Ausgerechnet Lichtgestalt der Huskies-Fans patzt beim 2:3 gegen Ingolstadt

Keine Vorwürfe an "JP"

Jean-Philippe Coté

Kassel. Es hat seit Milan Mokros, Greg Johnston und Roger Öhmann nicht viele Verteidiger gegeben wie Drew Bannister, denen die Fans der Huskies zujubelten. In Jean-Philippe Coté hatten sie nun endlich wieder eine Lichtgestalt unter den Bluelinern gefunden.

Und nun patzt ausgerechnet der Mann, den die Anhänger liebend gern auch nächste Saison im Kasseler Eishockey-Trikot sehen würden.

„Ich hebe nicht ab, wenn wir gewinnen. Und ich bin nicht am Boden zerstört, wenn wir verlieren“, sagt Coté. Doch nach dem 2:3 in der Verlängerung gegen Ingolstadt am späten Sonntag beschrieb der Kanadier seine Gefühlslage mit Worten, die nicht druckreif sind. Die stubenreinen Formulierungen waren diese: „Ich habe zwei Fehler gemacht, die uns zwei Punkte und den Sieg kosteten“, gesteht der 27-Jährige reichlich geplättet ein und weiß: „Es wird nicht leicht sein, diese Geschichte über Nacht einfach abzuschütteln. Das tut weh.“

2:1 führt sein Team, drängt in Überzahl auf das dritte, entscheidende Tor, als Coté an der Blauen Linie den Puck an Girard vertändelt und der Ingolstädter die freie Bahn zum 2:2 nutzt (52.). Später dann, die Verlängerung hat gerade begonnen, hat Coté die Scheibe im eigenen Drittel schon erobert, doch hart bedrängt von Pat Kavanagh spielt der Kasseler das Hartgummi genau auf die Kelle von Bouck, und nach einem Doppelpass gelingt Kavanagh der glückliche Siegtreffer der Gäste.

„Die ganze Truppe macht ein Superspiel, wir haben den Sieg vor Augen. Aber wir bekommen den verdienten Lohn nicht, weil ich so zwei Böcke schieße“, bilanziert Coté. Dafür gebe es keine Entschuldigung und keine Erklärung, auch wenn er nach Mike Cards Ausfall wegen eines Pferdekusses (39.) Doppelschichten fuhr. „Müdigkeit war’s nicht, denn ich bin doch drei, vier Spiele pro Woche gewohnt.“

Aber es gibt auch keine Vorwürfe an „JP“. Denn über 60 Minuten haben Coté und René Kramer gegen Ingolstadts Toptrio Greilinger (30 Tore) - Wren (15) und Girard (9) einen super Job erledigt. „Mit ein wenig Glück und besserer Chancenauswertung hätten wir das Spiel doch schon vor den beiden Fehlern längst entschieden haben müssen“, urteilt Trainer Stéphane Richer angesichts von allein drei Pfostentreffern. Kämpferisch habe sein Team auch gegen den Tabellendritten wieder beeindruckt. „Aber wie schon Berlin am Freitag hatte auch Ingolstadt beim Schiedsrichter wieder einen ganz klaren Favoritenbonus. Gegen uns als Tabellenletzten pfeifen sie einfach anders.“

Von Gerald Schaumburg

Quelle: HNA

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