"Klasse, was hier entstanden ist"

Huskies nach 2:5 gegen Spitzenreiter Bietigheim: Viel Lob vom Gegner

Kassel. Dem verbissenen Kampf folgte der Austausch von Streicheleinheiten. „Dieses Publikum ist super. Diese Mannschaft zeigt viel Leidenschaft. Klasse, was hier entstanden ist, was der Trainer in der kurzer Zeit aus der Truppe gemacht hat. Das ist ein super Job.“

Das Video vom Spiel

Sagte Kevin Gaudet – und der Trainer der Bietigheim Steelers sprach von den Kassel Huskies.

Da wollte Rico Rossi nicht nachstehen. „Bietigheim hat ein perfektes System. Davon sind wir noch weit entfernt. Heute hat man den Unterschied gesehen zwischen einem Titelkandidaten und einem Team, das grad einen guten Lauf hat“, erklärte der Coach nach der 2:5-Niederlage der Kasseler Eishockeyspieler.

Keine Frage, der Aufsteiger hatte an diesem Abend seinen Meister gefunden. Trotz einer furiosen Anfangsphase. Trotz einer schnellen 2:0-Führung. Trotz eines engagierten und forschen Auftritts. Dass die Gastgeber am Ende trotzdem noch deutlich bezwungen wurden, hatte vor allem zwei Gründe. Zum einen war das die Spieldauerstrafe gegen Sebastian Alt im Schlussdrittel, die die Gäste zu zwei Überzahltoren nutzten. Grund war ein hoher Stock des Verteidigers mit Verletzungsfolge.

„Justin Kelly hat einen Zahn verloren. Die Strafe musste also sein. Das war Pech für Kassel, Glück für uns – und Pech für Kelly“, sagte Gaudet. Auch für Rossi ging die Entscheidung in Ordnung, denn: „Du musst deinen Schläger im Griff haben.“Alt hatte seinen zu hoch – und war damit Auslöser der Phase, die den zweiten Knackpunkt sehr deutlich machte und Rossi zu einem Stoßseufzer veranlasste: „Special Teams, Special Teams, Special Teams!“

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In Über- beziehungsweise Unterzahl war der Unterschied zwischen Aufsteiger und Titelanwärter besonders deutlich. Auf die Huskies wartet hier noch einiges an Arbeit. Bei drei Überzahlsituationen im Mitteldrittel wirkten die Gastgeber vielleicht noch nicht hilf-, zumindest aber sehr einfallslos. Eine klare Einschusschance gab es praktisch nicht. Kurz darauf waren die Gäste einen Mann mehr auf dem Eis, erzielten durch Kelly den Anschlusstreffer. Und als Alt gehen musste, da nutzte David Wrigley den Platz zu den entscheidenden Toren vier und fünf.

Auch Mika Järvinen war da machtlos. Der Torhüter hatte ansonsten gewohnt makellos gehalten. Auf die Frage, die Anhänger wie Klubverantwortliche bewegt, gab es weiterhin keine Antwort. Bis Ende des Monats könnte der Finne Kassel noch verlassen. Die Fans tun alles, damit Järvinen bleibt: malen Plakate, backen finnische Kekse, nehmen Videos auf.

Und die Aussagen von Rico Rossi werden sie gerne hören. Der Trainer sagt: „Ende der Woche werden wir die Entscheidung kennen. Aber ich bin zuversichtlich, dass Mika bei uns bleibt. Das war ich von Beginn an.“ Und wenn nicht? „Dann“, so Rossi, „haben wir einen Plan B.“

Der Trainer setzte dann übrigens auch noch eine Grenze beim Austausch von Streicheleinheiten. Seine Reaktion zum Lob von Gaudet: „Danke für die Blumen. Aber drei Punkte wären mir lieber gewesen.“

Von Frank Ziemke

Quelle: HNA

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