Sieg in der WM-Qualifikation über Schweden

Historischer Triumph der holländischen Handballer

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Einer der holländischen Helden: Jeffrey Boomhouwer (hier im Trikot des Handball-Bundesligisten Melsungen). 

Kassel. Die niederländische Handball-Nationalmannschaft der Männer hat mit einem Sieg in der WM-Qualifikation für Furore gesorgt. Was war denn da los?

Die niederländischen Handballer finden normalerweise nicht so viel Beachtung in den heimischen Medien. Seit dem vergangenen Wochenende ist dies anders. Denn das Team des isländischen Trainers Erlingur Richardsson bezwang im Hinspiel der WM-Qualifikation sensationell die klar favorisierten Schweden 25:24 und darf vor dem zweiten Vergleich am Mittwoch in Kristianstad von seiner ersten Teilnahme bei einem großen Turnier träumen. Die Weltmeisterschaft findet im kommenden Januar in Deutschland und Dänemark statt.

Die niederländische Zeitung De Telegraaf bezeichnete den Erfolg vor 1250 Zuschauern in s’-Hertogenbosch als „Überraschung“, der De Volkskrant nannte es ein „Kunststück der niederländischen Handballer“. Dazu muss man wissen, dass ein Sieg der Holländer über den mehrmaligen Welt- und Europameister in etwa vergleichbar ist mit einem Erfolg mazedonischer Fußballer über die DFB-Elf von Joachim Löw.

„Das war ein historischer Triumph“, betont der zweifache Torschütze Jeffrey Boomhouwer überglücklich. Der scheidende Linksaußen der MT Melsungen ist nur einer von zwei Bundesliga-Profis im Kader Richardssons. In der höchsten deutschen Klasse verdient ansonsten noch Stuttgarts Torjäger Bobby Schagen sein Geld.

Dagegen bot der Gast aus Skandinavien allein mehr als ein halbes Dutzend Stars aus der Bundesliga auf – von A wie Appelgren bis Z wie Zachrisson. „Die Schweden haben uns total unterschätzt und keinen Zugriff auf das Spiel bekommen“, erklärt Boomhouwer. Teilweise führten er und seine Kollegen sogar mit drei Toren Unterschied (12:9, 28. Minute).

Vor dem Anwurf hatte sich Boomhouwer mit seinem Ex-Melsunger Klubkameraden Mikael Appelgren ausgetauscht. Der Torwart von den Rhein-Neckar Löwen sagte dabei nicht ganz ernst gemeint: „Ich bin immer noch sauer auf dich, weil du und die MT uns den Gewinn der Deutschen Meisterschaft kaputt gemacht hast.“ Boomhouwer antwortete trocken: „Und das nächste wird die WM-Qualifikation sein.“ Ob der 29-Jährige da wirklich schon wusste, dass es ein denkwürdiger Tag werden würde.

Quelle: HNA

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