Es gibt noch Karten

KSV: Weiße Trikots sollen am Sonntag helfen

Kassel. In weißen Trikots und mit Männerfußball will der Fußball-Regionalligist KSV Hessen Kassel das kleine Wunder schaffen: den 0:2-Rückstand gegen Holstein Kiel im Rückspiel der Aufstiegsrunde herumdrehen und in die Dritte Liga aufsteigen (Sonntag, 14 Uhr).

Dass dies verdammt schwer wird, hat die Begegnung am Mittwoch an der Ostsee gezeigt. Die Schlappe dort gegen enorm starke Kieler hat für große Ernüchterung und so manche Träne bei den Spielern gesorgt.

All das: schnell vergessen, abhaken, aus den Köpfen bekommen. „Wir jammern nicht. Was zählt, ist das, was kommt“, sagt Löwen-Trainer Uwe Wolf, der vor allem auf die Unterstützung der Fans baut. Mit annähernd 17 000 KSV-Anhängern wird gerechnet.

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Wolf hofft, dass sie sich genau so verhalten wie die Lauterer-Fans während des Relegationsspiels gegen Hoffenheim: „Die haben das Team von der ersten bis zur letzten Minute bedingungslos angefeuert.“ Das hat Wolf imponiert. Aber solch eine Unterstützung soll nur ein Punkt sein im Plan, das nicht mehr ganz so möglich Erscheinende doch noch möglich zu machen.

Helfen sollen auch weiße Trikots, in denen der KSV auflaufen will. Hintergrund: Weiß hat den Löwen schon oft Glück gebracht: Das entscheidende Spiel in der Oberliga vor sieben Jahren gegen den FSV Frankfurt zum Beispiel gewannen sie – in weißen Trikots.

Das sind die Psycho-Tricks. Was der KSV zudem und vor allem noch braucht, ist eine ernorme Leistungssteigerung gegenüber dem Hinspiel. Die Spieler dürfen sich nicht noch einmal so beeindrucken lassen von der Kieler Wucht, die über sie hereinbrach. Mittelfeldspieler Ricky Pinheiro fordert Männerfußball, sein Kollege Andreas Mayer meint: „Wir müssen Eier zeigen.“

Wie Wolf es taktisch angehen will, verriet er nicht. Er meinte nur, sein Team müsse die Balance finden: Druck erzeugen auf der einen Seite, sicher stehen in der Defensive auf der anderen. Gut möglich, dass er Pinheiro auf die rechte Seite zieht, weil Sebastian Schmeer dort am Mittwoch keinen Stich sah. Für Pinheiro könnte Viktor Riske ins defensive Mittelfeld rücken. Für den am Mittwoch wenig durchsetzungsstarken Gabriel Gallus könnte Jonas Marz auflaufen.

Die Mannschaft trainiert Samstag Mittag, dann geht es ins Hotel. Dort soll das kleine Wunder seinen Feinschliff erhalten. Womöglich zeigt Trainer Wolf dann auch noch einmal ein paar Videos von Mannschaften, die ein 0:2 aus dem Hinspiel im Rückspiel gedreht haben. Dass die Löwen mittlerweile die Tränen getrocknet haben und in den Kampfmodus zurückgekehrt sind, belegt die Aussage des Außenverteidigers Tobias Becker: „Wir werden uns wehren und nicht noch einmal unter Wert verkaufen.“

Von Florian Hagemann

Quelle: HNA

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