KSV siegt mit Ach und Krach gegen Pfullendorf

Kassel. Fußball-Regionalligist KSV Hessen Kassel hat nach drei Niederlagen in Folge wieder gewonnen - ein Befreiungsschlag aber sieht anders aus. Am Ende hieß es am Freitagabend 1:0 gegen den bisher sieglosen Tabellenletzten SC Pfullendorf.

Es war ein Erfolg mit Ach und Krach, der zwar drei Pünktchen bringt, aber kein sportliches Ausrufezeichen in Zeiten der Krise ist. Nach einer hektischen Woche kamen nur noch 1800 Zuschauer ins Kasseler Auestadion - nach offizieller Angabe. In Wahrheit dürften es noch weniger gewesen sein.

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Dem KSV war die Nervosität anzumerken, die drei Niederlagen und Turbulenzen im Umfeld wohl zwangsläufig nach sich ziehen. Selbst einem Routinier wie Enrico Gaede unterlief in der Anfangsphase ein Leichtsinnsfehler. Der KSV-Kapitän spielte nach den Ausfällen von Viktor Riske und Sebastian Gundelach diesmal in der Abwehr. Interessant: Zuletzt war Gaede von Mirko Dickhaut als Innenverteidiger aufgestellt worden. Als Trainer Christian Hock kam, gehörte es zu seinen ersten Maßnahmen, Gaede wieder ins Mittelfeld zu beordern.

Jetzt war der Spielführer der Löwen also wieder Mitglied der Viererabwehrkette, die einen überaus unsicheren Eindruck machte und Chancen der Pfullendorfer zuließ: Uwe Beran und Nedzad Plavci vergaben aber in der Anfangsviertelstunde aus aussichtsreichen Positionen. Vor allem Bernd Gerdes auf der für ihn ungewohnten rechten Abwehrseite wirkte überfordert. Er konnte einem fast schon leid tun.

Und sonst? Gegen den Tabellenletzten gelang es den Kasselern kaum, ein geordnetes Spiel aufzubauen. Möglichkeiten resultierten insbesondere aus Fehlern der Gäste. Als Torwart Sebastian Willibald den Ball nicht weit genug aus der Gefahrenzone drosch, schoss Andreas Mayer einfach mal aus 30 Metern und halbrechter Position Richtung Tor - fast mit Erfolg. Das 1:0 fiel trotzdem. In der 33. Minute profitierte Caner Metin von einem Missverständnis in der Pfullendorfer Hintermannschaft. Er umkurvte anschließend geschickt den gegnerischen Keeper - und das Erfolgserlebnis war perfekt.

Das Problem: Die Führung gab kaum Sicherheit. Im Gegenteil: Auf der anderen Seite tauchte plötzlich Ingemar Teever völlig frei vor KSV-Keeper Erik Domaschke auf. Der blieb Sieger in der Eins-gegen-Eins-Situation. 1:0 zur Pause - Pfiffe der Fans blieben aber nicht aus.

Nach der Pause wuchs der Unmut der Anhänger, weil das KSV-Spiel nicht besser wurde. Die Anzahl der Löwen auf dem Feld reduzierte sich dagegen. Nach einer Notbremse gegen Ingemar Teever sah Enrico Gaede Rot. Und wenn das aus Kasseler Sicht nicht alles sehr traurig wäre, könnte man durchaus von einer Pointe sprechen, dass der verpasste Aufstieg im vergangenen Jahr auch stark mit einem Platzverweis gegen einen gewissen Innenverteidiger namens Gaede zusammenhängt. Damals in Darmstadt.

Immerhin: Der KSV verteidigte den Vorsprung, nicht schön, aber irgendwie. Gelegenheiten für Pfullendorf ließ er kaum zu - außer einem Kopfball Michael Falkenmayers. Es blieb beim 1:0 - und bei Pfiffen.

Kassel: Domaschke - Gerdes, Gaede, Wolf, Knipping - Wehrendt, Mayer - Nguyen (59. Murawski), Metin, Ochs (68. Kwak) - Damm (90. Hajdarovic)

Pfullendorf: Willibald - Werne (90. Stark), Ovuka, Falkenmayer, Straub (75. Schreyeck)- Biggel (56. Jeske), Saccone, Braun, Beran - Plavci, Teever

Von Florian Hagemann

Quelle: HNA

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