1:1 gegen Großaspach: Nach dem Spiel gab es Pizza

Heilbronn. Eine halbe Stunde nach dem Abpfiff saßen die Spieler von Hessen Kassel am Sonntag vor dem Mannschaftsbus, der am Heilbronner Frankenstadion parkte. Jeder mit einer Pizzaschachtel in der Hand, einem Pizzastück im Mund.

Picknick im Freien war angesagt. Hunger hatte der Regionalliga-Tabellenführer zum Gastspiel bei der SG Sonnenhof Großaspach mitgebracht. So richtig satt wurde der Topfavorit auf den Drittliga-Aufstieg mit dem 1:1 bei Großaspach nicht. Mit der Pizza schon. „Wir können heute mit dem einen Punkt glücklich sein“, sagte Mirko Dickhaut, Kassels Trainer. Das lag vor allem an der starken Leistung der Gastgeber. „Wir wollten mit Leidenschaft und Körpersprache aufs Feld gehen. Wir haben dann aber in den ersten 45 Minuten gespielt, als ob der Zeugwart die Trikots vertauscht hatte“, sagte Kassel-Trainer Dickhaut. Denn die rotgekleideten Großaspacher gaben den Takt vor – es sollte der erste Heimsieg der Saison her.

Abedin Krasniqi sorgte nach 26 Minuten für das verdiente 1:0. In Anschluss an eine Ecke war der Torschützenkönig des Vorjahres per Volley erfolgreich. Die Sonnenhof-Kicker drängten auf das 2:0. „In dieser Phase haben wir total gepennt“, sagte Kassels Rene Ochs. SG-Stürmer Nicola Mazzola wurde nach 42 Minuten von Florian Heussner im Strafraum gefoult. „Jeder im Stadion hat das gesehen – nur einer nicht“, zürnte Großaspachs Trainer Alexander Zorniger. Der eine, das war Schiedsrichter Matthias Zacher aus Nußdorf. „Ich hab ihn gefragt, warum er nicht gepfiffen hat“, sagte Mazzola hinterher: „Er hat nur gelacht. Mehr als dann auch zu lachen, bleibt mir ja nicht übrig.“ Das Lachen verging den Gastgebern zwischen Minute 46 und 70 dann vollends. „Das waren 25 schwache Minuten“, sagte Zorniger.

Kassel spielte in dieser Phase wie ein Tabellenführer. Der eingewechselte Kassel-Stürmer Thorsten Bauer sorgte für mächtig Wirbel. Prompt fiel der Ausgleich in der 57. Minute. Ein Schuss von Rene Ochs aus 28 Meter wurde lang und länger. Zu lang für SG-Keeper Knett. „Das war eigentlich eine Flanke“, sagte Ochs nach dem Spiel. Die 350 Zuschauer sahen in der letzten halben Stunde einen offenen Schlagabtausch auf sehr hohem Niveau. Erst recht, wenn man das grün-braune etwas von Spieluntergrund in die Bewertung miteinbezieht. „Mich hat es beinahe umgehauen, als ich diesen Kartoffelacker vor Spielbeginn gesehen habe“, sagte Rene Ochs.

Der Frankenstadion-Rasen ist an vielen Stellen immer noch ein von der Frisbee-WM geschädigter Flickenteppich aus viel Erde und wenigen Grasbüscheln. „Wir müssen es akzeptieren. Aber nicht von ungefähr haben wir auf besserem Rasen die besseren Ergebnisse eingefahren“, sagte SG-Kapitän Dennis Grab.

Der erste Heimsieg für das Team aus der Nähe von Backnang wäre trotzdem möglich gewesen. Wenn, ja wenn Abedin Krasniqi nach Zuspiel von Mazzola (74.) aus kurzer Distanz den Ball ins Tor statt an die Latte gesetzt hätte. Oder wenn Shqiprim Binakaj nicht am Tor vorbeigeköpft hätte (68.). „Ich kann es einfach nicht mehr mitansehen, wie wir die klaren Dinger verballern“, sagte Alexander Zorniger. Aber auch Kassel hatte noch Möglichkeiten auf den achten Saisonsieg. Bauer (70.) und Ochs (77.) verpassten das 2:1 für die Hessen.

SG Sonnenhof Großaspach: Knett, Jurczyk, Röcker, Grab, Cimander, Marschlich, Rehm, Binakaj, Adamos (84. Golinski), Krasniqi, Mazzola (76. Wagner).

KSV Hessen Kassel: Jensen, Heussner, Neunaber, Latifi, Gundelach, Pokar (46. Bauer), Asaeda, Gaede, Ochs, Damm (88. Koitka), Mayer.

Tore: 1:0 (26.) Krasniqi (26.), 1:1 (57.) Ochs. Zuschauer: 350.

Quelle: HNA

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