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Aus der Krise mit Tobias Damm: Gremien sprechen Trainer des KSV Hessen das Vertrauen aus

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Von: Maximilian Bülau

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Er darf bleiben: KSV-Trainer Tobias Damm soll den Verein aus der Krise führen.
Er darf bleiben: KSV-Trainer Tobias Damm soll den Verein aus der Krise führen. © Andreas Fischer

Tobias Damm bleibt Trainer des Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel. Die Gremien des KSV haben dem Coach das Vertrauen ausgesprochen.

Kassel – Seit dem Aufstieg in die Fußball-Regionalliga 2006 ist noch nie eine Mannschaft des KSV Hessen Kassel vergleichbar schlecht in eine Saison gestartet. Mehr noch: Der Auftakt in eine Spielzeit war eigentlich immer etwas, das den Löwen lag. Klar also, dass nach acht Partien ohne Sieg – dabei sechs Niederlagen – etwas passieren musste. Nun ist etwas passiert. Aber nicht das, was vielleicht einige erwartet haben. Vielmehr haben die Gremien eine Stellungnahme veröffentlicht, in der sie Trainer Tobias Damm das Vertrauen aussprechen.

Zunächst heißt es in dieser Stellungnahme, der Saisonstart sei missglückt, der Befreiungsschlag bislang ausgeblieben, die Leistung gegen Fulda sei desolat gewesen, die Mannschaft verunsichert. Der Verein stelle die mittel- und langfristige sportliche Strategie deswegen aber nicht in Frage. Dazu zähle, dass dem gesamten Trainerteam das volle Vertrauen ausgesprochen werde.

Weiter heißt es: Das ambitionierte Saisonziel, sich in höhere Tabellenregionen zu bewegen, sei deutlich zu hoch gesteckt worden. Die Ursachen dafür seien vielfältig: Verletzungsbedingte Ausfälle von Leistungsträgern und dadurch die fehlende Kompaktheit in der Defensive sei eine, aber auch dadurch fehlende Eingespieltheit und das schwindende Selbstvertrauen bei einigen Spielern.

Der KSV wolle deswegen aber nicht den eingeschlagenen Weg mit der Förderungen von Talenten verlassen, schreiben die Gremien. Zudem seien alle fest davon überzeugt, dass in der jetzigen Konstellation die Wende zu schaffen sei. Die Mannschaft habe das Vertrauen.

Damm selbst hatte bereits am Freitag nach dem 0:3 im Auestadion gegen Fulda, der bereits zweiten Heim-Niederlage der Saison, die Nachricht erhalten, dass er weitermachen darf. Noch an diesem Abend hatten sich Vorstand und Aufsichtsrat kurz nach Spielschluss zusammengesetzt, um die Situation zu bewerten.

Damm war nach dem Ergebnis, das bei dieser Besprechung herauskam, schon erleichtert. „Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, ich hätte mir nach diesen Ergebnissen keine Gedanken darüber gemacht, dass meine Zeit auch vorbei sein könnte“, sagt er. „Seit ich hier Trainer bin, sind wir immer offen und ehrlich miteinander umgegangen, hatten einen transparenten Austausch. Natürlich bin ich froh, dass ich weitermachen darf. Man macht sich natürlich selbst Gedanken und stellt sich auch selbst infrage, wenn man so startet“, fügt er an.

Für die kommende Zeit gibt sich der 38-Jährige kämpferisch: „Ich habe in den vergangenen Tagen und Wochen immer betont, dass ich gewillt bin, diese Situation mit der Mannschaft zu meistern. Das spornt mich an. Ich bin nicht nur Trainer, wenn es gut läuft. Wir haben jetzt die Möglichkeit, uns da unten rauszukämpfen.“

Dass es zwischen Mannschaft und Trainer trotz allem funktioniert, hatte auch Kapitän Frederic Brill am vergangenen Freitag betont. „Wenn das nicht gegeben wäre, dann würde es keinen Sinn mehr machen, dann würde ich auch freiwillig gehen“, sagt Damm. „Ich habe noch sehr viel Energie und Spaß – auch wenn die Situation keinen Spaß versteht“, fügt er an. Damm will mit seinen Spielern zusammen nun das Vertrauen, das ihm die Gremien gegeben haben, zurückzahlen. Der beste Beweis wäre sicher ein Derbysieg am kommenden Samstag zuhause gegen Offenbach. (Maximilian Bülau)

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