Nach dem K.o. gegen Frankfurt

Huskies-Trainer Rico Rossi: „Solch ein Aus ist total brutal“

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Bye bye: Die Goldhelme Braden Pimm (rechts) und Frankfurts Charles Junior Stretch nach dem Ende der Serie. 

„Es ist alles schwarz jetzt, wir sind in einem dunklen Loch.“ Nicht nur Trainer Rico Rossi hatte das 1:3 im sechsten Spiel und das 2:4 in der Serie richtig weh getan.

Mit leerem Blick verfolgen die verletzten Manuel Klinge und Michi Christ sowie der überzählige Evan McGrath hinterm Plexiglas die letzten Sekunden der Saison 2017/18.,

Rechts von ihnen jubeln ausgelassen die Frankfurter Fans und skandieren: „Wieder alles im Griff auf dem sinkenden Schiff.“ Linkerhand sind die Huskies-Anhänger in Schockstarre verfallen. Auf dem Eis schreiten Rico Rossi und Hugo Boisvert bleich, aber entschlossen voran und gratulieren den Löwen zum Einzug ins Playoff-Halbfinale der DEL2.

„Es ist alles schwarz jetzt, wir sind in einem dunklen Loch“, antwortet Rossi wenig später auf die Frage nach einer Saisonbilanz. Kein Zweifel, das 1:3 im sechsten Spiel und das 2:4 in der Serie tun richtig weh, „für die Psyche ist ein solches Aus total brutal“, sagt der Trainer. „Weil wir ja schon 2:0 geführt haben. Weil wir in jedem Spiel wirklich alles versucht haben, da ist niemandem ein Vorwurf zu machen. Und weil wir in jedem Spiel, auch gerade jetzt im letzten, genügend Torchancen hatten, um immer zu gewinnen.“

Tatsächlich schmerzt dieses Aus, weil mehr drin war für die Kasseler Puckjäger. „Jedes einzelne Spiel war hart umkämpft von zwei Topteams“, bilanziert auch Löwen-Trainer Franz Fritzmeier, der neue Frankfurter Held. Als er das Team übernahm, hatten die Jungs zweimal verloren. Er hatte den Mut, Kapitän Pat Jarrett herauszunehmen, und er hatte maximalen Erfolg mit der Abkehr vom offenen Schlagabtausch hin zur kompakten Defensive.

„Das dritte Spiel in Frankfurt war wohl der Knackpunkt“, sinniert Rico Rossi später, als er durchgeatmet und die Spieler ihren treuen Fans in Badelatschen doch noch ihren Dank abgestattet hatten. 2:1 gewannen die Löwen damals in Frankfurt bei Fritzmeiers Premiere. „Hätten wir unsere Dominanz in einen dritten Sieg umgemünzt, hätten die Frankfurter nie den Glauben bekommen, dass ihr neues System funktioniert“, sagt Rossi. Und: „So haben wir uns trotz der Niederlage noch in Sicherheit gewogen, weil wir ja viele, viele Chancen hatten, es nur im Abschluss haperte. Eine richtige Klatsche hätte uns wohl eher wachgerüttelt.“

Stattdessen wurden die Löwen immer selbstbewusster, ließen sich von den Huskies nie mehr wirklich unter Druck setzen. Trotz der deutlich größeren Spielanteile. „Wenn wir doch bloß im Abschluss annähernd so effektiv gewesen wären“, trauert Rossi den verpassten Chancen nach. Mit Pech allein will er das nicht beschreiben, „das wäre zu einfach“. Denn seine Truppe habe über die gesamte Saison die Probleme gegen defensiv starke Gegner nicht lösen können. „Frankfurt spielt das wie Bayreuth, nur noch viel konsequenter und auf viel höherem Niveau.“

„Triffst Du keinen, kriegst Du einen“ – mit dieser Binsenweisheit bringt Sven Valenti das letzte Spiel und die gesamte Serie auf den Punkt. 13:8 Tore lautete die Kasseler Bilanz nach den ersten beiden Spielen, 6:14 in den folgenden vier. „Die Taktik der Huskies war okay, sie haben alles richtig gemacht“, sagt das Eishockey-Idol. „Niemand schießt absichtlich daneben.“ So aber fehlte womöglich nur ein einziger Treffer in Spiel drei zur rechten Zeit – „in einem mitreißenden Duell, das ein tolles Finale hätte sein können“.

Quelle: HNA

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