KSV gegen Mainz 05: 1:1

Positiv denken nach dem Gegentor-Schock

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Positiv denken nach dem Gegentor-Schock

Kassel. Es hätte auch so kommen können: Die Fans pfeifen aus purer Enttäuschung über das Ergebnis oder gehen geräuschlos nach Hause, weil ihnen das späte Gegentor so zugesetzt hat. Und:

Die Spieler sacken nach Schlusspfiff zusammen, und in den Gesprächen später reden sie von Bitterkeit und Leere. Ist ja alles schon vorgekommen – im Fußball generell, in Kassel sowieso.

Am Samstag war aber alles ein bisschen anders: Ja, der KSV hatte ein spätes Gegentor hinnehmen müssen – das 1:1 gegen die Reserve des Bundesligisten Mainz. 90. Minute: Lucas Röser schießt in die kurze Ecke. Patsch, weg war die schöne Vorstellung vom vierten 1:0 und vom fünften Sieg in Folge.

Weg war die Möglichkeit, die Tabellenführung in der Regionalliga Südwest auszubauen und sich im Kampf um einen der beiden Plätze, die zur Teilnahme an den Aufstiegsplayoffs berechtigen, ein weiteres Plus zu verschaffen.

Statt aber das Fiese am Fußball zu beklagen, zeigten alle, die es mit dem KSV zu tun haben, dass sie positiv denken: Die Fans skandierten unmittelbar nach Schlusspfiff: „Spitzenreiter, Spitzenreiter.“ Stürmer Christian Henel strich heraus, „dass wir weiter lange ungeschlagen sind“, und Trainer Uwe Wolf stellte fest: „In der Hinrunde haben wir gegen unsere letzten beiden Gegner zwei Punkte geholt, in der Rückrunde sind es vier.“

So ist die erste Erkenntnis dieses Spiels gegen die Zweite des FSV Mainz nicht die, dass der KSV etwas verloren hat. Nein, die erste Erkenntnis lautet: Er scheint mittlerweile auch Rückschläge gut wegstecken zu können.

Alles andere wäre auch das falsche Signal: Schließlich stehen die Löwen nach wie vor blendend da. Weil auch die drei ärgsten Verfolger nur unentschieden gespielt haben, hat sich die Lage nicht verschlechtert.

Im Gegenteil: Das Saisonende ist näher gerückt – und ein weiterer unangenehmer Gegner Vergangenheit. Mainz präsentierte sich vor 3100 Zuschauern im Auestadion weit besser, als es der Tabellenplatz im unteren Mittelfeld vermuten ließ. In der ersten Halbzeit stellten die Gäste gar das auffälligere Team.

Um ein Haar und Nej Daghfous hätte in seiner Heimatstadt die Mainzer in Führung gebracht. Nach seinem Kopfball reagierte KSV-Torwart Carsten Nulle aber prächtig.

Dass der KSV mittlerweile einer Spitzenelf würdig ist, zeigte er nach der Pause. Nach einer holprigen ersten Halbzeit gelang es ihm, sich in die Partie zu beißen – irgendwie. Das 1:0 durch Christian Henel in der 55. Minute war Ausdruck purer Willensstärke. Mit der ganzen Energie seines Körpers versuchte er nach einem Pass Sebastian Schmeers eher am Ball zu sein als sein Gegenspieler – mit Erfolg, 1:0.

Die Löwen hätten jetzt nachlegen können, doch sie versäumten es, aus den sich ergebenden Kontermöglichkeiten die Entscheidung herbeizuführen. Ärgerlich. Was dagegen hilft? Positiv denken! (hag)

KSV bleibt nach 1:1 gegen Mainz II Tabellenführer

Quelle: HNA

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