24:28-Niederlage

Viel Frust bei MT Melsungen nach verlorenem Pokal-Endspiel gegen Lemgo

Melsungens Kai Häfner (Mitte) sucht gegen Lemgos Gedeon Guardiola (links) und Jonathan Carlsbogard die Lücke.
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Melsungens Kai Häfner (Mitte) sucht gegen Lemgos Gedeon Guardiola (links) und Jonathan Carlsbogard die Lücke.

Historisch war es – aber nicht so, wie es sich Handball-Bundesligist MT Melsungen vorgestellt hatte. Nach dem erstmaligen Finaleinzug im DHB-Pokal gab es im Endspiel eine 24:28-Niederlage gegen den TBV Lemgo.

Hamburg – Keine Top-Leistung. Kein Pokalsieg. Keine Europacup-Qualifikation. Kein guter Tag für die MT Melsungen. Die vierte Teilnahme beim Final Four in Hamburg endete für den nordhessischen Handball-Bundesligisten mit einer Riesen-Enttäuschung. Konnten sich die Melsunger am Vortag noch über einen 27:24-Erfolg gegen die TSV Hannover-Burgdorf und den erstmaligen Finaleinzug freuen, so waren sie knapp 24 Stunden arg gefrustet.

Die 24:28 (12:15)-Niederlage gegen den Überraschungs-Endspielteilnehmer TBV Lemgo wird die Melsunger noch einige Tage beschäftigen. Allerdings müssen sie bereits morgen ab 16 Uhr in der Bundesliga (HBL) in Kassel gegen die HSG Wetzlar ran. Die Frustbewältigung begann noch in der Arena. „Ich spüre totale Leere“, sagte Kreisläufer Felix Danner. Während die Lemgoer die Pokal-Trophäe aus den Händen von HBL-Präsident Uwe Schwenker und DHB-Boss Andreas Michelmann entgegennahmen, suchten die Spieler auf der Tribüne Trost bei ihren Familien.

„Lemgo war über die 60 Minuten besser. Unser Angriff war nicht gut genug“, bilanzierte MT-Coach Gudmundur Gudmundsson. Die MT trat im Gegensatz zum Halbfinalerfolg in leicht veränderter Besetzung an: Auf den Außen erhielten diesmal Tobias Reichmann und Michael Allendorf den Vorzug. Weshalb das wichtig ist: Sie sorgten direkt für die ersten beiden Tore der Nordhessen – zum 1:0 und 2:2. Den besseren Start erwischten aber die Lipper: Andrej Kogut und Jonathan Carlsbogard überwanden Schlussmann Nebojsa Simic zum 5:3-Zwischenstand (10.).

Schon in der Anfangsphase wurde klar, was 24 Stunden nach den Vorschlussrundenduellen über Sieg und Niederlage entscheiden wird: Wille sowie Lauf- und Kampfbereitschaft. Was auch Coach Gudmundur Gudmundsson erkannte, der früh auch mal Kai Häfner eine Pause verschaffte und Stefan Salger kurzzeitig an seiner Stelle ins Spiel schickte. Julius Kühn, später als bester Schütze des gesamten Turniers ausgezeichnet, und Domagoj Pavlovic warfen den ersten Drei-Tore-Vorsprung heraus (19., 9:6). Von Müdigkeit bis dahin keine Spur.

Dennoch war die kleine Führung bis zur Pause futsch. Weil Lemgo nach der Hereinnahme von Finn Zecher einen guten Rückhalt zwischen den Pfosten hatte. Sein Kollege Peter Johannesson hatte sich ebenso wie die beiden MT-Torleute Simic und Silvio Heinevetter im ersten Durchgang nicht wirklich auszeichnen können. In den letzten fünf Minuten vor dem Wechsel gerieten die Melsunger nach Toren von Lukas Zerbe (2) und Frederik Simak mit 12:15 ins Hintertreffen. Wohlgemerkt: unnötig.

Das Schlimme: Nach dem Wechsel stellte sich erst mal keine Besserung ein. Im Gegenteil: Der MT drohte die Partie noch mehr zu entgleiten. Erst Häfner beendete die zwölfminütige Torlosigkeit (38., 13:16). Da Danner kurz darauf zum 14:16 verkürzte, schöpften die 140 mitgereisten Melsunger Fans unter den 2000 Zuschauern in der Hamburger Barclaycard-Arena wieder etwas Mut. Allerdings nur bis Lemgos Gedeon Guardiola vom eigenen Kreis ins verwaiste MT-Gehäuse traf (19:15, 44.). Die Lipper machten den frischeren Eindruck. Immerhin hatte nun Heinevetter einige Paraden.

Gudmundsson versuchte es nun mit dem siebten Feldspieler – jedoch mit bescheidenem Erfolg. Und Zecher bereitete den Melsungern auch einiges Kopfzerbrechen. Zwar gelang Kapitän Finn Lemke ein sehenswerter Treffer, das war aber nur das 18:23. Melsungen kämpfte in der Folgezeit weiter um seine Chance. Doch die Leistung, die es für einen Pokalerfolg gebraucht hätte, zeigten die Nordhessen nicht. Ernüchternd. „Wenn man die zweite Hälfte sieht, dann hatten wir es einfach auch nicht verdient zu gewinnen“, stellte Kühn fest. Eine Parade von Zecher gegen Reichmann, ein Tor von Carlsbogard – beim Stand von 26:21 war Melsungen aus dem Rennen (57.).

