Bobo Mayer als Stürmer: Zur Not holt er sich die Bälle selbst

Neuerdings Stürmer: Andreas Mayer. Foto: Fischer/nh

Kassel. Vor der Saison des KSV Hessen Kassel in der Fußball-Regionalliga Süd ist Mittelfeldspieler Andreas Mayer gefragt worden, ob nicht noch ein paar Spieler geholt werden müssten.

Damals antwortete der heute 31-Jährige: „Natürlich ist unser Kader nicht besonders groß. Wenn’s auf einer Position klemmen sollte, kann der Trainer ja mich da hinstellen.“ Mit Trainer war noch Christian Hock gemeint, aber offensichtlich ist auch dessen Nachfolger Uwe Wolf nicht verborgen geblieben, dass er diesen Bobo Mayer überall einsetzen kann.

Nach dem Weggang von Nazif Hajdarovic und Patrick Herpe sowie den verletzungsbedingten Ausfällen von Tobias Damm und Manuel Pforr klemmt es bei den Löwen nun also im Angriff, und Mayer ist auf einmal? Stürmer! So wird er auch heute im Testspiel gegen den niedersächsischen Oberligisten SC Goslar die Spitze sein. Anpfiff auf dem Kunstrasenplatz an der Damaschkestraße: 18.30 Uhr.

Mayer hat nichts dagegen, schließlich hat er „außer Innenverteidiger schon alles gespielt“, wie er sagt. Aber er macht auch keinen Hehl daraus, dass der Platz ganz vorne nicht zu seinen Lieblingspositionen zählt. Das Spiel im Mittelfeld sage ihm mehr zu, glaubt Mayer, für den einst der Begriff Energiebündel erfunden worden ist: „Im Mittelfeld holt man sich den Ball häufiger selbst, läuft noch mehr und bestreitet in der Regel mehr Zweikämpfe. Im Sturm ist man immer auch abhängig von den Mitspielern.“

Mehr als eine Notlösung

Aber egal: „Wichtig ist, dass wir als Mannschaft funktionieren. Und wenn mich der Trainer im Sturm sieht, dann spiele ich auch da. Das ist kein Problem.“ Zumal er beim 2:2 im Vorbereitungsspiel gegen Eintracht Braunschweig nicht das erste Mal im Angriff agierte. Bei Kickers Emden in der dritten Liga hat er schon Erfahrungen als Stürmer gesammelt ebenso während seiner Zeit bei der TSG Hoffenheim. 2006/2007 war das. Der Trainer der U 19 bei der TSG hieß damals Uwe Wolf, der Mayer zu dieser Zeit schon als Spitze beobachten konnte.

Wolf glaubt, dass Mayer „da vorne hingehört“. Er sieht ihn wohl nicht nur als Notlösung auf einer Position, für die der KSV derzeit eigentlich keinen Spieler hat. Mayer, der als Mittelfeldspieler schon siebenmal in dieser Saison erfolgreich war, wird es akzeptieren. „Zur Not renne ich halt zurück und hole mir die Bälle.“

Von Florian Hagemann

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