MT geht erneut leer aus

Melsunger Handballer unterliegen in Berlin nach 16:13-Führung noch 24:27

Da ist die Welt noch in Ordnung: Felix Danner ist gegen Konstantion Igropulo durch und trifft gegen Silvio Heinevetter. Foto:  Wende

Berlin. Auch Berlin war für die Melsunger Handballer keine Reise wert. Nach der Pokalpleite in Flensburg (22:38) unterlag die MT trotz eines couragierten Auftritts und einer 16:13-Führung nach 33 Minuten den Füchsen 24:27 (15:13) und rutschte in der Tabelle mit 10:12 Punkten auf Rang zwölf ab.

Nur eines der letzten sechs Punktspiele haben die Nordhessen gewonnen. Dennoch bilanzierte   Vorstand   Axel Geerken: „Mit der kämpferischen Leistung können wir zufrieden sein. Man sieht die Entwicklung des Teams.“

Die Entscheidung in der Max-Schmeling-Halle fiel direkt nach der Halbzeit: Mit einem 7:1-Lauf wendeten die Hausherren das Blatt vom 13:16 zum 20:17 (43.) und schufen sich in dieser Phase das Polster, das sie schließlich auch über die Zeit brachten.

Tragende Säulen der Füchse waren dabei zwei Oldies: Im Tor brachte der 38 Jahre alte Petr Stochl, der schon vor der Pause für Nationalkeeper Heinevetter gekommen war, die Melsunger mit seinen Paraden schier zur Verzweiflung. Und im Angriff war der 34-jährige Iker Romero als Vollstrecker und Lenker nicht zu stoppen.

„Wir haben in der zweiten Halbzeit nur neun Tore erzielt, weil uns die aggressive Berliner Deckung beeindruckt hat“, erklärte Trainer Michael Roth nach dem erbittert geführten Duell, in dem es etliche Scharmützel gegeben hatte. Roth: „Beide Teams haben alles gegeben in dieser Partie, in der beide um ihre Form kämpften.“

Momir Rnic

Ein Spiel, in dem zunächst seine Truppe alle Trümpfe gehalten hatte – mit Klasse, Kampf und Können. Denn tatsächlich zeigten Roths Mannen zunächst die nach Flensburg geforderte Trotzreaktion. Jesper Nielsen brachte die Berliner zwar in Führung, fortan aber legten die Gäste bis zum 6:5 (11.) immer einen Treffer vor. Sie profitierten von Mikael Appelgrens Paraden gegen die frei werfenden Nielsen und Nenadic und überzeugten endlich auch in Überzahl: Felix Danner und Philipp Müller erhöhten auf 8:5 (14.).

Danach aber steigerten sich die Füchse. Vor allem dank Igropulo (mit fünf Treffern bis zur Pause) und Romero im Rückraum, die das Spiel antrieben und lenkten. Auf beiden Seiten packten die Deckungsreihen sehr entschlossen zu und es entwickelte sich das erwartete Spiel auf Biegen und Brechen. Schließlich ging es für beide Teams darum, den Anschluss an obere Tabellenregionen zu wahren.

Nun steckten die Melsunger sogar einen Rückschlag weg: Ex-Fuchs Johannes Sellin, gerade erst von einer Fußverletzung genesen, erhielt bei seinem Wurf zum 9:9 (20.) einen Stoß und musste bis zur Halbzeit pausieren. Mehrfach drohte der MT nun Zeitspiel. Doch Momir Rnic bewahrte kühlen Kopf, traf zweimal selbst bei erhobenem Arm der Schiri und setzte Malte Schröder ein. Die Folge: Zur Pause führte die MT 15:13 - und das verdient.

Michael Allendorf erhöhte zwar noch auf 16:13 (33.), danach aber sorgten die Füchse in zehn Minuten für die entscheidende Wende.

Von Dietmar Wenk

Quelle: HNA

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