Urgestein des KSV wird heute 65

Holger Brück wird 65: Ein Blick auf die schönsten Erinnerungen

Zweikampf mit dem Kaiser: Franz Beckenbauer (links) und Holger Brück. Archivbild: nh

Kassel. Die Hamburger sagen „uns Uwe“, bei uns heißt es „unser Holjer“: Holger Brück ist hier beliebter als der Herkules und die Brüder Grimm. Der Mann, für den da Glas immer halb voll ist, feiert am heutigen Sonntag seinen 65. Geburtstag. Wir schwelgen mit und für ihn in Erinnerungen.

FINALS UM DIE DEUTSCHE AMATEURMEISTERSCHAFT

Die Amateure des KSV Hessen feiern 1967 ihren größten Erfolg. In zwei Endspielen heißt der Gegner 1. FC Köln. Und die Kasseler Mannschaft um den 19-jährigen Holger Brück steht nach einem 4:4 im Hinspiel in Köln ganz dicht vor dem großen Triumph, aber das Rückspiel im Auestadion endet mit einem 2:0-Sieg des 1. FC Köln. Vom Vizemeister-Team machen neben Brück später noch Volker Beyer, Otto Kastl und Ernst Martin als Vertragsspieler Karriere.

DFB-POKAL GEGEN BECKENBAUER, MÜLLER UND CO

Als im Dezember 1970 der FC Bayern zum Pokalspiel der ersten Hauptrunde im Kasseler Auestadion beim Zweitligisten KSV Hessen antritt, heißt der Mann des Spiels nicht Beckenbauer oder Breitner, auch nicht Müller oder Maier, sondern Brück. Nach dem 2:2 muss der KSV zum entscheidenden Spiel in München antreten, wo das Wunder ausbleibt. Es gibt eine 0:3-Niederlage. Uwe Habedank und Gerd Grau zählen neben Holger Brück zu den namhaftesten KSV-Akteuren. Die Tore erzielen Reinhard Adler und Herbert Maciossek.

WECHSEL ZU HERTHA BSC ZUSAMMEN MIT GERD GRAU

Für die Saison 1971/72 wollte der Berliner Erstligaklub Hertha BSC den Kasseler Linksaußen Gerd Grau verpflichten. Den Spähern, die man heute Scouts nennen würde, gefällt aber auch Holger Brück besonders gut, sodass neben Linksaußen Grau auch Libero Brück nach Berlin wechselt. „Vielen Trainern war ich mit meinen 171 Zentimetern zu klein, aber trotzdem hatte ich in Berlin neun Jahre einen Stammplatz. Zunächst im Mittelfeld, dann als Libero“, sagt Brück.

VIZEMEISTERSCHAFT MIT HERTHA BSC 1975

Borussia Mönchengladbach ist die dominierende Mannschaft in der Saison 1974/75, aber die Verfolgerrolle spielt Hertha BSC. Die Berliner landen mit sechs Punkten Rückstand auf dem zweiten Rang, und daran hat Holger Brück einen großen Anteil. Der Kasseler spielt neben Erich Beer und Lorenz Horr im Berliner Mittelfeld. DFB-POKALFINALS MIT HERTHA BSC 1977 UND 1979

Zweimal war Holger Brück dicht dran am Pokalsieg, am großen Wurf ist er jedoch jeweils knapp gescheitert. 1977 gibt es in Hannover ein 1:1 gegen den 1. FC Köln, der das Wiederholungsspiel 1:0 gewinnt. Zwei Jahre später heißt - wieder in Hannover - der Berliner Gegner Fortuna Düsseldorf, und erneut wandert der Pokal in das Rheinland. Die Fortuna feiert einen 1:0-Erfolg nach Verlängerung. „Zwei Pokal-Endspiele so knapp zu verlieren, war eine bittere Erfahrung“, sagt Brück.

UEFA-CUP-HALBFINALE GEGEN BELGRAD 1979

Seinen größten internationalen Erfolg feiert Brück 1979, denn im Uefa-Cup scheitert die Hertha erst im Halbfinale. Gegen Roter Stern Belgrad reicht nach einer 0:1-Hinspielniederlage der 2:1-Heimsieg nicht.

AUFSTIEG MIT DEM KSV IN DIE 2. BUNDESLIGA 1989

Angesichts der vorher erzielten Triumphe ist der Aufstieg in die 2. Bundesliga ein eher bescheidener Erfolg. Er wird jedoch umso bemerkenswerter, wenn das Alter des Kasseler Liberos bedacht wird. Brück ist 41 und erinnert sich: „Sieben Jahre zuvor hatte man mich schon zum alten Eisen gezählt, und dann war es eine Genugtuung, wieder gebraucht zu werden. Für Trainer Franz Brungs zählte die Leistung mehr als das Alter.“ Zu seinen jüngeren Mitspielern gehörten auch Dieter Hecking und Lothar Sippel.

WIEDERGRÜNDUNG DES KSV HESSEN 1998

Holger Brück gehört zu einer kleinen Gruppe, die zu Beginn des Jahres 1998 den KSV wieder ins Leben ruft. Bei dem Verein, der ganz unten in der Kreisliga anfangen muss, macht er vom Spieler bis zum Vorsitzenden fast alles. Brück, der nur selten pathetisch wird, sagt tatsächlich: „Das habe ich aus Liebe zum KSV gemacht. Ich hatte dem Verein viel zu verdanken und war froh, nun einiges zurückgeben zu können.“

Von Gerd Brehm

Quelle: HNA

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