KSV: Aufstieg nur noch etwas für Fantasten

Kassel. Vielleicht sollten sie beim Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel einfach den Antrag beim Deutschen Fußball-Bund stellen, in Zukunft nicht mehr gegen die Reserve des TSV 1860 München spielen zu müssen.

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Kostet ja nichts. Und beim DFB haben sie schon manch kuriose Entscheidung getroffen – also: Warum nicht? Spätestens nach dem 1:1 der Kasseler Löwen gegen die Münchner Jung-Löwen am Dienstagabend im Auestadion müssen alle, die es mit dem KSV halten, zur Einsicht gekommen sein: Das bringt nichts gegen diesen Gegner.

Da taten sie und machten sie vom KSV, und am Ende vermasselte der TSV ihnen doch wieder die Tour. So wie vor drei Jahren, als der an sich vergnügliche Saisonabschluss durch das 3:8 gegen diese Münchner getrübt wurde. So wie gegen Ende der vergangenen Saison, als nach dem 3:4 gegen diese Münchner der Traum vom Aufstieg in Liga drei nahezu ausgeträumt war. Und jetzt dieses 1:1 durch ein Gegentor in der Nachspielzeit, das nicht nur Abwehrspieler Marcel Stadel richtig ankekste, wie er später etwas unverblümter erzählte. Zwölf Punkte Rückstand Stadel sprach von einer großen Enttäuschung. Das Unentschieden hat schließlich eine weit reichende Konsequenz: Wäre es beim 1:0 durch das Tor des eingewechselten Thomas Brechler geblieben, hätte der KSV sich die Hoffnung herbeireden können.

Dann wären es zehn Punkte Rückstand gewesen auf Spitzenreiter Aalen – bei einem Spiel weniger. Das hätte sich gar nicht so schlecht angehört. Aber jetzt? Jetzt ist das Thema Aufstieg nur mehr etwas für Fantasten. Es scheint, als lieferte das Spiel gegen 1860 mit so vielen vergebenen Möglichkeiten die Überschrift für die Gesamtsituation des KSV und seine vergeblichen Versuche, in die dritte Liga zu kommen: immer knapp vorbei. „Wir resignieren nicht“ Trotzdem: „Wir resignieren nicht“, sagt Stadel. Auch Trainer Mirko Dickhaut hat nicht aufgegeben, auch wenn die Antwort auf die Frage nach dem verbleibenden Ziel nach dem Spiel diplomatisch ausfiel: „Unser Ziel ist es immer, das nächste Spiel zu gewinnen.“ Die Konzentration gilt der Auswärtsbegegnung gegen Eintracht Frankfurt II am Dienstag. Alles Weitere ergibt sich. Das geht auch aus den Worten des Präsidenten hervor. Jens Rose betonte gestern noch einmal: „Wir planen noch nicht konkret für die nächste Saison, solange wir nicht genau wissen, wo wir spielen.“

Dass es nun die Mannschaft ruhiger angehen lässt und sich die jungen, ambitionierten Spieler womöglich nach höherklassigen Vereinen umsehen, das glauben weder Dickhaut noch Rose. „Spieler, die so etwas tun, gibt es mit Sicherheit. Die spielen aber in anderen Mannschaften“, sagt Rose. Verträge laufen aus Fest steht: Das halbe Team hat einen Vertrag für die kommende Saison, darüber hinaus gibt es Akteure wie Kapitän Enrico Gaede, deren Kontrakt sich verlängert, sollte der KSV in Zukunft in Liga drei spielen. Es würde schwer, sie weiter in der Regionalliga zu binden. Stadel, dessen Vertrag ausläuft, sagt aber: „Wir geben weiter hundert Prozent.“ Das Gute ist: Der KSV muss in dieser Saison nicht mehr gegen 1860 antreten.

Von Florian Hagemann

Quelle: HNA

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