Die letzten Sekunden nutzte der TBV nicht mehr für einen Angriff, sondern zum Feiern. „Es war genau so, wie man sich das als Trainer vorstellt“, erklärte der siegreiche Trainer Florian Kehrmann, „ich bin megastolz.“ (Björn Mahr)

MT Melsungen - TBV Lemgo Lippe 24:28 (12:15)

1. Halbzeit2. Halbzeit
Melsungen1224
Lemgo 1528

Der Liveticker zum Nachlesen

+++ An dieser Stelle lesen Sie gleich noch den Bericht meines Kollegen Björn Mahr.

+++ Und damit verabschiede ich mich aus der Barclaycard-Arena in Hamburg. Wir entschuldigen uns noch einmal für die technischen Probleme zu Beginn des Finals, bedanken uns fürs Mitlesen und wünschen einen schönen Abend.

+++ Eine persönliche Auszeichnung bekommt Melsungens Kühn. Er ist mit elf Toren in Halbfinale und Endspiel bester Torjäger des Final Four. Den besten Torhüter stellt Lemgo mit Zecher, zum besten Spieler des Turniers wurde Carlsbogard gewählt.

+++ Und jetzt fliegt hier das Konfetti durch die Luft. Die Lemgoer stemmen den Pokal in die Luft.

+++ Und vor den Augen der Melsunger springen jetzt die Lemgoer auf das Podium. Beim TBV ist natürlich Party angesagt. Die Lemgoer sind die große Überraschung dieses Final Four. Im Halbfinale war ihnen die Sensation gegen Kiel gelungen.

+++ Als erste Mannschaft wird die MT Melsungen als Zweiter aufgerufen. Es gibt aufmunternden Applaus aber natürlich sind die Spieler enttäuscht.

+++ Hier wird nun alles für die Siegerehrung vorbereitet. Zum vierten Mal in der Geschichte des TBV sichern sich die Lemgoer den DHB-Pokal und spielen damit auch im Supercup und in der kommenden Saison in der European League. Die Melsunger stehen dagegen mit leeren Händen da.

+++ Wie bitter für die MT, der erste Titelgewinn in der Vereinsgeschichte war so nah. Aber jetzt jubeln die Lemgoer.

+++ Und da ertönt die Schlusssirene: Melsungen verliert das Finale gegen Lemgo 24:28.

59. Minute: Baijens trifft noch mal für Lemgo, Pavlovic und Kühn für die MT. Aber wie schon geschrieben, das Finale ist längst entschieden.

58. Minute: Zwei Minuten Strafe gegen Theuerkauf. Und Salger verkürzt noch einmal auf 22:27.

+++ Auszeit Lemgo. Aber die Partie ist entschieden. Nach 19 Jahren Pause wird Lemgo mal wieder den DHB-Pokal gewinnen. Und das zum vierten Mal in der Vereinsgeschichte.

58. Minute: Das passt ins Bild: Simic hält zwar gegen Elisson, aber der Ball rollt Reichmann durch die Beine. Danach trifft Zerbe zum 27:21.

57. Minute: Das war es wohl. Carlsobogard erzielt das 26:21. Und auf der anderen Seite hält Zecher gegen Reichmann.

56. Minute: Toller Hüftwurf von Pavlovic zum 21:25.

55. Minute: Das kleine Fünkchen Hoffnung löscht Carlsbogard mti seinem Treffer aus dem Rückraum zum 25:20.

54. Minute: Technischer Fehler von Lemgo. Im Gegenstoß erzielt Kunkel das 20:24. Geht da doch noch was?

53. Minute: Erst macht Cederholm das 24:18. Aber dann verkürzt Pavlovic wieder auf 19:24.

53. Minute: Fehlwurf Lemgo. Aber die MT verkürzt nicht: Kühn scheitert an Zecher.

52. Minute: Carlsbogard steigt hoch und trifft für Lemgo. Aber auf der Gegenseite erzielt Lemke das 18:23. Aber die Zeit läuft der MT davon.

50. Minute: Reichmann verkürzt per Siebenmeter auf 17:22.

50. Minute: Es geht jetzt Schlag auf Schlag, aber Lemgo bleibt mit sechs Toren vorn - nun steht es 16:22.

49. Minute: Kühn fordert ein Foul an ihm, aber die Schiedsrichter entscheiden anders. Im Tempogegenstoß erzielt Elisson das 21:15.

49. Minute: Die MT nimmt eine Auszeit und versucht es dann wieder mit sieben Feldspielern.

48. Minute: Und so geht es leider weiter. Theuerkauf wird am Kreis angespielt und trifft zum 15:20. Jetzt wird es langsam eng für die MT.

