KSV gegen KSV: Heiße Duelle vor großer Kulisse

So berichtete unsere Zeitung m 26. April 1976: Baunatal gewann zwei Tage zuvor 5:0 gegen den KSV Hessen.

Baunatal/Kassel. Derbys zwischen dem KSV Baunatal und dem KSV Hessen sind rar, weil die beiden Kontrahenten meistens in unterschiedlichen Ligen gespielt haben. Aber wenn es zum Duell der Rivalen kam - jeweils in der Oberliga -, gab es fast immer interessante Begegnungen vor bis zu 16 000 Zuschauern.

Sogar ein 5:0 der Baunataler war dabei (siehe Text unten). Ein Rückblick, der keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.

2005/2006: Der Sieger des 27. Spieltages in der Fußball-Oberliga heißt KSV Hessen. In einem einseitigen Derby feierten die Kasseler beim KSV Baunatal einen hochverdienten 2:0-Erfolg. Zweifacher Kopfball-Torschütze für die überlegen auftrumpfenden Gäste war vor 2000 Zuschauern im Baunataler Parkstadion der Brasilianer Julio Cesar.

2004/2005: Der KSV Baunatal gewinnt das Derby mit 1:0. Vor 2000 Zuschauern im Aue-stadion erzielt René Ochs in der 83. Minute den entscheidenden Treffer.

2003/2004: Der KSV Hessen feiert einen ungefährdeten 4:0-Erfolg im Baunataler Parkstadion. Thorsten Bauer, Slawomir Chalaskiewicz und zweimal Adem Usta waren vor 5000 Zuschauern die Torschützen.

2002/2003: Der KSV Hessen gewinnt im Auestadion 3:1. Die Revanche für das 0:2 im Hinspiel sichert vor allem André Breitenreiter, der beide Treffer erzielt. Vor 4000 Zuschauern trifft für den KSV Hessen zudem Markus Krause. Den Baunataler Ehrentreffer erzielt Eren Cihan.

Wie die HNA damals berichtet hat - werfen Sie hier einen Blick auf die Zeitungsseite.

1990/1991: Dem klaren 5:2 im Auestadion durch Treffer von Tobi Schmidt, Michael Drube (2), Carsten Lakies und Thomas Freudenstein für den KSV Hessen sowie Mirko Dickhaut und Norbert Scheiter für Baunatal, fügt der von Hans-Ulrich Thomale trainierte KSV Hessen im Parkstadion noch ein 3:0 hinzu, das Ralph Kistner, Claus Schäfer und Tobi Schmidt sichern.

Zoran Zeljko, Michael Drube, Kai-Uwe Schnell, Jerzy Matys, Mario Deppe, Tobi Schmidt, Paul Koutsoliakos, Frank Höhle, Thomas Freudenstein, Ralph Kistner (Dirk Schmelting) und Claus Schäfer trugen das Trikot des KSV Hessen. Der von Terry Scott trainierte KSV Baunatal stellte dagegen: Sven Hoffmeister, Mirko Dickhaut, Bernd Bachmann, Mario Schäfer, Marco Mason, Ralf Reinsdorf, Wayne Thomas, Adolf (Robert Scheiter), Norbert Scheiter (Schierock), Beppo Hofeditz und Jörg Krug.

1979/1980: Gemeinsam mit dem FSV Bergshausen kämpfen die beiden KSV um den Oberliga-Titel. Diesmal gelingt den Löwen vor 16 000 Zuschauern im Auestadion ein 2:1-Erfolg. Zwar revanchiert sich Baunatal im Rückspiel im Parkstadion vor 10 000 Zuschauern mit dem gleichen Resultat, doch das kann den Aufstieg der Löwen, die von Rudi Kröner trainiert werden, nicht mehr verhindern.

KSV Hessen: Gerhard Siewert, Walter Horch, Bernd Sturm, Manfred Damerau, Bernd Hüter, Klaus Zaczyk, Werner Frohnapfel (Willi Nebe), Edward Kott, Heinz-Dieter Greif (Armin Hofmann), Helmut Hampl und Gerd Grau.

KSV Baunatal: Greifenberg, Prantschke, Dickkopf, Melzer (Lattemann), N. Tsawaris, Reinbold, Thomas, Krawczyk, Diehl, Ganz (Grawunder), Bachmann.

Rückblick: Baunatals 5:0 und der Ärger danach

Kassel. An den 24. April 1976 kann sich Herbert Maciossek noch genau erinnern. Mit dem KSV Baunatal spielte der damals 33-Jährige beim KSV Hessen Kassel im Auestadion. 10 000 Zuschauer, es geht um viel: Viertletzter Spieltag in der Hessenliga, gewinnen seine Baunataler, ist der Aufstieg in die Zweite Liga fast schon sicher. Und die Baunataler gewinnen nicht bloß, sie demütigen den KSV Hessen, siegen mit 5:0.

Maciossek, der zuvor insgesamt fünf Jahre für die Löwen aktiv war, erzielte zwei Treffer, aber das erzählt er nicht, wenn er von diesem Spiel berichtet. Maciossek, der heute 70 Jahre alt ist, spricht von den Anfeindungen der KSV-Hessen-Fans nach der Partie. „Die haben meine Frau am Telefon beleidigt, das war nicht schön.“

Auch er selbst muss sich beschimpfen lassen. Als er nach der Begegnung in sein Auto steigen will, um nach Hause zu fahren, wird er von Löwen-Anhängern bedroht, wie er sagt. „Das Schlimmste war, dass da auch noch drei Polizisten herumstanden und zusahen. Ich habe die gefragt, ob sie nicht mal eingreifen wollten. Aber es geschah nichts.“ Da handelte Maciossek dann selbst: Er nahm seine Fußballschuhe aus der Sporttasche und verteidigte sich damit gegen die Fans, die ihn bedrohten.

Der KSV Baunatal stieg wenig später auf in die Zweite Liga, der KSV Hessen belegte am Ende der Saison Rang drei - noch hinter dem VfR Bürstadt. Auch der Baunataler Trainer Hans Michel erinnert sich an damals, an den Aufstieg und an das 5:0 beim großen KSV: „Das war schon eine kleine Sensation.“ Wenn er an Derbys denkt, dann denkt er immer zuerst an diese eine Begegnung.

KSV Hessen: Burose, Habedank, Müller, Dippoldsmann, Windisch, Ziegert (Blacha), Ey, Hansmann, Stengel, Abbe und Douadi.

KSV Baunatal: Uhl, Kastl, Patzer, Schade, Prantschke, Bronnert, Westen, Lichte, Bliska, Maciossek und Hofeditz.

Tore: 0:1 Westen (55.), 0:2 Bronnert (57.), 0:3 Maciossek (63.), 0:4 Windisch (74.,Eigentor), 0:5 Maciossek (87.). (hag)

Von Gerd Brehm

Quelle: HNA

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