Handball-Bundesligist Melsungen verliert 30:35 – Junillon mit Verdacht auf Fingerbruch

Lemgo zu stark für MT

Da spielte er noch: Franck Junillon (in Weiß) im Angriff. Bei ihm besteht Verdacht auf einen Fingerbruch. Foto: Cohen

Lemgo. Das Aufbäumen in Halbzeit zwei kam zu spät. Mit 30:35 (13:21) hat Handball-Bundesligist MT Melsungen gestern Abend beim TBV Lemgo verloren. Den Sieg vergaben die Nordhessen in der ersten Hälfte. „Wir haben sehr schlecht angefangen“, bilanzierte MT-Trainer Ryan Zinglersen nach dem Spiel.

Sinnbildlich schon die Auftaktphase. Lemgo erwischte im Nachbarschaftsduell den deutlich besseren Start. Vor allem dank Kreisläufer Sebastian Preiß. Der 28-Jährige traf in den ersten Minuten gleich dreimal und sorgte dafür, dass die Gastgeber nach sieben Minuten bereits mit drei Toren in Front lagen. Ein Auftakt, von dem sich Melsungen in der ersten Hälfte nicht so recht erholte. Vieles kam zusammen.

Stichwort Torwart: Mario Kelentric hielt bis zur 20. Spielminute gerade einmal einen Ball. MT-Trainer Ryan Zinglersen reagierte und brachte Robert Lechte. Der parierte kurz vor der Halbzeit zumindest einen Siebenmeter von Michael Kraus (29. Minute). Der Nationalspieler war einer der überragenden Akteure der Partie. Der 26-Jährige war Dreh- und Angelpunkt des Lemgoer Angriffsspiels. Und der beste Torschütze. Allein in der ersten Halbzeit traf der Rückraumspieler achtmal (bis zum Ende elfmal) – und überforderte die Melsunger sichtlich. Zunächst war Alexandros Vasilakis für Kraus’ Bewachung zuständig – damit jedoch überfordert. Auch Franck Junillon, der Mitte der ersten Halbzeit nach einem Schlag auf die Wurfhand raus musste, und später Jens Schöngarth konnten Kraus nicht ausschalten.

Während der Nationalspieler und seine Teamkameraden konsequent ihre Freiräume nutzten und mit fast traumwandlerischer Sicherheit ein ums andere Mal trafen – gerade mal fünf Bälle in Halbzeit eins setzten sie neben das Tor –, blieben die Melsunger in der Offensive zu schwach. Im eigenen Rückraum ließen sie den Ball zwar laufen, doch nach vorn entwickelten sie viel zu wenig Druck. Die Folge: Nach 26 Minuten lagen die Gastgeber beim 21:11 mit zehn Toren in Front.

Ein Vorsprung, dank dessen sie in Halbzeit zwei einen Gang zurückschalten und mit Blick auf das am Freitag anstehende Spiel im EHF-Pokal bei Naturhouse La Rioja in Spanien Kräfte sparen konnten. Melsungen spielte nach dem Seitenwechsel deutlich konsequenter. Besonders Torhüter Lechte lief zur Hochform auf und hatte entscheidenden Anteil daran, dass die MT noch einmal in die Partie zurückfand. Der Schwede allein zeigte elf Paraden, während seine Vorderleute nun besser trafen. Besonders Vasilakis mit insgesamt neun Treffern sorgte dafür, dass die MT zumindest noch einmal auf fünf Tore verkürzte.

Schmerzlich: Nach dem Spiel stellte sich heraus, dass Junillon sich wohl einen Finger gebrochen hat. „Das tut weh“, sagte Zinglersen. Melsungen: Schöngarth 3, Junillon 2, Klitgaard 6, Tellander 1, Tzimourtos 2, Vasilakis 9, Sanikis 2, Vuckovic 5

Von Jörg Hagemann

Quelle: HNA

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