen?

Ja, das habe ich vor. Ich freue mich, wenn ich Spiele der Norweger und Schweden sehen kann. Auch für die Dänen habe ich ein Herz.

Wie sieht Ihre weitere Planung aus?

Die Mannschaft muss noch bis Montag in Dänemark bleiben. Ich werde sogar noch einige Tage dranhängen. Denn wenn ich nach 14 Tagen keinen positiven Test habe, kann ich ohne Quarantäne zurück zu meiner Familie nach Norwegen reisen. (Björn Mahr)

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