Kein neuer Vertrag

Unerwartete Personalentscheidung: Alex Heinrich ist nicht mehr bei den Kassel Huskies

Das sind nun Erinnerungsstücke: Alex Heinrich mit dem blau-weißen Trikot mit der Rückennummer 78 und einem Huskies-Kappi.
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Das sind nun Erinnerungsstücke: Alex Heinrich mit dem blau-weißen Trikot mit der Rückennummer 78 und einem Huskies-Kappi.

Die Nachricht kommt überraschend: Die Kassel Huskies planen ab nächster Saison ohne Alexander Heinrich. Der Husky war Kapitän der Mannschaft - bis er sich verletzte.

  • Bisher war Alex Heinrich der Kapitän der Kassel Huskies.
  • Zur neuen Saison erhält er aber keinen Vertrag mehr.
  • Diese Personalentscheidung überrascht viele.

Mittlerweile hatte Alex Heinrich ein wenig Zeit, die Nachricht vom 12. März zu verdauen. „Da habe ich im Abschlussgespräch mit Tim Kehler erfahren, dass der Klub für die nächste Saison nicht mehr mit mir plant“, sagt Heinrich. Heißt: Der Kapitän bekommt keinen neuen Vertrag und muss von Bord gehen. 

Die Zeit bei den Kassel Huskies, seinem Heimatverein, ist nach 14 Eishockey-Spielzeiten und 585 Einsätzen im blau-weißen Trikot beendet. Häufiger standen nur Manuel Klinge (622) und Sven Valenti (603) für die Huskies auf dem Eis.

Kassel Huskies: Alex Heinrich muss gehen - Keine leichte Entscheidung

Die Verantwortlichen betonen, dass sie sich die Entscheidung nicht leicht gemacht haben. Geschäftsführer Joe Gibbs sagt: „Ich schätze ihn als Spieler, aber besonders auch als Person. Solche Entscheidungen treffen zu müssen, ist leider auch Teil des Eishockey-Geschäfts. Es war aber eine der schwersten der letzten Zeit“. Trainer Tim Kehler ergänzt: „Alex hat die Huskies während seiner gesamten Karriere mit Klasse und einem sehr hohen Maß an Engagement vertreten.“

Ob es Heinrich trösten wird? Er selbst äußert sich über den Moment der Entscheidung so: „Es war ein Schock. Ich hatte nicht damit gerechnet, auch wenn ich weiß, wie unser Geschäft läuft. Eigentlich war es immer mein Ziel, meine Karriere hier in Kassel zu beenden“, erklärt der 32-Jährige. Doch nun kommt alles anders. „Ich musste das erst einmal sacken lassen und habe eine Woche für mich gebraucht, um das zu verdauen. Es ist vieles über mich hereingebrochen.“

Kassel Huskies: Alex Heinrich verletzte sich auf dem Eis

Denn da ist auch noch der zuvor geplatzte Traum, in den Playoffs noch einmal aufs Eis zurückzukehren. Im irren 7:5-Derbysieg am 21. Januar gegen die Löwen Frankfurt blockt Heinrich einen Schuss mit dem Schlittschuh und bricht sich den Mittelfuß Heute weiß er: Ausgerechnet ein Derby war sein letztes Spiel als Husky. 

Die Saison scheint beendet. Bis Anfang März. Dreimal steht er auf dem Eis – doch dann kommt Corona. Dienstags werden die Playoffs abgesagt, mittwochs gibt‘s eine letzte Versammlung mit der Mannschaft, donnerstags folgt das Abschlussgespräch mit Trainer Kehler. Unmittelbar danach trifft Heinrich auf die anderen Kasseler Jungs. 

Wegen Corona: Keine Playoffs für die Kassel Huskies

Teammanager Manuel Klinge, Derek Dinger, Michi Christ. „Sie konnten es nicht glauben und haben es ebenso wie später meine Familie erst mal für einen Scherz gehalten“, blickt Heinrich zurück. „Besonders Michi war überrascht. Er hat sich seitdem häufig gemeldet und gefragt, wie es mir geht.“ Heute, knapp zwei Wochen später, wirkt Heinrich relativ aufgeräumt, nach einer Achterbahnfahrt der Gefühle ist etwas Ruhe eingekehrt. „Es wäre einfacher gewesen, wenn ich vorher schon einmal ein Signal bekommen hätte“, sagt er.

Enttäuschung über die Verantwortlichen aber verspürt er nicht. „Ich kann keinem böse sein und werde nicht sagen, ich will keinen mehr sehen. Der Trainer hat einen Plan, er will die Mannschaft nach vorn bringen, so wie im vergangenen Jahr. Wenn ich dabei keine Rolle mehr spiele, muss ich das akzeptieren.“

Kassel Huskies: Unglücklicher Abschied für Alex Heinrich

Was bleibt, ist die Wehmut über einen unglücklichen Abschied. In Zeiten von Corona bekommt Alex Heinrich keine letzte Laola mit dem Heuboden, keine letzte Ehrenrunde. Und: „Ich konnte mich bei niemandem bedanken, keinem tschüss sagen. Das hätte ich gern getan“, betont Heinrich. „Jeder, der sich seinen Abschied ausmalt, wünscht sich das anders, als es jetzt gelaufen ist.“

Wie es nun weitergeht? Ein zweites Standbein hat er, zu Oberligazeiten hat er eine Ausbildung zum Speditionskaufmann abgeschlossen. Freundin Laura arbeitet in Kassel, die Familie ist hier.

Heinrich sagt aber auch: „Mein Ziel war es nicht, mit 32 Jahren aufzuhören. Andere Vereine haben schon angeklopft. Ich werde die Situation sacken lassen, Corona abwarten und schauen, wie es danach auch im Eishockey weitergeht.“

Quelle: HNA

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