Handball: Nenad Vuckovic muss Montag in Berlin den verletzten Melsunger Spielmacher Fahlgren ersetzen

Kapitän als Spielmacher gefordert

Einer gegen zwei: MT-Rückraumspieler Nenad Vuckovic (Mitte) setzt sich in dieser Situation gegen die Lübbecker Drago Vukovic (links) und Malte Schröder (rechts) durch. In Berlin muss er wieder als Spielmacher ran. Foto: Fischer

Kassel. Die Mannschaft geht auf dem Zahnfleisch, will aber bei den Füchsen Berlin (Montag, 20.15 Uhr, Max-Schmeling-Halle) nochmal auf die Zähne beißen. Nach dem hart erarbeiteten 24:24 gegen den TuS N-Lübbecke weiß die MT Melsungen, wie es geht. Und dass allein mit dem Willen in der Handball-Bundesliga Berge versetzt werden können.

„Wir haben diesen Punkt nicht erspielt, sondern erkämpft“, erklärte Trainer Michael Roth. Auf seinen „Pausenbefehl“, als er seiner Mannschaft mit in die zweite Hälfte gab, „dass wir nur eine Chance haben etwas zu bewegen, wenn wir in der Abwehr noch einen Zahn zulegen“.

Das taten der sich steigernde Torwart Per Sandström inklusive seiner Vorderleute. Aufopferungsvoll, ohne Rücksicht auf die eigenen geschundenen Knochen. Und wirkungsvoll. „Wir haben uns aus dem Konzept bringen lassen“, gestand TuS-Trainer Markus Baur, nachdem sein Angriff, allen voran die umsichtigen Daniel Svensson und Drago Vukovic, bis dahin geduldig und diszipliniert agiert hatte.

In der Melsunger Offensive war durch die Ausfälle, einen angeschlagenen Savas Karipidis und dem Ausscheiden von Spielmacher Fahlgren (12.) frühzeitig Improvisation angesagt. Das klappte mehr schlecht als recht, oft nur mit der Brechstange, ehe in den letzten fünf Minuten auf einmal der Knoten platzte. „Eigentlich hatte uns der Gegner im Griff“, bekannte Linksaußen Michael Allendorf und wurde von der unverhofften Aufholjagd genauso überrascht wie die 3000 Zuschauer. Und als Alin Sania Sekunden vor Schluss ausglich, stand die Halle kopf.

„Wir haben diesen Punkt nicht erspielt, sondern erkämpft.“

MT-Trainer Michael Roth

Laut des Rumänen „ein Tor für die Moral der Mannschaft“, ohne dass der sonstige Reservist deshalb mit seiner eigenen Leistung hundertprozentig zufrieden war: „Ich hätte diese Chance einfach noch besser nutzen müssen.“

Karipidis fraglich

Nun, das kann er bereits am zweiten Weihnachtstag in Berlin, dem letzten Spiel vor der Winterpause, nachholen. In der Hoffnung, dass dann das Zusammenspiel mit Nenad Vuckovic noch besser klappt. Denn der Serbe muss auf jeden Fall wieder als Mittelmann ran, da Patrik Fahlgren mit angebrochener Elle mindestens vier Wochen pausieren muss. Einer von drei definitiven Ausfällen (neben Sanikis und Hildebrand), dazu ist der Einsatz der angeschlagenen Michael Schweikardt, Savas Karipidis und Michael Allendorf fraglich.

Füchse-Coach Sigurdsson kann dagegen wohl personell aus dem Vollen schöpfen. Mark Bult, Bartlomiej Jaszka und Silvio Heinevetter dürften ihre Grippe bis Montag auskuriert haben. Dazu kommt der Ehrgeiz, den nach acht Siegen in Folge erreichten zweiten Platz zu untermauern. „Wir fühlen uns dort sehr wohl und wollen diese Position solange wie möglich halten“, sagt Dagur Sigurdsson.

Die Kampfansage des Favoriten, die den Außenseiter aber nicht in Angst und Schrecken versetzt. „Überraschungen gibt es immer“, meint Michael Allendorf. Keineswegs nur trotzig, auch wenn die Trauben in der Hauptstadt, wo in dieser Saison nur Kiel gewinnen konnte, natürlich ziemlich hoch hängen.

Von Ralf Ohm

Quelle: HNA

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