Ohne suspendierten Gron

Kassel Huskies: Jetzt kommt Frankfurt zum Derby

+
Wenn ein Blick alles ausdrückt: Huskies-Torhüter Marcel Melichercik steht im Spiel gegen Kaufbeuren die Enttäuschung sprichwörtlich ins Gesicht geschrieben.

Turbulent geht es zu bei den Huskies vor den beiden richtungsweisenden Derbys gegen Frankfurt heute Abend (19.30 Uhr) und am Freitag gegen Bad Nauheim.

Nur zwei Punkte aus den letzten vier Spielen. Nur eins der letzten zwölf Drittel überzeugend. Der Aufschwung bei den Kassel Huskies nach dem so erfolgreichen Spieltagsmarathon rund um die Feiertage – verpufft. Die direkte Qualifikation für die Playoff-Plätze der DEL2 – wohl außer Reichweite. Die Stimmung auf den Rängen – mau.

Von Aufatmen und Aufholjagd im Endspurt der Hauptrunde sind die Huskies weit entfernt. Mit einer Wutrede quittierte Chefcoach Tim Kehler die 2:3-Niederlage gegen Kaufbeuren und kündigte personelle Konsequenzen an. Die gab es für einen Husky am Montagmittag: Der Klub beurlaubte Stürmer Tyler Gron.

Am Sonntagabend hatte die Mannschaft einen unterirdischen Auftritt gegen Kaufbeuren abgeliefert. Gron hatte hatte dabei mit einer überflüssigen Strafe jenes Überzahlspiel ermöglicht, in dem die Allgäuer das entscheidende dritte Tor erzielten. Und all das ausgerechnet vor dem Derby gegen den Erzrivalen heute Abend. Denn ab 19.30 Uhr sind die Löwen Frankfurt zu Gast. Ein Überblick.

Kassel Huskies: Spielplan für die Saison 2018/2019

Die Konsequenz

Gron ist kein Husky mehr. Am Montagmittag gaben die Huskies die Trennung von dem Stürmer bekannt, der noch am Sonntag den Goldhelm des Topscorers getragen hatte. Der Deutsch-Kanadier, der im vergangenen Winter im Tausch mit Lukas Koziol nach Kassel gekommen war, hatte es in dieser Saison in 39 Spielen auf 36 Punkte gebracht (13 Tore, 23 Vorlagen).

Der Sportliche Leiter der Huskies, Rico Rossi, begründet den Schritt so: „Es ging nicht darum, ein Signal zu setzen. Vielmehr hat Tyler zuletzt die Erwartungen, die wir an ihn hatten, in vielen Punkten nicht erfüllt. Es war keine Entscheidung, die Joe Gibbs, Tim Kehler und ich überhastet und kurzfristig gefällt haben.“ Einen passenden Zeitpunkt dafür gebe es nie.

Kehler ergänzte: „Wir haben uns diesen Schritt nicht leicht gemacht. Es war eine schwierige Entscheidung in einer schwierigen Situation. Aber Tyler ist nicht das einzige Problem, das wir mit dieser Mannschaft haben. Sie erfüllt nicht die Erwartungen.“

Die Wutrede

Womit wir zu der Stellungnahme kommen, die Eindruck hinterlassen hat. Ohne Umschweife und ohne auf Deutsch zu beginnen, wie er es sonst zuletzt immer getan hatte, wurde Kehler deutlich wie selten.

„Für uns geht’s um alles. Aber nur einige scheinen das zu verstehen. Wir haben einige Spieler im Team, die besser darin wären, Tennis zu spielen oder eine andere Individualsportart. Wir brauchen ein Team mit 20 Spielern, die alles geben, und zwar die ganze Zeit lang. Aber wir haben unglücklicherweise zu viele Spieler, die sich dem nicht anschließen. Denn du kannst keinen Erfolg haben, wenn nicht alle an einem Strang ziehen. Es ist enttäuschend für all diejenigen, die sich reingehängt haben. Aber einige Akteure haben furchtbare Angewohnheiten, die dazu führen, dass die gesamte Mannschaft nicht konstant spielt.“

Das Derby

Zwei Derbys in drei Tagen: Heute kommt Frankfurt, am Freitag schon Bad Nauheim. „Das sind Heimspiele gegen zwei sehr starke Teams. Ich will Hingabe und Biss sehen und ein Team, auf das unsere Fans stolz sein können“, fordert Kehler. Dass sie Frankfurt schlagen können, haben die Huskies schon mal bewiesen. Am Tag vor Heiligabend, als sie sich und ihre Anhänger mit einem 2:1-Auswärtssieg vorzeitig beschenkten. Um diese Leistung zu wiederholen, müssen sich die Kasseler aber zügig an all die Tugenden erinnern, die sie in den letzten vier Spielen vermissen ließen. In der Aufstellung dürfte sich einiges verändern. Nicht nur, weil Gron nicht mehr dabei ist. Aus Wolfsburg kommen mit Alexander Karachun und Valentin Busch zwei Förderlizenzler. Und Kehler schließt mit den Worten: „Genug geredet. Es ist Zeit, endlich Eishockey zu spielen.“

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare