Ex-Melsunger gastiert mit Gummersbach heute in Kassel

Der nächste Test der MT: Timm Schneider kommt als Kapitän zurück

Ein Bild aus der Saison 2019/20: Timm Schneider (vorn) agiert am eigenen Kreis. Im Hintergrund: Melsungens Kapitän Finn Lemke.
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Ein Bild aus der vergangenen Saison: Timm Schneider (vorn) agiert am eigenen Kreis. Im Hintergrund: Kapitän Finn Lemke.

Im nächsten Testspiel trifft Handball-Bundesligist MT Melsungen auf Zweitligist VfL Gummersbach. Auch Timm Schneider, ehemaliger MT-Spieler, ist mit von der Partie.

Kassel - Test gegen einen Zweitligisten – die Ankündigung zum nächsten Freundschaftsspiel der Melsunger Handballer verheißt erst einmal wenig Spektakel. Doch die anstehende Aufgabe heute ab 16 Uhr (live auf dem Youtube-Kanal der MT) vor Geisterkulisse in der Kasseler Rothenbach-Halle hat es in sich: Altmeister VfL Gummersbach kommt – und mit ihm ein ehemaliger MT-Profi sowie ein Handball-Star in neuer Funktion.

Die Oberbergischen werden seit dieser Saison vom Isländer Gudjon Valur Sigurdsson trainiert. Und als Spielmacher fungiert Timm Schneider, der bis zum Juni noch für die Nordhessen tätig war.

Bei seinem neuen Arbeitgeber kann Schneider wieder auf seiner angestammten Position agieren – als Regisseur. In Melsungen war er vor seinem Abschied am Kreis eingesetzt worden. „Es ist schön, wieder auf der Mitte zu spielen. Nach der langen Pause war zunächst alles etwas neu, jetzt freue ich mich tierisch über meine alte Rolle“, sagt der 32-Jährige. Zudem bestimmte ihn Sigurdsson zum VfL-Kapitän – eine Premiere in der Karriere Schneiders, der von „einem großen Vertrauensbeweis“ spricht.

Überhaupt klingt viel Bewunderung durch, wenn er auf seinen Coach angesprochen wird: „Ich fand ihn schon als Gegenspieler sehr sympathisch, obwohl er einige Siebenmeter gegen mich bekommen hat.“

Mittelmann der MT: Domagoj Pavlovic.

Zwar geht es für Schneider und sein Team in Kassel in erster Linie darum, sich weiter einzuspielen, die Partie ist für ihn aber schon etwas Besonderes. Wegen des coronabedingten Saisonabbruchs konnte er keinen richtigen Abschied bei der MT bekommen – und von einigen Teamkameraden konnte er sich wiederum nie verabschieden. Einmal abgesehen von Michael Allendorf, Tobias Reichmann, Stefan Salger und Physiotherapeut René Kagel, die ihm beim Umzug halfen. Die Familien Allendorf und Schneider tauschten sich jüngst per Videoanruf aus.

„Es gab bei der MT keinen Menschen, den ich nicht leiden konnte“, erklärt der Neu-Gummersbacher rückblickend. Heute trifft er auch auf Domagoj Pavlovic, seinen Zimmerkollegen in der Saison 2018/19. Der Kroate hatte jüngst beim Test der MT gegen Minden mit viel Übersicht den Angriff dirigiert. Lasse Mikkelsen durfte später ran. „Wir wollen Stabilität reinbekommen. Da kann es sein, dass ein Spieler mal etwas mehr Einsatzzeit erhält als ein anderer Akteur“, erläutert Trainer Gudmundur Gudmundsson. Schon gegen Gummersbach kann Mikkelsen wieder erste Wahl sein.

Am vergangenen Samstag hatte Pavlovic maßgeblich dazu beigetragen, dass der Negativtrend der Melsunger gestoppt wurde. „Bei uns war Alarm. Die rote Lampe ging zur rechten Zeit an, jetzt hat jeder begriffen, dass es nur den einen Weg geben kann“, erklärt Pavlovic. Disziplin, Kampfgeist – darum geht’s. „Wir müssen einfach mehr reden“, ergänzt der Spielmacher. Er selbst redet auch viel mit dem neuen Kreisläufer Arnar Freyr Arnarsson. Dass die regelmäßige Kommunikation etwas bringt, haben die guten Aktionen der beiden Angreifer gegen Minden bewiesen. Daran wollen sie heute anknüpfen. Was nicht leicht wird, auch wenn sie es mit einem Zweitligisten zu tun bekommen. (Björn Mahr)

MT-Coach Gudmundsson lobt Landsmann Gudjon Valur Sigurdsson

Beim Namen Gudjon Valur Sigurdsson fällt Gudmundur Gudmundsson auch nur Positives ein. „Er hat eine fantastische Karriere als Spieler hinter sich“, sagt der MT-Coach über seinen isländischen Landsmann. „Er war ein Vorbild für die gesamte Nationalmannschaft, bei der letzten EM war er mein bester Mann – mit 40 Jahren.“ Heute gastiert Sigurdsson mit dem VfL Gummersbach in Kassel.

Die MT muss weiter auf Linksaußen Michael Allendorf (verletzt) verzichten. Dafür darf erneut der junge Ben Beekmann aushelfen.

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