Lazarett gegen Wundertüte

KSV: Personalprobleme vor Spiel bei Freiburg II noch größer

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Spielen sie, oder spielen sie nicht? Gabriel Gallus steht vor einer Hand-OP.

Freiburg. Es ist ja nicht so, dass die Aufgabe an sich nicht schon schwer genug wäre. Der kriselnde Vorjahresmeister KSV Hessen Kassel tritt am Sonntag (14 Uhr, Möslestadion) beim SC Freiburg II an. Die Gastgeber sind Tabellenzweiter (29 Punkte). Sie sind die stärkste Heimmannschaft der Liga (17 Punkte).

Sie haben die beste Hintermannschaft (11 Gegentore). Und sie schöpfen aus einem Kader, der KSV-Trainer Jörn Großkopf zu dem Satz verleitet: „Wir spielen gegen das Ungewisse. Das ist eine große Wundertüte, die uns da erwartet.“

Sage und schreibe 31 Akteure hat Trainer Xaver Zembrod bereits eingesetzt. Womit wir beim Beginn wären – der Aufgabe, die ohnehin schwer genug ist. Für Großkopf wird sie nämlich noch schwerer, weil seine Auswahl an Spielern immer kleiner wird. Der Löwen-Trainer ist froh, wenn er überhaupt elf Mann zusammenbekommt. „Unter der Woche haben wir im Training oft nur Fünf gegen Fünf spielen können“, sagt er.

Dass die Langzeitverletzten im KSV-Lazarett so schnell nicht zurückkehren werden, ist klar. Ohne Enrico Gaede, Ingmar Merle und Christian Henel wird das Team lange auskommen müssen. Bobo Mayer ist nach seiner fünften Gelben Karte gesperrt. Dazu gibt es viele Fragezeichen: Verteidiger Maximilian Sauer ist zwar wieder im Training, nach insgesamt fünf Wochen Pause sagt sein Trainer aber: „Eigentlich ist er noch nicht so weit.“ Auch Innenverteidiger Stefan Müller könnte wieder ausfallen. Gerade erst von seiner Oberschenkelverletzung genesen, musste er nach einem Sturz auf die Hüfte das Training abbrechen.

Gabriel Gallus, der frühere Freiburger, trainierte zwar, ihm steht aber eine Operation an seiner verletzten Hand bevor. Sein Einsatz an alter Wirkungsstätte ist deshalb ungewiss. Im Training nicht dabei waren unter der Woche Marcel Andrijanic, der sich mit einem schweren Infekt plagt und bis Sonntag kaum wieder fit sein dürfte, sowie Marco Dawid wegen einer Seminarteilnahme.

Der Gedanke, personell nachzulegen, liegt beim kleinen Kader nah. „Ich hab das angesprochen, aber uns sind die Hände gebunden“, sagt Großkopf. Wenn sein Rumpfteam am Sonntag im ICE nach Freiburg aufbricht, will er die Personalnot nicht als Ausrede gelten lassen. „Wir kennen das Dilemma ja“, sagt er. Was ihm trotz des starken Gegners Mut macht: „Jedes Auswärtsspiel ist für uns derzeit leichter als die Heimauftritte.“ Denn: „Der Druck, der auch von außen aufgebaut wird, ist richtig groß. Es sind viele Kilo, die die Spieler mit sich herumtragen.“

Von Frank Ziemke

Quelle: HNA

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