48. Minute: Es läuft gerade alles gegen die MT. Jetzt muss Arnarsson für zwei Minuten runter.

47. Minute: Carlsbogard passt den Ball ins Aus. Und die MT? Sie scheitert erneut an Zecher. Diesmal war es Maric vom Kreis.

46. Minute: Aber das bringt bei diesem Angriff nichts. Die Schiedsrichter entscheiden am Ende auf Offensivfoul für Kühn.

45. Minute: Heinevetter hält gegen Elisson. Die MT spielt jetzt mit sieben Feldspielern.

+++ Auszeit Lemgo.

45. Minute: Jetzt kommt bei der MT auch noch Pech dazu. Pavlovic trifft den Pfosten.

44. Minute: Zecher hält und dann ist das Tor der MT leer, weil sie mit sechs Feldspielern in Unterzahl angreifen. Gedeon Guardiola wirft über das ganze Feld zum 19:15 ins leere Tor.

43. Minute: Theuerkauf setzt sich gegen Lemke durch und trifft. Und der Kapitän muss auch noch zwei Minuten runter - 15:18.

42. Minute: Aber auf einmal ist Zecher wieder da. Er hält den Wurf von Kühn und stoppt erst mal die Melsunger Aufholjagd.

42. Minute: Block von Lemke. Die MT hat die Chance, jetzt auf einen Treffer ranzukommen.

41. Minute: Jetzt trifft I. Guardiola für den TBV, aber auch Häfner ist erfolgreich - 15:17.

39. Minute: Guardiola wirft am Tor vorbei. Und Danner macht das 14:16.

38. Minute: Es geht doch. Nach elf Spielminuten trifft die MT mal wieder. Häfner bricht durch und macht das 13:16. Auf gehts MT!

37. Minute: Simak verhindert mit einem Foul an Danner, dass dieser den Pass von Kühn aufnehmen kann. Dafür muss Simak zwei Minuten runter.

36. Minute: Heinevetter hält klasse gegen Theuerkauf. Der Ball geht zwar ins Seitenaus, aber da war Theuerkauf nach der Parade noch einmal am Ball. Heinevetter ist jetzt besser im Spiel. Jetzt muss die MT aber vorn auch mal treffen.

36. Minute: Die Melsunger erzielen einfach kein Tor mehr. Kühn findet zwar Danner am Kreis, aber er scheitert am überragenden Zecher. Das sieht derzeit nicht gut aus für die MT.

35. Minute: Siebenmeter für Lemgo: Elisson trifft. Jetzt ist der TBV mit vier Toren vorn.

34. Minute: Heinevetter hält den Wurf von Isaias Guardiola, aber dann schnappt sich Zerbe den Ball.

33. Minute: Danner blockt einen Wurf. Und auf der Gegenseite kommt dann ein Pass von Kühn auf Häfner nicht an.

31. Minute: Das Spiel läuft wieder. Und es geht nicht gut los für die MT. Zecher zeigt die nächste Parade.

+++ Die MT-Spieler kommen jetzt aus der Kabine zurück. Gleich geht es hier weiter.

+++ Noch ist hier aber nichts entschieden. Aber die MT muss natürlich schnell zurück in die Spur finden.

+++ Und so geht es mit einem Drei-Tore-Rückstand aus MT-Sicht in die Pause. Dabei sah es lange Zeit gut aus für die Melsunger. Bis zur 23. Minute führten die Nordhessen mit 11:8.

30. Minute: Die Melsunger verpassen durch einen technischen Fehler die Chance, noch einmal vor der Pause zu verkürzen.

30. Minute: Und jetzt führt Lemgo nach dem Tor von Rechtsaußen Zerbe sogar mit drei Toren - 15:12.

29. Minute: Und wieder hält Zecher. Starkes Spiel des TBV-Keepers. Lemgo hat jetzt die Chance, auf zwei Tore wegzuziehen.

28. Minute: Und jetzt liegt die MT sogar zurück. Cederholm erzielt das 13:12.

+++ Auszeit Lemgo.

27. Minute: Aber Lemgo gelingt wieder der Ausgleich, dann hält erneut Zecher.

26. Minute: Aber da ist Kühn zur Stelle und erzielt das 12:11.

25. Minute: Und da ist die Führung dahin. Erst hält Torhüter Zecher, dann trifft Cederholm gegen Heinevetter zum 11:11.

24. Minute: Die Lemgoer schlagen doppelt zu Isaias Guardiola verkürzt auf 10:11.

23. Minute: Pavlovic erhöht für die MT auf 11:8 .Das sieht richtig gut aus, was die Melsunger bisher bieten, hoffentlich können sie diese Leistung halten.

21. Minute: Die Melsunger haben bisher kräftig durchgewechselt, sich die Kräfte aufgeteilt. Reichmann erzielt von Linksaußen das 10:8.

+++ Hallo mit etwas Verspätung aus der Barclaycard-Arena in Hamburg zum Endspiel im Final Four. Wir hatten leider technische Probleme. Daher geht der Ticker erst jetzt los. Die MT Melsungen führt gegen Lemgo nach 21 Minuten mit 9:8

Den ausführlichen Spielbericht finden Sie nach der Partie an dieser Stelle.

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