Herber Dämpfer zum Auftakt

MT Melsungen kassiert beim Saisonstart 23:28-Niederlage gegen Magdeburg

Traf nur einen seiner sechs Wurfversuche: MT-Star Julius Kühn.

Kassel. Klassischer Fehlstart. Und welch eine Enttäuschung. Die MT Melsungen kassiert zum Auftakt in die Saison der Handball-Bundesliga einen herben Dämpfer. Die Mannschaft von Trainer Heiko Grimm verliert gegen den SC Magdeburg 23:28 (14:16).

Damit macht sich erst mal Ernüchterung breit. Bei tropischen Zuständen ist dieser Auftakt kein Kindergeburtstag. Heiß ist es, brutal, und auf dem Feld geht es hitzig zu. Den perfekten Einstand in die Saison erlebt Nebojsa Simic – der MT-Schlussmann hält einen Siebenmeter von Robert Weber (2. Minute). Und als Felix Danner kurze Zeit später die Nordhessen mit dem ersten Saisontor 1:0 (3.) in Führung bringt, kommen auch die 3816 Zuschauer auf Betriebstemperatur. Es brodelt in der Halle.

Auf der Platte sowieso. Tobias Reichmann erhöht für die Gastgeber nach einem Doppelschlag auf 3:1 (5.), doch die Gäste lassen sich nicht abschütteln. Weil sie unglaublich schnell umschalten, und weil das Schiedsrichter-Gespann Grobe/Kinzel im ersten Durchgang auf sechs Siebenmeter für Magdeburg entscheidet – und damit den Zorn der MT-Fans auf sich zieht. Matthias Musche lässt sich die Chancen nicht nehmen und verwandelt fünfmal sicher vom Punkt – unter anderem zum 10:10-Ausgleich (21.).

Bis dahin bleibt die MT hinter den Erwartungen zurück. Vor allem in der 6:0-Deckung läuft es nicht rund. Und vorn, da schleichen sich technische Fehler ein, da gibt es Missverständnisse. Die MT tut sich schwer, kommt in keinen Fluss, weil die Magdeburger Deckung knallhart verteidigt. Für Lichtblicke sorgt Neuzugang Simon Birkefeldt, der kurz nach seiner Hereinnahme zwei Treffer zum 8:7 und 9:8 erzielt (18.).

MT Melsungen startet gegen SC Magdeburg in neue Saison

Den besten Auftritt aber legt Simic hin, wer sonst? Als die MT beim Stand 12:13 (25.) in Unterzahl ist, geht der Keeper zugunsten eines weiteren Feldspielers auf die Bank. Doch die Kollegen verlieren den Ball, Magdeburg kontert, Simic sprintet zu seinem Kasten, rettet spektakulär und rutscht sogar in die Bande. Eine Empfehlung für die Parade des Jahres.

Die MT-Fans toben, aber eine Initialzündung löst diese irre Tat bei den Spielern nicht aus. Mit einem 14:16-Rückstand geht es in die Pause. Auch nach Wiederanpfiff klappt erst mal nichts. Da passt es ins Bild, dass Trainer Grimm eine Zwei-Minuten-Strafe kassiert. Magdeburg zieht davon, Musche stellt für die Gäste auf 20:15 (37.). War’s das etwa für die MT?

Noch nicht. Dank zweier Treffer von Michael Müller und einem verwandelten Siebenmeter von Reichmann kommen die Nordhessen auf 18:20 heran (43.). Da geht noch was. Die Mannschaft zeigt Emotionen, hängt sich rein, die Fans sitzen schon lange nicht mehr. Die Unparteiischen tragen mit einigen fragwürdigen Entscheidungen ihren Teil dazu bei, dass es extrem hektisch wird. Zig Unterbrechungen. Schön ist das alles nicht.

Und die MT, die lässt einfach zu viele Chancen ungenutzt, Magdeburg hingegen in Person von Weber schlägt eiskalt zu – nach einem Gegenstoß schließt der Österreicher zum 19:24 aus MT-Sicht ab (50.). Von diesem Rückstand erholen sich die Hausherren nicht mehr. Weil auch SCM-Schlussmann Jannick Green einen Sahnetag erwischt. Und der Fehlstart für die MT ist besiegelt.

Den Spielplan der MT Melsungen finden Sie in diesem Artikel.

Quelle: HNA

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