Duell  in der Tui-Arena

Handball-Topspiel in Hannover: MT Melsungen hofft auf Geburtstagskind Kühn

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Treffen morgen im Bundesliga-Topspiel aufeinander: Melsungens Torjäger Julius Kühn (links) und Hannovers Spielmacher Morten Olsen. 

Kassel/Hannover. Für eine große Feier mit Familie und Freunden hat Julius Kühn am Ostersonntag keine Zeit. Denn der Handball-Profi verbringt einen Teil seines 25. Geburtstags in der Tui-Arena in Hannover.

Dort tritt Kühn morgen ab 15 Uhr (Sky) mit der MT Melsungen zum Bundesliga-Schlager bei der TSV Hannover-Burgdorf an – zum Duell des Tabellensiebten beim Fünften. Und am Ostermontag muss der Rückraumschütze bereits zum nächsten Lehrgang der deutschen Nationalmannschaft, die am kommenden Mittwoch und am Samstag in Leipzig und Dortmund gegen die Auswahl Serbiens testet.

„Es ist ein wichtiges Spiel für uns. Ich bin ohnehin extrem motiviert“, sagt Kühn – der Umstand, dass er Geburtstag hat, spielt für ihn keine besondere Rolle: „Schon häufiger fielen in meinem Leben Spiele auf diesen Tag.“ Zum Frühstück im Hotel in Hannover wird er das obligatorische Ständchen der Mannschaftskameraden bekommen. Ob sich der Hüne am Nachmittag auch über zwei Punkte freuen darf, muss sich zeigen. „Die Jungs wollen ihm natürlich ein Geschenk machen“, erklärt Trainer Michael Roth. Im Gegenzug erhoffen sich seinen MT-Kollegen, dass Kühn wieder aus allen Lagen trifft.

„Ich erwarte von Julius, dass er viele Tore wirft und uns einen Kuchen backt“, sagt Abwehrchef Finn Lemke schmunzelnd, „am liebsten mag ich Apfelkuchen.“ Etwas Süßes zu Ostern? „Wenn wir gewinnen, soll es daran nicht scheitern“, betont Kühn.

Beim 31:29-Heimsieg im Hinspiel glänzte der 1,98-m-Hüne mit neun Feldtoren. Nur ein Akteur war seinerzeit genauso oft erfolgreich: Hannovers Außen Casper Mortensen kam inklusive seiner Strafwürfe auf neun Erfolge. Diese beiden Handballer werden auch am Ostersonntag im Fokus stehen, weil sie sich in der Torschützenliste den ersten Rang teilen: Beide stehen aktuell bei 172 Treffern. Das Torjäger-Duell geht Kühn genauso entspannt wie seinen 25. Geburtstag. „Für uns geht es nur darum, gut als Team zu funktionieren und eine ähnlich stabile Deckung zu stellen wie zuletzt gegen Lübbecke.“ Allerdings warnt er sehr wohl von den Qualitäten des Dänen Mortensen, der auch ein exzellenter Siebenmeterschütze ist. „Er hat nicht umsonst so oft getroffen. Wir müssen zusehen, dass wir ihn nicht in gute Wurfpositionen kommen lassen“, erklärt der Melsunger Angreifer.

Bei einem Sieg würde die MT den Abstand zu den Niedersachsen auf vier Zähler verkürzen und damit die kleine Chance erhöhen, noch einmal von einem Europapokalplatz zu träumen. „Wir befinden uns zurzeit nicht im Grünen Bereich“, sagt Kühn und erhofft sich in den nächsten Wochen noch einige Ausrufezeichen von seinem Team. Dazu zählt ein Erfolg in Hannover. Auf einen Aprilscherz kann er gut verzichten. „Das sind ohnehin Auslaufmodelle“, meint Kühn – und er muss es wissen: Am 1. April hat er Geburtstag.

Hintergrund

Spielt er – oder spielt er nicht? Nach wie vor ist nicht klar, ob Finn Lemke (Oberschenkelverletzung) am Ostersonntag ab 15 Uhr für die MT Melsungen im Bundesliga-Auswärtsspiel gegen die TSV Hannover-Burgdorf auflaufen kann. Allerdings geht Trainer Michael Roth davon aus, dass Rechtsaußen Arjan Haenen (Grippe) im Aufgebot stehen wird. Vorsorglich berief er Youngster Dimitri Ignatow für das wichtige Gastspiel in Niedersachsen in den Kader. „Hannover ist zu Hause eine Macht“, weiß Melsungens Rechtsaußen Tobias Reichmann um die Schwere der Aufgabe, „wir müssen gegenüber dem letzten Spiel noch ein paar Schippen drauflegen.“ Ins gleiche Horn stößt Melsungens Coach Roth: „Burgdorf ist auf jeder Position top besetzt und verfügt übver viel individuelle Klasse.“

Quelle: HNA

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