Handball-Bundesligist Melsungen will heute zuhause Image verbessern, Vasilakis fehlt

Der Meister ist zu Gast

Kieler Gefahrenherd: Christian Zeitz (Mitte) verfügt über einen harten Wurf. Hier kommt er gegen die Melsunger Ivan Brouko (li.) und Jens Schöngarth zum Abschluss. Foto: Hahn

Kassel. Bei diesem Gegner könnte Matjaz Tominec das Training darauf ausrichten, dass seine Schützlinge den Superstar Filip Jicha weit genug vom Tor fernhalten. Oder dass der deutsche Ex-Nationalspieler Christian Zeitz zu unmöglichen Würfen aus dem rechten Rückraum gezwungen ist.

Auch dass THW-Mannschaftsführer Marcus Ahlm nicht am Kreis schalten und walten kann. Doch angesichts des kapitalen Fehlstarts seines Teams (0:8-Punkte) in die Saison der Handball-Bundesliga legt der slowenische Coach der MT Melsungen vor dem Heimspiel heute ab 19 Uhr (Rothenbach-Halle Kassel) gegen den amtierenden Deutschen Meister und Champions-League-Gewinner THW Kiel sein Hauptaugenmerk auf die eigene Leistung.

„Wir haben intensiv daran gearbeitet, dass wir die Angriffe länger ausspielen“, erklärt Tominec. Nach dem schwachen Auftritt und der 24:28-Pleite vor zehn Tagen in eigener Halle gegen den DHC Rheinland hatten die Nordhessen genügend Zeit, um die Defizite zu verringern. Dazu gehören überhastete Abschlüsse ebenso wie eine desaströse Torausbeute.

Grigorios Sanikis

Während der Übungseinheiten in der vergangenen Woche war bei den Melsunger Angreifern fast jeder Wurf ein Treffer. Kein Wunder, denn da spürten sie nicht den Druck wie bei einem Auftritt vor heimischer Kulisse gegen Rheinland. „Ich hoffe, dass wir jetzt in den nächsten Partien, da nicht so viel auf den Schultern der Spieler lastet, zur Stärke zurückfinden“, sagt der Trainer. Was für die Torhüter Mario Kelentric und Robert Lechte gilt, die ihren Vorderleuten bislang nicht den erhofften Rückhalt geben konnten. Was auch auf Rechtsaußen Savas Karipidis zutrifft, von dem das Team schlicht und ergreifend fünf, sechs Tore pro Spiel benötigt.

„Wir wollen unser Image verbessern und attraktiven Handball bieten“, nennt Grigorios Sanikis das Ziel für das Duell mit den schier übermächtigen Kielern. Also einen ansehnlichen Auftritt bieten, um die bisherigen enttäuschenden Vorstellungen vergessen zu machen. Denn: „Wir sind selbst schuld an der momentanen Situation“, betont der griechische Halblinke, „einige Menschen auf der Tribüne sollten sich aber auch einmal die Frage stellen, ob sie uns immer hundertprozentig unterstützt haben.“

Noch angeschlagen

Der neben Linksaußen Ivan Brouko dienstälteste Melsunger Bundesligaspieler konnte wegen einer Verletzung im Halswirbelbereich zuletzt kaum trainieren, wird aber gegen Kiel dabei sein. Im Gegensatz zu seinem Landsmann Alexandros Vasilakis, der verletzt passen muss. Für ihn muss Jens Schöngarth auf Halbrechts ran. Teilweise kann auch Predrag Dacevic diesen Part übernehmen. Wichtig, weil er auch ein wichtiger Defensivspieler ist, der bei den zu erwartenden überfallartigen Vorstößen der Norddeutschen einigen Schaden abhalten kann. Etwas, das auch Tominec bei seiner Spielvorbereitung berücksichtigen wird. Foto: Koch

Von Björn Mahr

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare