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Hier Vertrauen, da Reißleine: So unterschiedlich lief die Woche vor dem Derby für KSV und OFC

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Von: Maximilian Bülau

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Tobias Damm.
Er darf bleiben: Tobias Damm bekam von den Verantwortlichen des KSV Hessen das Vertrauen ausgesprochen. © Andreas Fischer

Derbys zwischen dem KSV Hessen Kassel und Kickers Offenbach haben ja schon ganz natürlich eine gewisse Brisanz. Das Duell in der Fußball-Regionalliga Südwest morgen ab 14 Uhr im Auestadion bekommt aber noch einmal eine besondere Note.

Kassel – Weil beide Teams in einer sportlichen Krise stecken. Weil hier wie da Unruhe herrscht. Und weil die Gremien in Nord- und Südhessen ganz anders mit diesen Bedingungen umgehen. Dinge, die morgen wichtig werden.

Die Trainer

Während beim kriselnden KSV Anfang der Woche Trainer Tobias Damm trotz nur zweier Punkte aus acht Spielen das Vertrauen ausgesprochen wurde, entließ der OFC am Mittwoch Coach Alexander Schmidt. Offenbach, das wie gewohnt mit den Ambitionen in die Saison gestartet war, endlich den Aufstieg in die Dritte Liga zu schaffen, findet sich nach acht Partien im Mittelfeld wieder. Auslöser für die Entlassung von Schmidt war die 1:2-Niederlage am vergangenen Samstag gegen Homburg, der erste Punktverlust im eigenen Stadion nach drei Siegen zum Auftakt. Auswärts haben die Südhessen dagegen aus vier Spielen erst zwei Zähler geholt. Für Schmidt übernahm vorerst Alfred Kaminski als interne Übergangslösung, der bislang das Nachwuchsleistungszentrum in Offenbach leitete.

Damm bekam dagegen ab Montag einige Nachrichten und Anrufe. „Ich war überrascht. Es waren schon sehr, sehr viele WhatsApp-Mitteilungen, einige haben angerufen. Alle haben mir gratuliert und sich gefreut, dass ich weiter dabei bin“, sagt er. Ob der Trainerwechsel beim Rivalen ein Vor- oder Nachteil für den KSV ist, kann Damm nicht wirklich einschätzen: „Für unsere Vorbereitung ist es natürlich schlecht, weil sich nun einiges ändern kann. Aber es ist ohnehin wichtiger, dass wir uns auf unsere Leistung konzentrieren.“

Das Personal

Sowohl der KSV als auch Offenbach sind nach einem enttäuschenden Saisonstart unter unterschiedlichen Voraussetzungen wieder auf dem Boden der Tatsachen angelangt. Zumindest bei den Löwen sieht es personell aber besser aus als in der Vorwoche. Denn Hendrik Starostzik und Kevin Nennhuber sind wieder dabei, können die Abwehr stabilisieren. Wahrscheinlich ist, dass Nennhuber nach abgesessener Sperre beginnen wird. Starostzik hat zwar voll trainiert, aber laut Damm immer noch leichte Probleme mit der Muskulatur. Neben den Langzeitverletzten fallen sonst nur Silas Hagemann und Lennart Rose aus, die bislang aber kaum oder gar nicht zum Einsatz gekommen sind.

Beim OFC fehlen mit Maik Vetter (Bänderriss) sowie Dejan Bozic (Schambeinentzündung) zwei gestandene Spieler. Bozic war in der vergangenen Saison mit zwölf Treffern noch bester Torschütze der Offenbacher.

Die Fans

Gut möglich, dass morgen auch die Auswärtskurve des Auestadions mal wieder besser gefüllt sein wird. Und ebenfalls gut möglich, dass es mal wieder richtig laut wird. Auf jeden Fall sollten es deutlich mehr als die gewohnten 1500 Zuschauer werden. „Ich stelle mir alles vor, was zum Derby dazugehört: laute Fans und Gesänge. So ein Spiel ist für jeden etwas Besonderes, und ich erwarte schon, dass einige kommen werden“, sagt Damm. (Maximilian Bülau)

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