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KSV Hessen: Derby gegen Offenbach als Risikospiel

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Von: Frank Ziemke

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Der Stadionsprecher des KSV Hessen Kassel,  Charly Wimmer, im  Auestadion mit dem Mikro in der Hand
Endgültiger Abschied vom Mikro: Charly Wimmer wird heute als Stadionsprecher des KSV Hessen Kassel verabschiedet. Unser Bild zeigt ihn 2014 im Auestadion. © Christian Hedler

Das Derby gegen Offenbach ist für den KSV Hessen Kassel ein Risikospiel - auch sportlich. Beide hessischen Rivalen stecken in der Krise

Wird das die Wende? Oder der nächste Tiefpunkt? Vor dem Derby gegen Kickers Offenbach ist die Lage beim Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel (14 Uhr, Auestadion) angespannt wie lange nicht. Kein Wunder nach diesem Start. Acht Spiele. Kein Sieg. Zwei jämmerliche Punkte. Platz 18. Schlusslicht also. Schlimmer geht es kaum für Trainer Tobias Damm und sein Team. Das hessische Duell ist so Gefahr und große Chance zugleich. Was könnte die Stimmung besser heben, als ein Sieg gegen Offenbach?

Das gilt auch für Charly Wimmer, der sich die Voraussetzungen für heute anders gewünscht hätte. Denn für das 77-jährige KSV-Urgestein ist das Derby ein Tag des Abschieds. Zum letzten Mal wird seine Stimme im Auestadion erklingen. Wimmer, der sich zuletzt bereits zurückgezogen hatte, wird noch einmal die Aufstellungen verlesen. In der Pause ist dann eine Verabschiedung und die symbolische Übergabe des Mikros an Klaus Bachmann vorgesehen.

Einbruch nicht zu verstehen

„Natürlich habe ich mir das anders vorgestellt. Die letzte Saison hat richtig Spaß gemacht. Den Einbruch jetzt, den verstehe ich nicht wirklich. Der Vorteil des Eingespieltseins zieht überhaupt nicht“, sagt Wimmer. Natürlich hofft er auf einen Sieg im Derby. Für seinen Abschied. Aber noch mehr für die Tabelle. Wimmer sagt aber auch: „Ich habe immer etwas Bammel vor dem Spiel gegen Offenbach.“ Das meint er nicht sportlich, sondern atmosphärisch: „Das große Polizei-Aufkommen, die oft zu hitzige Stimmung, das hat mich immer bedrückt.“ Auch deshalb ist sein zweiter Wunsch: „Es soll friedlich bleiben.“

Die Partie wurde natürlich als Risikospiel eingestuft. Mit seinem Wunsch, das Derby am Freitag unter Flutlicht stattfinden zu lassen, konnte sich der KSV deshalb nicht durchsetzen. Heute gilt im Stadion eine strikte Trennung der Fan-Lager. Wie immer bei Risikospielen ist der Durchgang zwischen Auestadion und Eissporthalle gesperrt. Der Zugang für Gästefans erfolgt ausschließlich in der Südkurve.

OFC schon elf Punkte zurück

Und wie ist die Stimmung in Offenbach nach dem Trainerwechsel unter der Woche? Die Lage bei den Kickers ist ja durchaus vergleichbar mit der des KSV – man hinkt den eigenen Ansprüchen weit hinterher. Diese Ansprüche sind natürlich ungleich höher. Der Aufstieg soll es sein. Nichts anderes. Doch auf Spitzenreiter Ulm beträgt der Rückstand bereits elf Punkte.

Nach der Entlassung von Trainer Alexander Schmidt am Mittwoch soll Alfred Kaminski als Interimslösung in Kassel die Wende einläuten. „Solche Spiele lieben wir als Fußballer“, sagt der vor dem Derby. Fügt mit Blick auf die Rivalität unter den Fans aber hinzu: „Wenn alles im Rahmen bleibt.“

Die Stimmung am Bieberer Berg reicht von Niedergeschlagenheit bis Verunsicherung. „Es war keine Entscheidung, die du aus dem Ärmel schüttelst.“ So wird Geschäftsführer Matthias Georg im Kicker mit Blick auf Schmidts Entlassung nach nur 85 Tagen Amtszeit zitiert. Und natürlich sagt der 53-Jährige: „Wir brauchen einen Schulterschluss mit Trainerteam, Fans, Mannschaft und Verein.“

Das allerdings gilt auch für die Gastgeber. Auch bei KSV ist die Stimmung nach zuletzt guten Jahren gekippt. Auch bei den Löwen heißt es beim Abschied von Charly Wimmer: Zusammenstehen für den Derbysieg.“

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