Unentschieden gegen Fürth: KSV-Trainer Wolf trauert Matchball nach

Fürth. Ein bisschen umgewöhnen muss sich Uwe Wolf schon noch. Er ist jetzt Trainer in der vierten Liga. Und wenn Auswärtsspiele bei zweiten Mannschaften anstehen, kann er nicht nur jedem Zuschauer einzeln die Hand geben, sondern er versteht auch jedes Wort hinter ihm.

So kam es, dass sich der neue Trainer des KSV Hessen Kassel am Samstag beim 1:1 bei der Reserve der Spielvereinigung Greuther Fürth gleich mal mit einem der exakt 252 Besucher in der Trolli-Arena – sagen wir mal – unterhielt. Und zwar etwas lauter und während des Spiels. Der Zuschauer erboste sich darüber, dass Wolf zum Weiterspielen aufrief, als ein Fürther und der KSV-Kapitän Enrico Gaede am Boden lagen.

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Wolf klärte das Missverständnis unverzüglich auf: Er habe Gaede ermuntern wollen, weiterzumachen, nicht aber die notwendige Verletzungsunterbrechung aufhalten wollen. Das war eine Randnotiz, und doch deutet sie darauf hin, dass es mit dem neuen KSV-Coach nicht langweilig werden wird. Die Partie bei der Fürther Reserve war sein erstes Punktspiel auf der Trainerbank seit dem 6. November 2010 – damals war er Co-Trainer beim FC Ingolstadt. Eine gewisse Anspannung habe er vor der Begegnung verspürt, sagte er. „Aber wenn das Kribbeln nicht wäre, dann wäre man auch nicht mit Herzblut dabei.“

Dass es nach dem Sieg im Hessenpokal gegen Eschborn nun nichts wurde mit dem perfekten Einstand in der Liga, ärgerte ihn zumindest ein bisschen: „Wir haben den Matchball bei der Chance von Andreas Mayer leider nicht genutzt.“ So kassierte der KSV in der Nachspielzeit noch das 1:1. Trotzdem war Wolf nicht unzufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft: „In der ersten Halbzeit hatten wir einen Nachholbedarf im Aufbauspiel, in der zweiten Halbzeit war das ganz ordentlich.“ Ein Extra-Lob gab es für Tobias Damm, der zunächst noch auf der Bank hatte Platz nehmen müssen. „Er hat nach seiner Einwechslung richtig für Belebung gesorgt“, sagte Wolf.

Nach seiner Verletzung scheint Damm nun also ein Kandidat für die Startelf zu sein – ebenso wie der ebenfalls eingewechselte Dennis Wehrendt, der allerdings prompt die fünfte Gelbe Karte sah und für das nächste Spiel gesperrt ist. Das steht am kommenden Samstag an – im Auestadion gegen die Reserve von 1860 München. Wolf hofft, dass dann ein paar Zuschauer mehr kommen werden als 252. (hag)

Fotos: Neuer KSV-Trainer Uwe Wolf

Das ist KSV-Trainer Uwe Wolf

Quelle: HNA

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