DEL2-Spitzenreiter unterliegt in Bietigheim

Huskies verlieren Topspiel-Krimi 4:5 nach Verlängerung

Kassels  Joel Keussen (hinten) im Zweikampf mit Bietigheims Brett Breitkreuz.
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Zwei Hauptdarsteller im Duell: Husky Joel Keussen (hinten) im Zweikampf mit Bietigheims Brett Breitkreuz.

Ihnen fehlten Sekunden zum elften Sieg in Serie. Doch am Ende haben die Kassel Huskies das Topspiel der DEL2 bei den Bietigheim Steelers doch noch verloren. Nachdem sie 15 Sekunden vor Ende des Schlussdrittels das 4:4 kassierten und 20 Sekunden vor dem Ablauf der Verlängerung das 4:5 (0:1, 2:1, 2:2, 0:1).

Es waren die Schlusspunkte unter einen Eishockeyabend, der einer Achterbahnfahrt glich, und den wir bei Sprade TV geschaut haben.

Erfreulich zunächst einmal bei den Huskies: Michi Christ feierte sein Comeback, Nathan Burns war auch wieder dabei. Als überzähliger Ü24-Spieler musste derweil Derek Dinger zuschauen. Und so konnte es starten, das Topspiel des 20. Spieltags. Beide Teams waren direkt drin in der Partie. Und das ist das Stichwort: Denn quasi direkt drin war auch der Puck im Kasseler Tor, als nach 49 Sekunden Troy Rutkowski auf die Strafbank musste. Und auch wenn die Huskies das beste Unterzahl-Team der Liga sind, die Steelers sind im Powerplay in der DEL2 eine Klasse für sich. Warum, das zeigte sich nach 91 Sekunden. Norman Hauner legte vor Keeper Leon Hungerecker quer auf Brett Breitkreuz, und der Bruder von Husky Clarke musste noch nur noch die Kelle hinhalten zur 1:0-Führung (2. Minute).

Diese Szene war bezeichnend für das erste Drittel, in dem sich die Huskies mit vier Strafzeiten das Leben unnötig schwer machten Immerhin: 43 Sekunden überstanden sie in doppelter Unterzahl unbeschadet, nachdem Joel Keussen und Burns fast zeitgleich auf die Strafbank mussten (7.). Und die Huskies hatten Glück, als die Schiedsrichter nach Videobeweis das vermeintliche 2:0 für die Steelers nicht gaben (11.) – Brett Breitkreuz hatte Hungerecker behindert, Norman Hauners Treffer zählte nicht. Doch die Bietigheimer können nicht nur Überzahl, sondern auch Unterzahl. Siehe Minute 27, als Alexander Preibisch und Benjamin Zientek ein Missverständnis zwischen Corey Trivino und Troy Rutkowski bestrafen und auf 2:0 erhöhen.

Es bleibt ein umkämpftes Spiel mit Huskies, die sich auch von einem 0:2 nicht aus der Fassung bringen lassen. Denn sie haben ja einen, der immer trifft, seitdem er in Kassel ist. Nach feiner Vorarbeit von Lukas Laub ist es nämlich Phil Cornet, der die Huskies mit dem 1:2 (34.) zurückbringt. Es ist sein neunter Treffer im siebten Spiel.

Danach rückt die Blaue Linie in den Fokus. Von dort drehen die Huskies die Partie: Erst besorgt Keussen freistehend den 2:2-Ausgleich (34.), daran rüttelt auch der Videobeweis nichts. Und aus nahezu identischer Position trifft zu Beginn des Schlussdrittels Oliver Granz zum 3:2: Wieder ist viel Verkehr vor Steelers-Keeper Jimmy Hertel, wieder schlägt die Scheibe hinter dem Ex-Kasseler ein (44.) Als dann noch Corey Trivino auf 4:2 (47.) erhöht, scheinen die Huskies auf der Siegerstraße. Scheinen. Denn die Steelers kommen zurück. Und das ausgerechnet wieder in Unterzahl, diesmal heißt der Torschütze Preibisch.

Die Partie ist nun ein Krimi. Die Steelers nehmen Auszeit, Torhüter Hertel heraus, 2:17 Minuten vor dem Ende. Als dann Keussen auch noch eine Strafe kassiert, spielen sechs Bietigheimer gegen vier Huskies. Und ja, das Bietigheimer Powerplay hat Erfolg, 15 Sekunden vor dem Ende trifft Riley Sheen zum 4:4 (60.). Verlängerung. Damit haben beide Teams einen Punkt sicher.

20 Sekunden vor dem Ende aber gewinnen die Steelers einmal mehr ein Bully vor dem Tor der Huskies, und im Nachsetzen stochert Brett Breitkreuz die Scheibe über die Linie zum 5:4 für die Gastgeber.

SR: Kannengießer/Schadewaldt, Tore: 1:0 (1:31) B. Breitkreuz (Stretch, Hauner - 5:4), 2:0 (26:04) Zientek (Preibisch - 4:5), 2:1 (33:28) Cornet (Laub, Tramm), 2:2 (37:03) Keussen (Trivino, Tramm), 2:3 (43:35) Granz (Rutkowski, Laub), 2:4 (46:50) Trivino (Cornet), 3:4 (46:14) Preibisch (Zientek, Hüfner - 4:5), 4:4 (59:45) Sheen (Stretch, B. Breitkreuz - 6:4), 5:4 (64:40) Breitkreuz (Schüle, Stretch) ; Strafminuten: Bietigheim 12 - Kassel 14

(Von Michaela Streuff)

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