Spannende Zeiten

Nach Wetzlar ist vor Toulouse: Keine Zeit zum Grübeln für die MT

Kaum Zeit zum Nachdenken: Melsungens Michael Müller ist im Dauereinsatz. Foto: Fischer

Kassel. Es wird eine der spannenden Fragen am Mittwoch sein, ob der Bäcker in der Rothenbachhalle aus aktuellem Anlass plötzlich Stangenbaguettes und Croissants verkauft. Am Samstag tat er das – soweit unsere Informationen korrekt sind – nicht.

Kein Hauch von Frankreich. Kein Hauch von Toulouse und damit von dem, was kommt. Kein Hauch von jenem Verein aus Frankreich, gegen den der heimische Handball-Bundesligist MT Melsungen übermorgen im Europapokal antritt.

Samstag war Samstag war Bundesliga war Derby war Wetzlar. Das zählte. Da blieb noch kein Gedanke an die MT-Premiere im internationalen Geschäft – zumindest bis zur Schlusssirene. Anschließend diente die Aussicht auf Toulouse zumindest als Ablenkung vom Ärger über einen vergebenen Punkt gegen Wetzlar. „Das ist das Schöne daran, dass wir jetzt so viele Spiele haben“, sagte Michael Müller. „Es bleibt kaum Zeit zum Grübeln.“ Es geht immer weiter – gerade für einen wie Michael Müller, der eben noch mit der Nationalmannschaft unterwegs war, dann im Hessenderby auftrumpfte, schließlich auf Toulouse trifft und zwischendurch auch noch 30 geworden ist, wie er anmerkt.

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Michael Allendorf ist vor Kurzem erst 28 geworden, aber auch für ihn sind das derzeit „spannende Wochen“, wie er sagt. Der Linksaußen hat festgestellt, dass kaum Zeit bleibt, ein Spiel aufzuarbeiten. Der Blick richtet sich auf Mittwoch, auf Toulouse: Gestern war Regeneration angesagt, heute und morgen stehen Taktikeinheiten auf dem Programm – und dann will die MT bereit sein für Toulouse.

„Das wird ein neues Erlebnis“, sagt Allendorf, obwohl er und mittlerweile fast alle Teamkollegen mit ihren Nationalmannschaften schon auf der internationalen Bühne aufgetreten sind und die Stimmung in der Rothenbachhalle gegen Wetzlar auch schon gehobenen Ansprüchen genügte. Gerade am Ende versuchten die MT-Anhänger unter den 2786 Zuschauern, ihre Mannschaft zum Erfolg zu tragen.

Trotzdem sagt auch MT-Trainer Michael Roth: „Bei Europapokalspielen herrscht ein ganz anderes Flair. Da dürfen wir nicht überziehen und müssen uns einen Rhythmus erarbeiten, um das Spiel über 60 Minuten zu bestimmen.“ Insofern lassen sich vielleicht doch ein paar Lehren aus der Partie gegen Wetzlar ziehen. Da ließ die MT nach furiosen 20, 25 Minuten doch etwas nach im letzten Spiel vor der großen Premiere.

Dass dies dann nicht ganz ohne französischen Einfluss ablief, lag an Guillaume Joli von der HSG Wetzlar. Der Mann aus Lyon scheiterte aber schon zu Beginn gleich zweimal gegen Melsungens Schlussmann Mikael Appelgren – einmal bei einem Siebenmeter. Aber nicht nur deshalb war Appelgren an diesem Tag in einer Form, in der es sich auch gegen Toulouse am Mittwoch bestehen lässt. Vielleicht hat der Bäcker dann ja auch Stangenbaguettes und Croissants im Angebot.

Quelle: HNA

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