KSV Hessen löst Vertrag mit Stürmer Hajdarovic auf

Nazif Hajdarovic

Kassel. Paukenschlag beim Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel noch vor dem Testspiel gegen den Zweitligisten Eintracht Braunschweig (2:2) am Freitagabend: Der Verein hatte Stürmer Nazif Hajdarovic zunächst suspendiert sowie vom Trainings- und Spielbetrieb freigestellt. Am Nachmittag schließlich wurde der Vertrag mit dem Angreifer aufgelöst.

Artikel aktualisiert um 21.25 Uhr.

Das Freundschaftsspiel gegen den Gruppenligisten TSV Wabern am Wochenende zuvor war somit die letzte Partie des Bosniers im Trikot der Löwen.

Dem 27-Jährigen, der erst vor der Saison von der Reserve des FC Bayern München zum KSV wechselte, wird undiszipliniertes Verhalten vorgeworfen, wie es in der Pressemitteilung des Vereins heißt. Details wollte der Klub nicht nennen. Auch Trainer Uwe Wolf sagte am Freitagabend nur: „Der Spieler hat die Entscheidung akzeptiert. Ich bin mit ihm im Klaren und wünsche ihm alles Gute.“

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Nach Informationen unserer Zeitung ging die Initiative für die Suspendierung von Wolf aus, nachdem Hajdarovic sich unter anderem abfällig gegenüber seinem Arbeitgeber geäußert haben soll. Wolf soll sein Vorhaben dann dem Vorstand vorgetragen haben, der letztlich einstimmig die Entscheidung gegen Hajdarovic getroffen haben soll.

Hajdarovic absolvierte 18 Spiele für den KSV in der Regionalliga Süd, er schoss dabei sieben Tore. Allerdings agierte er gerade in den letzten Spielen vor der Winterpause mindestens glück-, wenn nicht gar lustlos. Nach dem 1:1 zu Hause gegen den Tabellenletzten Bayern Alzenau hatte unsere Zeitung geschrieben, Hajdarovic hätte auch als bester Alzenauer durchgehen können. Aus dem Kreis der Mannschaft hieß es aber, Hajdarovic sei im Training durchaus motiviert gewesen.

Aber schon der Start bei den Löwen verlief alles andere als gut für den Bosnier: Im zweiten Saisonspiel – damals in Alzenau – sah er die Rote Karte wegen einer Tätlichkeit. Er wurde für drei Spiele gesperrt. Hajdarovic war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Unter seiner zuletzt aktuellen Handynummer war nur zu hören: „Kein Anschluss unter dieser Nummer.“ An dem Repräsentationstermin des Vereins am Donnerstag in der Gesamtschule Kaufungen hatte er schon nicht teilgenommen, obwohl er im Vorfeld dafür eingeteilt war.

Allerdings soll er bereits von dieser Verpflichtung entbunden worden sein. Seinen Lebensmittelpunkt hat Hajdarovic in München, wo auch seine Frau arbeitet. Ob der KSV nach der Trennung von Hajdarovic und der Verletzung von Tobias Damm noch einen Stürmer für den Rest der Rückrunde verpflichtet, ist noch unklar. Sport-Vorstand Claus Schäfer sagte nur: „Abwarten.“ Die Transferperiode endet am 31. Januar. Bis dahin kann sich auch Hajdarovic noch einem neuen Verein anschließen. Dass sein Vertrag mit dem KSV aufgelöst wurde, deutet auf Interessenten hin. Nicht ausgeschlossen, dass er seinen Rausschmiss sogar provoziert hat. Auf der Gehaltsliste beim KSV steht er nun zumindest nicht mehr. (hag)

Von Florian Hagemann

Quelle: HNA

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