Am Donnerstag startet Aufstiegsrelegation zur 3. Liga 

KSV Hessen nach der Pokalniederlage: Traurig in eine ungewisse Zukunft

Kassel. Es waren harte Bilder: Während die Spieler des TSV Steinbach nach dem Schlusspfiff des Hessenpokal-Finals auf der einen Seite mit ihren Fans feierten, stand die Mannschaft des KSV Hessen Kassel minutenlang vor dem eigenen Anhang.

Still. Stumm. Regungslos. Ein Anblick, der zeigte, wie eng diese Gefühlsebenen im Sport immer wieder beieinanderliegen. Das 0:2 (0:0) der Löwen gegen den Ligakonkurrenten beendete die Hoffnungen auf die 1. DFB-Pokal-Hauptrunde in der kommenden Saison. Und einen Geldregen, den der KSV so dringend hätte gebrauchen können. Einige Erkenntnisse nach diesem Endspiel:

Der eine Trainer

Es ist in den vergangenen Wochen irgendwie immer die gleiche Überlegung. Einen Vorwurf machen kann man KSV-Trainer Tobias Cramer eigentlich nicht. Mit einem geringen Etat und vielen jungen, unerfahrenen Spielern hat er 47 Punkte geholt, die zu einem sicheren Mittelfeldplatz gereicht hätten – wäre dieser Punktabzug nicht gewesen. Dazu kommt die Finalteilnahme im Hessenpokal.

So äußerte sich der Trainer auch noch in Stadtallendorf: „Um das zu erreichen, muss man gute Leistungen auf den Platz gebracht haben.“ Für die Fans ist auch deswegen klar, dass sie Cramer weiterhin in Kassel sehen wollen. Im Fanblock der Löwen wurde beim Endspiel ein Banner mit der Aufschrift „Lasst ihr Cramer gehen, dann habt ihr ein Problem!“ hochgehalten.

Der andere Trainer

Sein Gegenüber Matthias Mink ist für Cramer ein alter Bekannter. Er selbst war ja einst Co-Trainer von Mink in Kassel. Und für den 50 Jahre alten Coach der Steinbacher war der Erfolg gegen seinen Ex-Klub bereits der zweite Pokaltriumph. Denn bereits 2015 hatte der den Hessenpokal gewonnen – damals allerdings noch mit den Löwen (2:1 im Auestadion gegen Gießen). Er sprach hinterher von einem „besonderen Sieg“. „Wir haben so gespielt, wie man gegen Kassel spielen muss: mit Leidenschaft und einer unangenehmen Zweikampfführung. Das war historisch. Wir haben heute wieder Geschichte geschrieben. Das ist der größte Erfolg des Vereins“, sagte Mink.

KSV Hessen Kassel verliert Pokalfinale gegen Steinbach

Die Zukunft

Wie es jetzt mit dem KSV weitergeht, hängt vor allem von den Aufstiegsspielen zur Dritten Liga ab. Dort müssen beide Vertreter der Regionalliga Südwest den Sprung in die nächsthöhere Spielklasse schaffen, damit die Löwen auch im kommenden Jahr viertklassig spielen dürfen.

Los geht es morgen bereits um 17.30 Uhr. Dann muss der KSV dem 1. FC Saarbrücken im Hinspiel gegen 1860 München (live im BR und SWR) die Daumen drücken. Ab 19 Uhr sollten die nordhessischen Anhänger auf einen Erfolg von Waldhof Mannheim im Duell mit dem KFC Uerdingen hoffen (Livestream im WDR und SWR). Zur gleichen Zeit steigt die dritte Partie zwischen Energie Cottbus und Weiche Flensburg, die aber für die Zukunft des KSV Hessen nicht von Belang ist. Die Rückspiele finden dann am Sonntag ab 14 Uhr statt und werden im WDR, BR und SWR übertragen. Zusätzlich gibt es Livestreams.

Danach wird sich dann auch klären, wie es bei den Löwen personell weitergeht. Klar ist, dass Sergej Schmik den Verein in Richtung Verl verlässt. Ob etwa Kapitän Frederic Brill, Lucas Albrecht, Cedric Mimbala, Sascha Korb oder auch Sebastian Szimayer im Falle eines Abstiegs beim KSV bleiben werden, erscheint mehr als fraglich.

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © Christian Hedler 

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