Eishockey

Huskies nach dem 0:3 gegen Bad Tölz mit Sorgen Richtung Playoffs

Einfach kein Durchkommen: Husky Austin Carroll (rechts) wird der Weg zum Tor von vier Tölzern um Schlussmann Maximilian Franzreb versperrt. Foto: andreas fischer

0:3 gegen Bad Tölz, Tabellenführung eingebüßt und nun schon seit Wochen mit Torflaute: Die Kassel Huskies haben zur Unzeit ein Form- und Stimmungstief.

Ein Wochenende liegt noch vor den Huskies in der Hauptrunde der DEL 2, dann geht es in die Playoffs. Doch ausgerechnet vor dem Saisonhöhepunkt läuft es nicht wirklich rund bei den Kasseler Eishockeyspielern. Auf ein gelungenes Wochenende mit zwei Siegen gegen Kaufbeuren folgte beim 0:3 gegen Bad Tölz der nächste Rückschlag, der auch den Sturz von Platz eins bedeutete. Es gibt einiges, was bei den Huskies vor den Playoffs Sorgen bereitet.

Aufbruchstimmung

Sollte da sein, wenn eine Mannschaft fast die gesamte Saison über von der Tabellenspitze grüßt und nun in die Playoffs geht. Dann muss die Vorfreude ebenso groß sein wie die Zuversicht. Nach dem 0:3 am Sonntag aber herrschte bei den Huskies eine Mischung aus Verunsicherung und Unzufriedenheit. Die Fans enttäuscht über die seit Wochen schwindende Souveränität, Trainer Tim Kehler verärgert über „unsere dummen Fehler, die ein Championship-Team nicht macht“, und die Spieler genervt über Fragen nach Gründen und Perspektiven. Die Huskies haben zur Unzeit ein Form- und Stimmungstief.

Leichtigkeit

Ist den Kasselern im neuen Jahr immer mehr abhanden gekommen. In der ersten Saisonhälfte war es imponierend und phasenweise begeisternd, mit welch spielerischer Selbstverständlichkeit die Huskies Tore und Siege herausspielten. Gegen das Tölzer Bollwerk aber wirkten die Kasseler nicht zum ersten Mal komplett verkrampft. Sie spielen nicht mehr, sie arbeiten Eishockey. Immerhin das.

„Kämpferisch gibt es nichts auszusetzen, gegen das zweitbeste Powerplayteam der Liga haben wir fünfmal in Unterzahl super gespielt“, sagt Kehler. „Und unserem Überzahlspiel fehlte nur eins – ein Tor.“

Durchschlagskraft

Der vermeintlich erlösende Führungstreffer war mehrfach möglich im ersten, noch besten Drittel. „Wir kriegen es nicht gebacken, Tore zu schießen. Nicht einmal bei drei, vier klaren Chancen und fast leerem Tor“, sagt Kapitän Denis Shevyrin. Da fehlen der letzte Biss und Zielstrebigkeit, aber auch Tempo und Kreativität sowie Handlungsschnelligkeit. Die Tölzer Mauerkünstler mit ihrem Minikader wurden nie ins Laufen gebracht oder gehetzt, nie unter Druck gesetzt.

Schiedsrichter

Ihren Beitrag dazu leisteten auch die Schiedsrichter. Markus Schütz und Bastian Steingroß unterbanden das Tölzer Zeitschinden zum Durchatmen nie, verhängten fragwürdige Strafen, übersahen klare Regelverstöße. Gewiss, all das war nicht spielentscheidend, ist aber bemerkenswert. Steingroß war zwischen 2012 und 2019 mit den Bietigheim Steelers fünfmal im DEL2-Finale und dreimal Meister. Trainer des Stürmers dort bis 2018: Kevin Gaudet, der heutige Bad Tölzer.

Reaktionen

Die Antwort auf die Frage nach Gründen für das Formtief bleiben einige Huskies schuldig – „das wäre, als würden wir Ausreden suchen“, sagt Shevyrin. Aber: „Der Optimismus stirbt nie. Und Playoffs sind etwas ganz anderes, ganz anderes Eishockey. Wir müssen die freie Zeit vor dem Viertelfinale intensiv in der Mannschaft nutzen zum Aufarbeiten, zum Fokussieren.“

Michi Christ indes hofft, in dieser Zeit „die Köpfe wieder freizubekommen, mal wegzukommen von Eishalle und Eishockey. Dass wir spielen können, haben wir bewiesen. Es fehlt uns jetzt der Plopp, das Lösen des Knotens.“

Daher hofft Manuel Klinge, dass „der Weckruf zur rechten Zeit kommt“. Vielleicht, so der Teammanager, „war die Stimmung zuletzt zu harmonisch bei uns“.

Huskies-Team heute beim Blutspenden

Heute steht der nächste Blutspendetag der Huskies an: Von 15 bis 18 Uhr werden die Kasseler erneut im Blutspendezentrum in der Mönchebergstraße 57 vor Ort sein und auch für Autogramme und Selfies zur Verfügung stehen. Unter allen Spendern werden Gewinne verlost: Eintrittskarten für Heimspiele und als Hauptpreis eine Dauerkarte für die Saison 2020/21.

Quelle: HNA

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