KSV: Vorstand und Aufsichtsrat des KSV einstimmig für Hock

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Dritte Liga-Niederlage in Folge: Trainer Christian Hock ist mit seiner Mannschaft im Niemandsland der Tabelle angelangt. In Memmingen bot der KSV wieder eine ganz schwache Leistung.

Kassel. Christian Hock bleibt Trainer des Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel. Das bestätigte der Verein am Nachmittag in einer Pressemitteilung. Beendet hat der Verein unterdessen die Zusammenarbeit mit Sponsor Gerhard Klapp.

Artikel aktualisiert um 17.30 Uhr.

"Der Vorstand und Aufsichtsrat des KSV Hessen Kassel haben sich einstimmig hinter Christian Hock gestellt", heißt es in der Mitteilung des KSV zu Trainer Hock. "Zuvor befragten die Gremien stellvertretend für die Mannschaft den Mannschaftsrat mit den Spielern, der ebenfalls hinter seinem Trainer steht." Dem Mannschaftsrat gehören Enrico Gaede, Jens Grembowietz, Sven Hoffmeister, Andreas Mayer und Dennis Wehrendt an.

Hock hatte am Montagmorgen das Training der Regionalligamannschaft geleitet. Er wird nun auch während des nächsten Heimspiels am kommenden Freitag gegen Pfullendorf (Anpfiff: 19.30 Uhr) an der Seitenlinie stehen.

Darüber hinaus äußerte sich der KSV zum Thema Gerhard Klapp. Der Sponsor hatte am Wochenende in einem Anzeigenblatt erklärt, er habe im vergangenen Jahr 250.000 Euro in den Verein gepumpt. "Der Verein stellt richtig, dass diese Summe bei Weitem nicht der Realität entspricht", teilte der KSV mit. Und weiter: "Zudem hat die Firma Klapp dem KSV Hessen Kassel ein Angebot für die laufende Saison zu stark reduzierten Konditionen unterbreitet, nachdem zuvor eine Erhöhung des Gesamtetats für den Nachwuchs-, Amateur- und Frauenfußballbereich durch Gerhard Klapp veranlasst wurde."

Wegen dieser Aussagen hat der KSV die Zusammenarbeit mit Gerhard Klapp und dessen Kosmetikfirma nun am heutigen Montag beendet. Das teilte der Verein dem Unternehmen mit. „Es muss sich aber an dieser Stelle niemand Sorgen um den Jugend-, Amateur und Frauenbereich machen, der Spielbetrieb bleibt davon unberührt“, erklärt Giuseppe Lepore im Namen von Vorstand und Aufsichtsrat.

Das Logo der Firma Klapp Cosmetics GmbH wurde bereits am Mittag von der Internetseite des Vereins entfernt. Klapp selbst sagte am Nachmittag, dass er, da man ihn ja von der Homepage entfernt habe, anscheinend kein Sponsor mehr sei.

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Nach dem 1:3 am vergangenen Freitag gegen den FC Memmingen war die Zukunft von Coach Hock bei den Löwen mehr denn je ungewiss. Es war die vierte 1:3-Niederlage in Folge – das Testspiel gegen Lohfelden eingerechnet. In der Tabelle steht der KSV nur noch auf Platz zehn. 16 Gegentore haben die Löwen in neun Spielen kassiert - und das, obwohl Hock vor Saisonbeginn die Stärkung der Defensive als wichtigste Aufgabe erkoren hatte. Neben dem Ergebnis machte aber auch die Leistung in Memmingen keine Hoffnung auf Besserung – die Mannschaft ergab sich bis auf wenige Minuten nach dem Anschlusstor in ihr Schicksal.

Der Ist-Zustand schreckte auf. Laut Dirk Lassen, dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats, gab es am Montag ein Treffen der KSV-Gremien, bei dem auch der Mannschaftsrat teilnehmen sollte. Ihm gehören neben Kapitän Enrico Gaede Andreas Mayer, Jens Grembowietz, Sven Hoffmeister und Dennis Wehrendt an.

Auch eine Frage des Geldes

Diese Zusammenkunft war „ergebnisoffen“, hatte Lassen vor dem Treffen gesagt. Bis dahin hatte Hock zumindest offiziell Rückendeckung bekommen. Selbst nach dem Spiel in Memmingen ließ Geschäftsführer Giuseppe Lepore ausrichten, er stehe hinter Hock. Es gibt aber auch Anzeichen dafür, dass vor allem im Aufsichtsrat einige Stimmen laut werden, die dafür plädieren, die Notbremse zu ziehen.

Im Vorfeld der Partie in Memmingen war bereits von einem Endspiel für den Trainer die Rede – im Vereins-Umfeld, das an einer Ablösung Hocks arbeitet. Dabei spielt zwangsläufig auch das Thema Geld eine Rolle. Eine Entlassung Hocks und die Einstellung eines neuen Trainers würde den ohnehin nicht auf Rosen gebetteten Verein weiter finanziell belasten. Deshalb muss auch ausgelotet werden, inwieweit Hauptsponsor VW bereit ist, einen Neuanfang mitzutragen. Signale dafür gibt es angeblich bereits.

Fakt bleibt aber: Die große Mehrheit der Fans fordert zunächst einmal die Entlassung Hocks.

Von Frank Ziemke und Florian Hagemann

Fotos vom Training am Montagmorgen

KSV: Training mit Hock am Montagmorgen

KSV: Training mit Hock am Montagmorgen

Weitere Infos zum Thema in Kürze an dieser Stelle.

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