Erst nach langer Diskussion entlasten die Mitglieder Dirk Lassen und Wolfgang Linnenbrink

Hitzige Debatte bei Versammlung des KSV: Denkzettel für Aufsichtsräte

Kassel. Es wurde dann doch eine sehr emotionale Jahreshauptversammlung des KSV Hessen Kassel gestern Abend im Bürgersaal des Kasseler Rathauses - mit einem klaren Signal der Mitglieder an die Aufsichtsräte Dirk Lassen und Wolfgang Linnenbrink.

Sie wurden zwar entlastet, allerdings stehen viele Löwen nicht hinter ihnen. Bei der Einzelabstimmung bekam Lassen, der Vorsitzende des Aufsichtsrates, nur 62 Stimmen für die Entlastung bei 49 Gegenstimmen und 53 Enthaltungen. Für die Entlastung Linnenbrinks votierten 74 Mitglieder, 34 enthielten sich, 57 stimmten dagegen. Wären sie nicht entlastet worden, hätte das zwar nicht die Abwahl bedeutet, weil das die Satzung bei den auf zwei Jahre gewählten Aufsichtsräten nach einer Amtszeit nicht vorsieht. Wohl aber hätten die Anwesenden den Gremiumsmitgliedern das Vertrauen entzogen.

Jahreshauptversammlung als Ticker zum Nachlesen

Dass es dazu letztlich nicht kam, hatten Lassen und Linnenbrink wohl vor allem den Vorständen Bernd Mart und Jens Rose zu verdanken, die nach einer teils hitzigen Diskussion betonten, mit dem gesamten Aufsichtsrat gut zusammenarbeiten zu können. Rose machte schließlich den Vorschlag an die Unzufriedenen, sich bei der Abstimmung zu enthalten, da eine nicht erfolgte Entlastung auch juristische Folgen für die betroffenen Aufsichtsräte nach sich ziehen würde.

Somit bekamen Lassen und Linnenbrink zwar einen Denkzettel - mehr aber nicht. Während der fast zweistündigen Aussprache hatte vor allem das ehemalige Vorstandsmitglied Carsten Bätzold beide scharf kritisiert: „Sie machen nicht die richtigen Dinge, und sie machen die Dinge nicht richtig“, sagte er und warf Lassen und Linnenbrink insbesondere eine mangelhafte Kommunikation und unprofessionelles Verhalten vor.

Uffelmann im Aufsichtsrat

Glatt über die Bühne ging dagegen die Wahl Matthias Uffelmanns, der den Aufsichtsrat ergänzt und somit Nachfolger für den zurückgetretenen Matthias Hartmann wird. Auch Hartmann hatte während der Versammlung das Wort ergriffen und erklärt, dass die Ansichten im Aufsichtsrat in der Vergangenheit nicht so einheitlich waren, wie von einzelnen Mitgliedern dargestellt. Über die Entlassung des Geschäftsführers Giuseppe Lepore soll es demnach sehr wohl unterschiedliche Auffassungen gegeben haben. Die 175 anwesenden KSV-Mitglieder beschäftigten sich also lange mit der Vergangenheit, aber auch ein Stück weit mit der Zukunft. Da soll alles besser werden - auch wenn wohl immer weniger Geld zur Verfügung steht. Derzeit wird die Liquidität des Vereins über Darlehen gewährleistet, wie Finanzvorstand Klaus Schüttler deutlich machte. Er sagte aber auch, dass dies nichts Außergewöhnliches sei. Trotzdem rechnet auch er in der nächsten Saison allein schon mit weniger Zuschauereinnahmen.

Dass der KSV kleinere Brötchen backen muss, sagte auch Jens Rose. Deshalb wolle man den Kader verringern. Klar ist wohl auch, dass die Zielsetzung nach unten geschraubt wird und nicht automatisch der Aufstieg angestrebt werden soll.

Von Frank Ziemke und Florian Hagemann

Alle Vorab-Informationen zur Versammlung finden Sie hier.

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare