Eishockey: Kasseler beenden 15-jährige Niederlagen-Serie beim Erzrivalen Löwen Frankfurt

3:2: Huskies beenden Fluch gegen Frankfurt

Starker Kasseler Rückhalt: Torwart Martin Fous. Foto: Storch

Frankfurt. Was für ein Start in die Oberliga. Was für ein Auftritt. Was für ein Ergebnis: Mit 3:2 (1:1, 2:0, 0:1) haben die Kassel Huskies am Freitagabend bei den Frankfurter Löwen gewonnen – und damit endlich das geschafft, was einem Kasseler Eishockeyteam zuletzt am 23. Januar 1996 gelungen ist.

Ein Sieg in der Eissporthalle am Ratsweg. Der so oft beklagte „Fluch von Frankfurt“, er ist endlich beendet. Mit einem famosen Auftritt haben die Schlittenhunde, angeführt von Kapitän Manuel Klinge, die Frankfurter endlich wieder auf eigenem Eis entzaubert und sich damit ihren Eintrag in die nordhessischen Geschichtsbücher gesichert.

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Nicht nur dank der Tore von Sven Valenti (18. Minute), Klinge (26.) und Michael Christ (36.). Sondern auch, weil die Mannschaft mit den vielen jungen Nachwuchsspielern in ihren Reihen im Hexenkessel von Frankfurt einen kühlen Kopf bewahrte. Und weil Frankfurt phasenweise überfordert war mit dem druckvollen und konzentrierten Auftritt der Mannschaft von Trainer Jamie Bartman.

Video aus Frankfurt: Jubel nach dem Spiel

Nur im ersten Drittel gehörte die mit 7000 Zuschauern ausverkaufte Eissporthalle den Gastgebern - danach übernahmen die 1000 mitgereisten Kasseler Fans das Kommando! Sie sangen, sie tanzten, sie feierten - und machten Lärm, als ob 5000 von ihnen dabei gewesen wären. Denn das, was ihre Huskies da unten auf dem Eis ablieferten, bot viel Grund zur Freude. Der Frankfurter Sturmlauf in der Anfangsphase und der daraus resultierende 0:1-Rückstand (5.) durch Thomas Schenkel war schnell vergessen, als die starke erste Formation mit Valenti, Petr Sikora, Christ und Klinge die Frankfurter am eigenen Tor einschnürte.

Kasseler Jubel: Patrick Berendt (Nummer 87) bedankt sich bei Torwart Martin Fous (rechts).

Verteidiger Valenti nahm am Bullykreis Maß und erzielte den zu diesem Zeitpunkt verdienten Ausgleich. Ein Treffer, der dem Kasseler Spiel nun die nötige Ruhe und Sicherheit verlieh. Und von Manuel Klinge in Zählbares umgemünzt wurde. Es war auch die passende Antwort auf die Hühner, die die Frankfurter Fans kurz zuvor aufs Eis geworfen hatten. Wieder einmal hatten sich die Kasseler am Kasten von Schlussmann Dennis Schulz festgespielt. Klinge zog ab und ließ dem 18-jährigen Torhüter, der die verletzte etatmäßige Nummer eins Boris Ackers vertrat, keine Chance. Frankfurts Fans waren nun sichtlich geschockt. Die Huskies hatten erneut die richtige Antwort parat - und erhöhten zum 3:1. Sikora legte auf Klinge auf, der leitete im Stolpern auf Christ weiter, der den Puck über die Linie drückte (36). Das Schlussdrittel jedoch wurde noch einmal zum heißen Tänzchen. Frankfurt drückte nach vorn gepeitscht von den eigenen Fans auf den Ausgleich. Und kam durch Schenkel (46.) zum 2:3-Anschlusstreffer.

300 Liter Freibier für die Fans in der Championsbar: Der erste Sieg seit 15 Jahren - das musste gefeiert werden. Noch am Freitagabend gab es daher bei der Rückkehr der Mannschaft 300 Liter Freibier für die Kasseler Fans in der Champions Bar in der Eissporthalle. Das teilte der Fanbeauftragte Sven Breiter nach dem Spiel mit.

Was dann kommt, ist eine Schlussphase wie sie nur dieses Derby bieten kann. Die Gastgeber drücken. Ausgerechnet Klinge kassiert wegen Meckerns einmal zehn Minuten (57.) und muss vorzeitig duschen. Kassel verteidigt mit Mann und Maus. Der starke Kasseler Schlussmann Martin Fous klärt ein ums andere Mal. Und dann erlöst endlich die Schlusssirene die tapfer verteidigenden Huskies. Die Kasseler Fans machen die Welle, singen „Oh, wie ist das schön“. Machen die Humba. Und dann ist auch dem letzten klar: Es ist geschafft. Der Fluch von Frankfurt ist tatsächlich beendet.

Von Michaela Streuff

Video: Der Spielbericht bei Löwen TV

 

Quelle: HNA

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