Torwart verlängert Vertrag, aber scheidet mit schwerer Verletzung aus

Huskies siegen 2:1 gegen Landshut - Drama um Järvinen

Kassel. Alles drehte sich um diese eine Frage: Was wird aus Mika Järvinen - bleibt er ein Husky oder nicht? Die erhoffte Antwort gab es am Freitagabend um 21.52 Uhr, als der 2:1 (0:0, 0:0, 2:1)-Erfolg der Kasseler gegen den EV Landshut perfekt war und Hallensprecher Sven Breiter verkündete: "Mika hat verlängert, er bleibt ein Husky!"

Der Jubel der Fans kannte keine Grenzen, ausgelassen feierten sie eine weitere Eishockey-Party. Die Welle aber stimmte nicht ihr Publikumsliebling Järvinen an, sondern Kai Kristian. Denn - was die Fans in diesem Moment nicht wissen konnten: Um den Finnen gab es am Freitagabend offenbar ein menschliches sportliches Drama.

Denn eine Stunde zuvor, nach 34 Spielminuten war zumindest dieses Spiel für Järvinen gelaufen. Denn der Publikumsliebling wurde verletzt vom Eis getragen. Der bittere, nicht zu fassende Verdacht: Bänderriss in einem Fußgelenk!

Was war geschehen? Eine halbe Stunde Minuten lang hatten sich beide Teams neutralisiert, trotz permanentem Hin und Her in einem Höllentempo keine Treffer erzielt. Und nun eilte Mika Järvinen weit aus seinem Kasten, der Bande entgegen, um einen Puck abzufangen. Dabei kam der Finne mit dem Landshuter Gawlik ins Gehege, und bei einer Körperdrehung passierte es: Der Zerberus verdrehte sich vehement ein Fußgelenk, schlug lang hin und signalisierte schon nach Sekunden sein Aus. Lähmendes Entsetzen in der Halle, als der Publikumsliebling auf einer Trage vom Eis gebracht werden musste. Noch am Abend, spätestens aber am Samstag sollte eine Kernspinuntersuchung eine weitere Diagnose ermöglichen.

Das Spiel aber ging nach wenigen Minuten weiter - mit Kai Kristian im Kasseler Kasten und fünf Landshutern. Denn Schiri Steinecke hatte kein Foul gesehen in dieser so unglücklichen Situation. Und es waren die Huskies, die - keineswegs geschockt - die nächste, diesmal hochkarätigste Chance zum 1:0 hatten. Doch Adriano Carciolas Schlagschuss von der rechten Seite prallte an den Innenpfosten und zurück ins Feld (36.).

Besser machten es dann die Landshuter nur wenige Sekunden nach der zweiten Drittelpause, in der Huskies-Manager Joe Gibbs eigentlich schon den Ausgang des Vertragspokers um Mika Järvinen verkünden wollte. Auf den letzten Drücker nämlich hatte ein ausländischer Konkurrenzklub sein Angebot für den Finnen erhöht, und während des Spiels sollte per Telefonkonferenz mit Gibbs und Järvinens Berater Simo Jaarinen entschieden werden.

Gästeverteidiger Geipel zog an der Blauen Linie ab, der Puck ging zwar am Tor vorbei, prallte aber von der Bande zurück auf Thorntons Kelle, der Kai Kristian überwand. 0:1 - der nächste Schock für die Huskies. Aber einmal mehr nicht der K.o.

Bilder des Spiels

Huskies siegen gegen Landshut

Denn die Kasseler hielten dagegen. Järvinen hatten sie verloren, die Punkte aber mussten hierbleiben. Und im Endspurt hatten sie endlich das Glück des Tüchtigen. Mike Collins behielt vier Minuten vor Schluss den Überblick in einem Gewühl vor Torwart Eisenhuts Kasten und traf mit der Rückhand zum Ausgleich. Riesenjubel nun im Karree, der sich nur 19 Sekunden später zum Orkan steigerte. Sven Valente, der die 19 auf dem Rücken trägt, hielt von der Blauen Linie drauf, und traf durch ein Gewühl von Leibern hindurch zum 2:1-Siegtreffer.

Schiedsrichter: Steinecke (Erfurt). Z: 3327 Tore: 0:1 (41.) Thornton (Geipel), 1:1 (56.) Collins (Tomassoni), 2:1 (56.) Valenti (Zeiler, Carciola) Strafminuten: Kassel 6, Landshut 8

Schiedsrichter: Steinecke (Erfurt). Z: 3327

Tore: 0:1 (41.) Thornton (Geipel), 1:1 (56.) Collins (Tomassoni), 2:1 (56.) Valenti (Zeiler, Carciola)

Strafminuten: Kassel 6, Landshut 8

Von Gerald Schaumburg

Quelle: HNA

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