Sergej Schmik - letztes Spiel mit den Löwen

Ein letztes Mal die Stutzen tief: KSV-Verteidiger verabschiedet sich mit Niederlage

Sein letzter Einsatz im Löwen-Trikot: Sergej Schmik im Hessenpokal-Finale.

Wer Sergej Schmik auf dem Fußballplatz erkennen will, der muss ihm nur auf die Beine schauen. Denn bei keinem anderen Spieler des KSV Hessen Kassel hängen die Stutzen so tief wie beim 28 Jahre alten Außenverteidiger.

Er erinnert fast ein bisschen an Thomas Müller. Die Schienbeinschoner haben ihren Namen bei ihm nicht wirklich verdient. Aber das passt zu Schmik.

Schmik ist ein Arbeiter. Einer, der nie aufgibt, antreibt, Fußall lebt. Er ist einer, der fast nie fehlt, mit die meisten Minuten in einer Saison auf dem Feld steht. Selten verletzt, selten gesperrt. Zuverlässig. Und er wird den Löwen nun fehlen. Denn Schmik wechselt zum SC Verl in die Regionalliga West. Nach vier Jahren in Kassel. 126 Ligaspielen für den KSV. Sein letztes sollte dann aber dieses Pokalfinale gegen Steinbach sein.

Und dieses Endspiel zeigt noch einmal, warum Schmik in den vergangenen Jahren so eine wichtige Konstante bei den Löwen war. Schmik klärt in höchster Not (12.). Schmik macht nach einem Freistoß fast das 1:0 für den KSV – steht aber im Abseits. Und Schmik zieht in der 28. Minute von seiner rechten Außenbahn nach innen, bedient Marco Dawid, der die größte Chance der ersten Halbzeit hat.

Ein letztes Mal beackert der 28-Jährige in diesem Spiel die Außenlinie für die Löwen. Er schenkt keinen Ball her. Er klatscht immer wieder anfeuernd in die Hände. Gibt seinen Mitspielern aufmunternde Worte mit. Ja, bald wird er fehlen. Aber hier in Stadtallendorf, da will er noch einmal jubeln. Jubeln mit den Löwen.

Und als es kurz nach der Pause Aufregung um Kapitän Frederic Brill und Steinbachs Nikola Trkulja gibt, da ist Schmik mitten im Geschehen. Er kämpft wie ein Löwe für seine Löwen. Neben dem Platz ist er eher ruhig. Auf dem Feld, da kann er auch schon mal explodieren. Mentalitätsspieler. Führungsfigur.

Ein Jahr nachdem Schmik nach Kassel kam, stieg der TSV Steinbach in die Regionalliga Südwest auf. Verloren hatte der 28-Jährige seitdem noch nie gegen die Mannschaft seines Ex-Trainers Matthias Mink. Gestern Abend passierte es dann doch noch.

Im Auestadion wurde Schmik schon verabschiedet. Nun verabschiedete er sich mit gesenktem Kopf, die Stutzen hingen nach 90 Minuten Pokalfinale noch ein wenig tiefer In Zukunft darf man in Verl diesen Anblick genießen.

Dort wird Schmik in den Medien übrigens schon jetzt als Königstransfer des Sommers betitelt. Und wenn der Familienvater dort das Gleiche leistet wie für den KSV, dann wird sich dort schnell in die Herzen spielen. Denn auch ohne Hessenpokal-Titel – dort ist Schmik bei den Kasseler Fans schon lange.

Quelle: HNA

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