Vor Ort bei der Einheit mit Derek Dinger

Kassel Huskies im Sommertraining: Schwitzen mit Schlitten

Kassel. Vor dem Saisonstart steht für die Kassel Huskies das große Schwitzen an. Im Sommertraining ziehen die Eishockeyspieler unter anderem Eisenschlitten über den Asphalt. Wir waren dabei. 

Er kann einem das Leben ganz schön schwer machen, so ein Schlitten. Zumindest dann, wenn er statt aus Holz aus Metall besteht und mit Gewichten beschwert ist. Und eben nicht auf Schnee dahingleitet, sondern über Asphalt. Fragen Sie mal Derek Dinger. Dem Husky sollten als Schlittenhund Schlitten aller Art ja gefallen. 

Tun sie aber im Sommer nur bedingt, nämlich dann, wenn er einen Schlitten ziehen muss. Oder schieben muss. Oder mit ihm sprintet und sich dabei auch noch einen Kampf gegen die Uhr liefert und mit dem Widerstand des aufgeheizten Untergrunds zu kämpfen hat. Gut 45, 50 Kilogramm bewegt der 31 Jahre alte Verteidiger so – die sich aber „anfühlen wie 100.“

Doch Dinger macht es freiwillig. Denn das Schlittentraining der anderen Art ist Teil des Sommertrainings, mit dem sich der Rückkehrer auf die neue Eishockeysaison vorbereitet. „Ich kenne Muskelkater sehr gut. Er ist ein ausgewachsener Riesenkater. Aber das gehört dazu. Wenn wir unseren Körper nicht spüren, sind wir auf dem falschen Weg“, gesteht er durchschwitzt und leicht erschöpft. Vier Stunden Training haben am frühen Nachmittag mit eben jener Schlitteneinheit ihr Ende gefunden. Die Vorbereitung in den warmen Monaten machen die Spieler privat. Dinger hat sich mit Alex Heinrich, Toni Ritter und Marco Müller zusammengetan. Personal Trainer Andreas Schumacher (Nutreas Athletics) hat ihnen ein eishockeyspezifisches Trainingsprogramm auf den Leib geschrieben.

Seit Mai trainiert das Quartett fünfmal pro Woche Kraft, Ausdauer und Sprints. „Es heißt ja nicht umsonst, dass Eishockeyspieler im Sommer gemacht werden“, sagt Dinger. „Die Saison ist lang. Wir eignen uns jetzt die Körner an, die wir in der entscheidenden Phase der Saison brauchen. In den Playoffs ernten wir die Früchte des Sommertrainings. Wir legen jetzt das Fundament.“

 Fittes Trio: (von links) Derek Dinger, Trainer Andreas Schumacher und Marco Müller. 

Nebenbei pushen sich die Spieler und betreiben Teambuilding: Gemeinsam schwitzen schweißt eben auch zusammen. Der eigene Anspruch ist für Dinger dabei der beste Antrieb. „Wir sind Profis, keine Hobbysportler. Wenn die Fitness- und Medizinchecks anstehen, macht das schon einen Unterschied, ob du 25 oder acht Prozent Körperfett hast. Zahlen lügen nicht.“ Apropos Zahlen: Mit Blick auf seine Fitness sagt Dinger: „Ich bin jetzt bei 95 Prozent, wir arbeiten an den Feinheiten.“

Denn auch wenn der meterologische Sommer ja noch ein Weilchen dauert, die Sommerpause hat für die Eishockeyprofis bald ein Ende. Bis dahin aber geben Dinger und die anderen noch einmal richtig Gas. Er profitiert davon, dass er den Wert von Disziplin schon in Kinder- und Jugendtagen bei der Eishockey-Jugend Kassel durch seine Trainer kennengelernt hat. „Milan Mokros und Matthias Kolodziejczak haben mich geprägt“, sagt Dinger, der schon als Jugendlicher ins Internat der Eisbären Berlin gewechselt war und nur 2009/10 eine DEL-Saison lang ein Husky war.

Nun aber ist er wieder zuhause. Und weiß, wofür er Eisenschlitten bei Hitze über den Asphalt zieht. „Ich freue mich auf die ersten Heimspiele, darauf, die ersten Siege zu Hause zu feiern, das erste Ramalamadingdong zu hören. Je näher die Eiszeiten rücken, desto größer wird meine Lust, endlich wieder zurück in der Eishalle zu sein.“ Dann als Schlittenhund ohne Schlitten.

Lesen Sie dazu: Das ist der Spielplan der Kassel Huskies für die Saison 2018/2019.

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © Fotos: Michaela Streuff

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