Neu bei den Huskies

Matthias Bergmann hat den Krebs besiegt und ist nun zurück auf dem Eis

Hat Platz genommen im neuen Huskies-Auto: Matthias Bergmann. Foto: Streuff

Kassel. Spaßvogel und doch seriös, Führungskraft und unglaublich ehrgeizig. Sogar im Training wolle er immer gewinnen. „Matthias Bergmann ist eine wunderbar ausgewogene Mischung“, sagt Cheftrainer Rico Rossi über den Verteidiger.

„Er ist ein toller Kollege, der immer versucht zu helfen“, ergänzt Sebastian Alt, sein Partner in der Defensive des Eishockey-Zweitligisten Kassel Huskies. Bergmanns bisherige Bilanz zeugt zudem von seinen Offensivqualitäten: In vier Spielen erzielte der Verteidiger schon sechs Punkte (zwei Tore, vier Vorlagen).

Im Sommer hat der 32-Jährige in Nordhessen angeheuert - und damit recht weit nördlich für seine Verhältnisse. Denn außer seinen 34 Zweitliga-Einsätzen für die Hannover Indians 2009/10 ging der Rosenheimer stets an Eishockey-Traditionsstandorten im Süden aufs Eis: Lange Jahre bei seinem Heimatverein Starbulls Rosenheim, in Bad Tölz und Klostersee.

Und nun also Kassel. Nie zuvor hat der gelernte Kfz-Mechaniker, der mit 22 Jahren Eishockey-Profi wurde, hier gespielt, oder ist auf die Huskies als Gegner getroffen. „Eine neue Erfahrung, denn Kassel ist ja eine Adresse im Eishockey. Aber ich bin hier super aufgenommen worden, wir haben ein wirklich tolles Team“, erklärt er. In Guxhagen wohnt er nun. Bislang blieb angesichts von Training und Einsätzen am Wochenende wenig Zeit, die neue Heimat kennenzulernen. Einen Lieblingsort habe er schon, verrät er und grinst: „Das ist Carciolas Restaurant.“ Die Eltern von Mitspieler Adriano Carciola führen eine Pizzeria, in der die Huskies gern zu Gast sind. Auch das erste Ausflugsziel steht schon fest: „Der Herkules“, sagt Bergmann. Geplant sei außerdem ein Besuch bei den Bundesliga-Handballern der MT Melsungen - obwohl seine Leidenschaft abseits des Eises seit Kindertagen Fußball ist: Der gebürtige Bayer ist Fan des FC Bayern München.

Kurz nachdem er das erwähnt hat, fällt ein zweiter Satz über sein Engagement in Kassel, der viel aussagt über den Menschen Matthias Bergmann. „Ich freue mich, dass ich hier bin, und die Chance habe, hier zu spielen.“

Denn im vergangenen Sommer erhielt der damals 30-Jährige die Diagnose Krebs. Eishockey war von einem auf den anderen Tag völlig unwichtig, der geplante Wechsel zum Zweitligisten Bad Nauheim hinfällig. Über die Monate, die folgten, sagt Bergmann: „Es war keine einfache Zeit. Ich denke, ich hatte großes Glück und tolle Unterstützung in der Heimat. Jetzt bin ich hier, und das ist alles, was zählt.“ Er kämpfte sich zurück. Mitte Januar hatte er beim Rosenheimer Zweitliga-Team wieder die Chance, auf dem Eis zu stehen. Heute sagt er: „Ich bin stärker zurückgekommen.“ Die Rückennummer 52 erzählt seine Geschichte: „Fünf ist meine Glückszahl - zwei steht für die zweite Chance, die ich bekommen habe.“

Im jungen Team der Huskies ist Bergmann Führungsspieler - wegen seiner Erfahrung und seines Alters. Nach Sven Valenti (39) und Austin Wycisk (33) ist er der Drittälteste im Team.

Steckbrief

Position: Verteidiger

Rückennummer: 52

Bisherige Vereine: Starbulls Rosenheim, EC Bad Tölz, Hannover Indians, EHC Klostersee

Außer Eishockey: abgeschlossene Ausbildung als Kfz-Mechaniker, Fußball-Fan des FC Bayern München

Hobbys: Musik, Sport

Lieblingsessen: Steak

Lieblingsmusik: Querbeet

Familienstand: ledig

Von Michaela Streuff

Quelle: HNA

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