Die Handballer arbeiten die Niederlage gegen Magdeburg auf

Wenig Positives beim Auftaktspiel: MT Melsungen wacht zu spät auf

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Die Enttäuschung lässt sich an den Gesichtern ablesen: die Melsunger (von links) Michael Allendorf, Kapitän Finn Lemke und Simon Birkefeldt.

Kassel. Schlechter Start ins Spiel, ein starker Gegner, zu viele Abstimmungsprobleme - vom Auftaktspiel der MT Melsungen in der Handball-Bundesliga gegen den SC Magdeburg blieb nicht viel Positives in Erinnerung. 

Als die Handballer der MT Melsungen vor zwei Jahren mit einer 20:25-Niederlage gegen Aufsteiger Coburg in die Bundesliga-Saison starteten, hatte die Zuschauer in der Kasseler Rothenbach-Halle lähmendes Entsetzen ergriffen. Ganz so groß war der Frust bei den MT-Fans nun nicht, nachdem ihr Team zum Rundenauftakt am Donnerstagabend gegen den SC Magdeburg 23:28 verloren hatte. Aus mehreren Gründen:

1. Die wechselhafte Vorbereitung. Schon bevor es um Punkte ging, fanden die Melsunger in diversen Tests schwer ins Spiel. Dieser Trend setzte sich zum Auftakt fort. „Unsere Abwehr hat zunächst gar keinen Zugriff bekommen“, analysierte MT-Trainer Heiko Grimm treffend. Tatsächlich klafften einige Lücken in der 6:0-Deckung – mehr Einladung an den Gegner ging fast gar nicht. „Wir haben es leider nicht geschafft, von Anfang an die nötigen Emotionen reinzubringen“, sagte Routinier Michael Müller. Erst zu Beginn des zweiten Abschnitts stimmte bei ihm und seinen Kollegen zumindest die Körpersprache.

2. Der eingespielte Gegner.Die Magdeburger haben gezeigt, warum sie in der vergangenen Serie den vierten Tabellenplatz belegten: viel Tempo, eine starke Hintermannschaft und ein überragender Spielmacher Marko Bezjak. Der Slowene sorgte dafür, dass sich sein Team über weite Strecken geduldig die Chancen erarbeitete. Erst im zweiten Durchgang wurden die Gäste etwas hektischer. „Da haben wir nicht immer die richtigen Entscheidungen getroffen“, erklärte SCM-Coach Bennet Wiegert, „aber das kann man verkraften, wenn man bei der MT nur neun Gegentreffer in einer Hälfte kassiert.“ Schlussmann Jannick Green und seine Vorderleute harmonierten hervorragend.

3. Die löblichen Melsunger Ausnahmen.Es war nicht so, dass alle MT-Profis deutlich hinter den Erwartungen zurückblieben. Tobias Reichmann hatte ebenso gute Szenen wie Torwart Nebojsa Simic. Vor allem der dänische Neuzugang Simon Birkefeldt deutete sein großes Potenzial einige Male an. „Ich habe mein erstes Bundesligaspiel von der ersten Sekunde an genossen. Es war toll, dass so viele Zuschauer da waren“, sagte der 1,98 m große Birkefeldt, „es tut mir leid für unsere Fans, dass wir ihnen keinen Sieg schenken konnten.“ Zumindest schrieb er nach Ende der Begegnung auf dem Feld unentwegt Autogramme.

4. Die mangelnde Chancenverwertung.„Wir haben zu viel verworfen“, sagte Linksaußen Yves Kunkel ernüchtert. Insbesondere Julius Kühn erwischte einen schlechten Tag und traf nur einmal. Andererseits trugen die Nordhessen ihre Angriffe nicht geduldig genug vor. Oft sah das so aus: erster Pass, zweiter Pass, Wurf. „Wir haben unsere Abschlüsse zu selten gut vorbereitet“, stellte Birkefeldt fest. Daran müssen die Melsunger bis zum nächsten Spiel am Sonntag, 2. September, in Bietigheim arbeiten.

5. Die nicht ungewöhnlichen Abstimmungsprobleme. Auch nach sechswöchiger Eingewöhnungszeit kann noch nicht alles klappen. Diese bittere Erfahrung machte auch das MT-Team. „Heiko hat an einigen Stellschrauben gedreht, aber es hat sich gegen Magdeburg noch nicht ausgezahlt“, resümierte Tobias Reichmann, „aber in Bietigheim wird es schon besser aussehen.“

6. Die Schiedsrichter-Leistung. Nicht, dass man es falsch versteht: An den Unparteiischen Sebastian Grobe und Adrian Kinzel lag es nicht, dass Melsungen verlor. Allerdings lösten einige Entscheidungen durchaus Unverständnis aus: Wo die Gäste einen Siebenmeter zugesprochen bekamen, war es bei der MT zumeist nur ein Freiwurf. Grimm suchte direkt nach dem Spiel erst einmal das Sechs-Augen-Gespräch mit den Referees – und kam deshalb mit leichter Verspätung zur Pressekonferenz.

7. Die hohen Temperaturen. Ein Vergnügen war es weder für die Spieler, noch für die beiden langjährigen MT-Wischerinnen Nina und Steffi, die von einem Einsatz zum nächsten gerufen wurden. Angesichts der Hitze lief aber auch den Besuchern in der Messehalle der Schweiß übers Gesicht. Hinzu kam, dass die Menschen am Bratwurststand lange auf die erhoffte Stärkung und an den Getränkeständen ebenso lange auf die ersehnte Erfrischung warten mussten.

Quelle: HNA

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