Grandiose Energieleistung: MT Melsungen knöpft Flensburg einen Punkt ab

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Punkt geholt: Völlig unverhofft gelang der MT Melsungen ein Remis gegen die SG Flensburg-Handewitt.

Kassel. Irgendwann ist immer das erste Mal. Umso schöner, wenn es völlig unverhofft kommt. Wie das 32:32 (16:17)-Remis der MT Melsungen gegen die SG Flensburg-Handewitt, der erste Punktgewinn im 14. Bundesliga-Vergleich mit den Nordlichtern.

„Der Bann ist gebrochen“, freute sich MT-Trainer Roth. Über ein starkes und von den 2700 Zuschauern frenetisch gefeiertes Kollektiv, das mit einer unglaublichen Energieleitung sogar den Ausfall von drei Stammspielern wegsteckte.

Video: Christian Zufelde nach dem Spiel im Interview

Schon der Start war verheißungsvoll. Regisseur Schweikardt hielt zunächst die Fäden des Offensivspiels seiner Mannschaft fest in Hand, brachte Tempo in den eigenen Positionsangriff, wo der agile Nenad Vuckovic die Lücken in der SG-Abwehr konsequent nutzte. Und am Kreis war Felix Danner stets anspielbereit - und treffsicher. So gab der Außenseiter bis zum 7:6 sogar leicht den Ton an. Einzig mit Nationalspieler Glandorf tat sich die Melsunger 6:0-Deckung schwer, der fast im Alleingang seine Mannschaft im Spiel hielt.

Die dann doch rechtzeitig auf Touren kam. Insbesondere Europameister Mogensen, ein torgefährlicher Spielmacher, der mit dem eingewechselten Petar Djordjic besser harmonierte als zuvor mit Lars Kaufmann. Umso erfreulicher, dass sich Torwart Sandström in dieser Phase zu steigern wusste und seine Mannschaft mit seinen Paraden gegen Eggert und Djordjic auch über eine Zeitstrafe für Rechtsaußen Karipidis (20.) verhalf. So blieben die Nordhessen trotz eines zunehmend offeneren Schlagabtausches dran. Und Vuckovic‘ sechster Treffer zum 16:17 16 Sekunden vor dem Pausenpfiff hielt die Hoffnung auf eine Überraschung am Leben.

Glandorf gebändigt

Die wurde weiter genährt: durch den Ausgleich von Christian Hildebrand (18:18, 33.) und durch Vasilakis‘ „Rakete“ zum 20:19 in eigener Unterzahl (35.). Überhaupt war der Linkshänder nun kaum mehr zu halten, während eine Manndeckung (Zufelde) sein Flensburger Pendant Glandorf zumindest phasenweise bändigen konnte. Dafür legte allerdings Nationalspieler Kaufmann seine Hemmungen ab.

Die Folge: ein Duell auf Augenhöhe, ein Spiel auf des Messers Schneide. Und eine Halle, die die Zeichen der Zeit erkannt hatte, ihr Team frenetisch anfeuerte sowie nach 48 Minuten drei Melsunger Treffer in Folge durch Zufelde, Danner und Vuckovic zum 27:25 bejubelte.

MT Melsungen spielt unentschieden gegen Flensburg

MT Melsungen spielt unentschieden gegen Flensburg

Alles andere als eine Vorentscheidung, zumal sich die Abnutzungserscheinungen im Angriff der Melsunger häuften. Doch sie fanden auch in größter Bedrängnis eine Lösung. Allen voran Linksaußen Zufelde. Erst traf der Allendorf-Vertreter per Kempa-Trick zum 29:27, dann holte er rotzfrech den Siebenmeter zum 30:28 (54.) heraus.

Danach drohte dem Roth-Team auch die zweite Luft auszugehen. Besonders in der Abwehr, wo Szilagyi, Mocsai und Knudsen die Partie innerhalb von 90 Sekunden drehten. Aber nicht kippten, weil Vuckovic kurz vor Schluss zum hoch verdienten 32:32 traf.

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