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Gegen Serbien ging es los: Kai Häfner von der MT Melsungen seit zehn Jahren Nationalspieler

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Von: Björn Mahr

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In Partylaune nach dem EM-Triumph 2016: Kai Häfner (vorn) mit (rechts daneben) Jannik Kohlbacher und Tobias Reichmann.
In Partylaune nach dem EM-Triumph 2016: Kai Häfner (vorn) mit (rechts daneben) Jannik Kohlbacher und Tobias Reichmann. © IMAGO IMAGES/FOTOSTAND

Kai Häfner vom Handball-Bundesligisten MT Melsungen ist seit genau zehn Jahren deutscher Nationalspieler. Wir blicken mit ihm auf seine Karriere in der A-Mannschaft zurück.

Kassel – Heute vor genau zehn Jahren ging es für Kai Häfner los. Als Rückraummann des HBW Balingen-Weilstetten absolvierte er sein erstes Länderspiel für die deutsche Handball-Nationalmannschaft. In Schwerin musste er mit dem DHB-Team im Test gegen Serbien allerdings eine 31:33-Niederlage einstecken.

„An dem Tag ging dennoch ein Kindheitstraum in Erfüllung. Es war eine schöne Belohnung für meine guten Leistungen im Verein“, sagt der mittlerweile beim Bundesligisten MT Melsungen unter Vertrag stehende Häfner. Der damalige Bundestrainer Martin Heuberger, der den gebürtigen Schwaben schon aus dem Juniorenbereich kannte, hatte ihn als dritten Halbrechten dazugenommen – neben Steffen Weinhold und dem kurz darauf nach Melsungen gewechselten Michael Müller. Außer Häfner hatten auch die späteren MT-Kollegen Felix Danner und Tobias Reichmann sowie Evgeni Pevnov ihren Einstand gegeben. Im Tor standen seinerzeit mit Carsten Lichtlein und Silvio Heinevetter zwei gute Bekannte.

Debüt für Deutschland am 22. September 2012: Kai Häfner (rechts, mit Felix Danner).
Debüt für Deutschland am 22. September 2012: Kai Häfner (rechts, mit Felix Danner). © IMAGO SPORTFOTODIENST

„Der Lehrgang hat Lust auf mehr gemacht“, erklärt Häfner im Rückblick. Im zweiten Länderspiel gegen die Serben (32:23-Sieg) einen Tag später in Rostock gelangen dem Linkshänder seine ersten drei Tore für die A-Nationalmannschaft. Allerdings blieb er demütig. „Ich habe gedacht: Ein, zwei Länderspiele machen sich in der Vita schon ganz gut“, erinnert sich der Mann aus Schwäbisch Gmünd. Dann ging es aber immer weiter. „Ich habe mich dann gefreut, als es zehn Spiele waren, dann 50. Dann denkst du dir irgendwann: Ein großes Turnier zu spielen, das wäre auch mal schön.“

Inzwischen steht er bei 118 Länderspielen – dabei erzielte er 264 Tore. Er wurde mit den Bad Boys 2016 im polnischen Krakau Europameister und gewann mit der DHB-Auswahl im gleichen Jahr Olympia-Bronze in Rio. Bei der Heim-WM 2019 reichte es lediglich zum vierten Platz. Worüber sich der spielstarke Rückraumakteur aber am meisten ärgert, ist die Weltmeisterschaft 2017 in Frankreich: „Da war deutlich mehr drin.“ Nach starker Vorrunde ereilte die Mannschaft des damaligen Bundestrainers Dagur Sigurdsson im Achtelfinale gegen Katar (20:21) das überraschende Aus.

Häfner, der seit 2019 für die MT im Einsatz ist und mit Frau Saskia und Sohn Levi Hans in Kassel lebt, hofft, dass noch einige Einsätze im Adlertrikot dazukommen. Im Januar 2023 nimmt Deutschland an der Weltmeisterschaft in Schweden und Polen teil. Ein Jahr darauf steht die Heim-EM auf dem Plan – das Auftaktspiel könnte möglicherweise vor 50 000 Fans in der Düsseldorfer Merkur-Spiel-Arena stattfinden. „Im Sport ist ein halbes Jahr eine Ewigkeit. Und außerdem gibt es im Verein genug zu tun“, betont Häfner.

Seinen nächsten Auftritt hat das deutsche Team am 13. Oktober ab 19 Uhr in Mannheim (SAP-Arena, live bei Sport 1). Dann geht es zum Auftakt des EHF Euro Cups gegen Schweden. Ob der Melsunger Kapitän nominiert wird, bleibt abzuwarten. Bundestrainer Alfred Gislason muss seinen Kader erst noch bekanntgeben. Allerdings weiß der Isländer, was er an Häfner hat. Und der inzwischen 33-Jährige kann auf einen riesigen Erfahrungsschatz verweisen – nach zehn Jahren im DHB-Team. (Björn Mahr)

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