Umstrittene Schiedsrichter-Entscheidungen

KSV Hessen übt Selbstkritik - Niederlage gegen Zweibrücken

Kassel. Es ist viel diskutiert worden am Samstag im Kasseler Auestadion über Justus Zorn. Der Schiedsrichter hatte einige Entscheidungen getroffen, die höchst umstritten waren bei der 1:2-Niederlage des Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel gegen Zweibrücken.

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Eines passierte aber nicht: dass die Leistung des Unparteiischen als Alibi genutzt wurde. „Der Schiedsrichter ist nicht schuld, dass wir dieses Spiel verloren haben“, stellte Innenverteidiger Henrik Giese unmissverständlich fest.

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Es spricht für die Löwen, dass sie nach der Pleite gegen den Tabellenletzten die Fähigkeit zur Selbstkritik besaßen. Auch Trainer Matthias Mink hatte in den vergangenen Wochen ja stets darauf verwiesen, nicht in zu euphorische Stimmung zu verfallen. „Wir stehen in einem Entwicklungsprozess“, betonte er.

Trotzdem war die Hoffnung natürlich groß nach den letzten Siegen gegen Elversberg und in Baunatal, dass dieser neu formierte KSV sich festsetzen könne in der oberen Region der Tabelle. Gegen Zweibrücken zeigte sich dann aber, was im Prinzip auch bei den Siegen zu erkennen war. Die Löwen sind längst nicht gefestigt genug. „Wir sind überhaupt nicht gut ins Spiel gekommen. Das haben wir uns so absolut nicht vorgestellt“, sagt Giese. Umgekehrt hätten die Gäste ihre Aufgabe ebenso einfach wie gut erledigt: „Die haben sich angesichts ihrer Situation auf die Grundtugenden besonnen. Ihre Konter haben sie jedenfalls gut gemacht.“

Auch Mink hielt sich nicht lange auf mit der Beurteilung des Schiedsrichters und dessen unglücklichen Entscheidungen - wie der Gelb-Roten Karte gegen Shqipon Bektashi. Im Gegenteil: „Der Platzverweis war nicht dramatisch für unser Spiel“, sagte der KSV-Trainer.

In der Tat passierte recht Kurioses: Bis zu Bektashis Hinausstellung machte der KSV ziemlich viel falsch: Er ließ zu viele Kontersituationen zu und machte insgesamt zu viele Fehler, wie auch Mink bemängelte. Mit einem Mann weniger auf dem Platz lief es auf einmal besser. Chance um Chance erarbeiteten sich die Löwen gegen von Minute zu Minute stärker nachlassende Gäste. Allerdings zeigte der KSV dann Schwächen im Abschluss. So kam es zu dieser überraschenden Niederlage, die auch Henrik Giese erst einmal verstehen musste, denn: „Trotz allem habe ich lange überhaupt nicht geglaubt, dass das heute schiefgeht.“

Jetzt gilt es, die Mängel abzustellen und die Ereignisse von Samstag zu verdauen. Auf einem guten Weg ist da vor allem Tim Philipp Brandner, der gegen Zweibrücken verletzt ausgewechselt werden musste und sogar zur Untersuchung ins Krankenhaus kam. Er erlitt nach einem Check seines Gegenspielers Luca Jungbluth eine Gehirnerschütterung. Gestern konnte der Abwehrspieler aber wieder mittrainieren - und sich noch ein bisschen aufregen. „Das hätte Gelb geben müssen“, sagte er. Schiedsrichter Zorn gab noch nicht einmal Freistoß. Aber dies nur am Rande.

Von Florian Hagemann und Frank Ziemke

Bilder von der Partie gegen Zweibrücken

KSV Hessen Kassel gegen SVN Zweibrücken

Quelle: HNA

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