Umbruch im Unterbau: Sponsor Gerhard Klapp Chef des Amateurbereichs, Wolfgang Zientek Trainer

KSV: Zwei Neue und ein Rücktritt

Er führt in Zukunft die Jugend des KSV als sportlich Verantwortlicher: Wolfgang Zientek. Foto:  Fischer/nh

Kassel. Das Personal ist neu, die Ziele sind hoch, den ersten Ärger gibt es aber auch schon: In der Jugendabteilung des Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel findet ein großer Umbruch statt, sorgt für Hoffnungen, aber auch für Unruhe. Der Mann, der im Mittelpunkt dieser Aktivitäten steckt, heißt Gerhard Klapp. Der Kosmetik-Unternehmer aus Lichtenau ist als Sponsor bei den Löwen eingestiegen - mit einer Summe, die nicht genannt wird, sich wohl im sechsstelligen Bereich bewegt.

Klapp unterstützt damit aber nicht die erste Mannschaft. Er gibt sein Geld für den Unterbau. Angefangen bei der U-23-Reserve bis zur Jugendabteilung und zu den Frauen. Doch nicht nur das: Klapp will und wird auch mitreden. „Ich bin alleiniges Arbeiten als Firmenchef gewohnt. Ich möchte auch hier die Dinge in der Hand haben“, sagt er. So wird beim KSV für den neuen Großsponsor eine neue Funktion eingeführt. Arbeitstitel: Vorsitzender des Amateurbereichs. „Das ist vom Vorstand so beschlossen“, bestätigt Klub-Chef Jens Rose. „Veränderungen müssen sein. Wir wollen schließlich Stück für Stück voran kommen. Natürlich werde ich aber genau schauen, wie die Sache funktioniert“, sagt er.

In den vergangenen Jahren war Klapp beim FV Lichtenau aktiv. Der A-Jugend des Klubs gelang der Aufstieg in die Hessenliga. Nach einigen Differenzen - „zu viele wollten mitreden“ so Klapp - wechselt der 62-Jährige nun zu den Löwen. „Seit 20 Jahren”, so Klapp, „kann ich nicht verstehen, dass es mit der KSV-Jugend nicht vorangeht.” Deshalb setzt er hohe Ziele. Die Reserve soll den Aufstieg schaffen, die Frauen irgendwann in der 2. Bundesliga spielen. Die Jugend will er auf eine breitere und erfolgreichere Basis stellen. Dazu gehört die Gründung einer zweiten A- und B-Jugend-Mannschaft.

Mirko Dickhaut, Trainer der ersten Mannschaft, unterstützt Klapps Pläne. „Wir müssen eine bessere Verzahnung der Abteilungen hinbekommen“, sagt er. Taktisch sollen sämtliche Teams ähnlich ausgerichtet sein. „Wir können den Jugendlichen die Chance bieten, in der ranghöchsten Mannschaft der Region zu spielen“, sagt Klapp.

Der Mann, der das Konzept künftig als Jugendkoordinator umsetzen soll, heißt Wolfgang Zientek. An dieser Personalie scheiden sich die Geister. Zientek betrieb bereits beim KSV Baunatal sowie in Lichtenau erfolgreiche Nachwuchsarbeit. Seine sportliche Qualifikation gilt als tadellos. „Die Sozialkompetenz in der Jugendarbeit spreche ich ihm aber ab”, sagt Karl-Heinz Arrich. Der bisherige Jugendleiter hat deshalb sein Amt niedergelelegt. Nach „zehn Jahren und drei Stunden täglich“, ist ihm das hörbar schwergefallen. Um Abstand zu gewinnen, hat er sich in einen Kurzurlaub verabschiedet. Schmutzige Wäsche möchte er nicht waschen: „Dem KSV und vor allem Jens Rose bin ich nicht böse.“

Neben Arrich wird auch der derzeitige hauptamtliche Jugend-Koordinator Jörg Ehrlich nach Ablauf seines Vertrages im Sommer aus dem Amt scheiden, das dann Zientek übernimmt. Und was sagt Klapp über den Vorwurf „fehlende Sozialkompetenz“ seines ersten Mannes? „Er ist ein großartiger Fachmann. Das ist das Wichtigste“, so Klapp über den früheren Zweitligaspieler. Dass es Probleme gab, räumt er ein: „Die lagen im privaten Bereich und sind ausgeräumt. Er hat diese Chance verdient.“ So sieht es auch Mirko Dickhaut, für den Zientek in dieser Saison als Scout tätig ist: „Mir gegenüber hat er sich tadellos verhalten. Und er besitzt einen großen Fußballsachverstand. Davon kann die Jugend nur profitieren.“

Von Frank Ziemke

Quelle: HNA

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