Bundesliga-Handballer spielen 23:23 beim HC Erlangen

MT Melsungen holt glücklich einen Punkt

Nicht zufrieden: MT-Trainer Michael Roth. Archivoto: Fischer/nh

Kassel. Nach zwei umjubelten Heimsiegen musste sich die MT Melsungen im Auswärtsspiel der Handball-Bundesliga in Nürnberg gegen den gastgebenden HC Erlangen mit einem 23:23 (12:10) zufriedengeben.

Vor deutlich mehr als 4000 Besuchern in der Arena Nürnberger Versicherung wurde es in den Schlusssekunden richtig hektisch. Unser Schnellcheck:

Wie war denn die Melsunger Leistung?

Alles andere als prickelnd wie in den vorangegangen erfolgreichen Heimspielen gegen Wetzlar und die Rhein-Neckar Löwen. Zunächst zeigte sich der Gast aus Nordhessen noch recht stabil. Die erste Zwei-Tore-Führung besorgte Michael Allendorf (4:2, 7.). In der 24. Minute markierte Torjäger Julius Kühn das 10:7. Ärgerlich nur aus Sicht der Gäste: Sie vergaben durch einige Fehler im Abschluss eine mögliche höhere Pausenführung. Speziell Kühn hatte keine gute Quote.

So schaffte es der HCE kurz nach dem Wechsel nicht nur auf 11:12 zu verkürzen, sondern durch Weltmeister Michael Haaß sogar zum 12:12 auszugleichen (34.). Danach nahm Coach Michael Roth sofort die Auszeit und stauchte seine Schützlinge zusammen.

Trotz der heftigen Ansprache bekam die MT keine Sicherheit in ihr Spiel. Stattdessen machte der Außenseiter, der in Nikolas Katsigannis einen hervorragenden Keeper hatte, aus seinen bescheidenen Mitteln sehr viel.

Der Tabellenfünfte von der Fulda hatte teilweise große Mühe, den Hausherren zu folgen. Nach dem 23:21 des glänzend aufgelegten Martin Stranovsky schien die Partie entschieden. Doch dann hatte Allendorf seine großen Augenblicke. Erst warf er das 22:23, dann auch noch per Siebenmeter das 23:23. Die Erlanger waren gegen Ende nicht clever genug – und weil ihr Hüne den Melsunger Rechtsaußen Arjan Haenen nach dem Tempogegenstoß unsanft stoppte, gab es sofort Strafwurf für den Favoriten und Rote Karte gegen den HCE-Akteur.

War denn das Ergebnis gerecht?

Für die Melsunger war es ein glückliches Remis.

Gab es einen Mann des Abends?

Es würde eigentlich reichen, einige Textpassagen aus den beiden vergangenen Spielberichten der MT zu kopieren. Denn wie in den Partien gegen Wetzlar und gegen die Löwen war Nebojsa Simic trotz des glücklichen Unentschiedens wieder ein grandioser Rückhalt für seine Mannschaft. Der Montenegriner kam auf 20. Fairerweise bleibt auch festzuhalten: Sein Gegenüber Nikolas Katsigiannis präsentierte sich auch in fantastischer Verfassung und hielt ebenso viele Würfe. Vor allem parierte er sage und schreibe drei Siebenmeter.

Wie war die Übertragung bei Sky?

Sehr unterhaltsam. Nicht nur, weil Moderatorin Christina Rann vor dem Anwurf und in der Pause den verletzten Ex-Melsunger Johannes Sellin, seit diesem Sommer im Frankenland, interviewte. Nein, auch weil MT-Fotograf Alibek Käsler einen großen Auftritt vor der Kamera hatte. Wegen seines tollen Schnappschusses von Kreisläufer Felix Danner im Spiel gegen die Löwen, der es bis in die Sport Bild schaffte, kam er bei Christina Rann zu Wort.

Zudem versorgte Kommentator Dennis Baier die Zuschauer mit vielen interessanten Informationen rund um die beiden Mannschaften. Baier kam es offenkundig zugute, dass er schon bei einigen Partien der MT in dieser Saison dabei war. Nach dem vierten Fehlwurf von Kühn kurz nach Wiederanpfiff bemerkte er: „Seien Sie versichert, er wird weiter werfen.“ Kurz darauf erzielte Julius Kühn das 14:14.

Quelle: HNA

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